Auswertung von gestrichenen oder eingefrorenen Forschungsförderungen
Zu dem Thema „Lost Science“ analysierte Prof. Dr. Kim Albrecht die Auswirkungen der US-amerikanischen Wissenschaftspolitik ein Jahr nach der zweiten Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump. Grundlage des Projektes ist die Auswertung von über 7.800 gestrichenen oder eingefrorenen Forschungsförderungen, die rund 25.000 Wissenschaftler*innen und Mitarbeitende betreffen und einem geschätzten Förderverlust von 32 Milliarden US-Dollar entsprechen.
Verluste sichtbar machen, Darstellungsformen hinterfragen
Das Projekt verbindet datenjournalistische Recherche mit experimenteller Informationsgestaltung. Die Arbeit untersucht die Frage, wie sich Verlust, Zerstörung und Abbruch visuell repräsentieren lassen. Die abgesagten Förderungen wurden daher nicht in klassischen Diagrammen dargestellt, sondern in eine glasartige Datenstruktur überführt und anschließend rechnerisch fragmentiert. Die entstandene Visualisierung bewegt sich bewusst zwischen Datenanalyse und physikalischer Simulation, wodurch zugleich die Grenzen gängiger Darstellungsformen reflektiert werden.
„Lost Sciences“ auf nature.com:
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Magazin-Ansicht
Interview mit Folkwang Professor Dr. Kim Albrecht
Dr. Kim Albrecht ist seit Januar 2025 Professor für Informationsdesign im Fachbereich Gestaltung an der Folkwang Universität der Künste. Im Interview mit Maiken-Ilke Groß, Pressesprecherin der Folkwang Universität der Künste, gibt er Einblicke in seine Arbeit und spricht über die Veröffentlichung in Nature.
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Zu Prof. Dr. Kim Albrecht
Dr. Kim Albrecht erforscht die ästhetischen, gesellschaftlichen und wissenschaftstheoretischen Dimensionen von Daten an der Schnittstelle von Technologie, Kultur und Wissenschaft. Seine Arbeit verbindet visuelle Forschung mit theoretischer Reflexion, um die Strukturen hinter der Erzeugung, Repräsentation und Wirkung von Daten sichtbar zu machen. Albrecht studierte Grafik- und Interface-Design und promovierte in Philosophie mit Schwerpunkt Medienwissenschaften. Seit 2025 ist er Professor für Informationsdesign an der Folkwang Universität der Künste. Zuvor lehrte und forschte er an der Filmuniversität Babelsberg sowie an der Harvard University, der Northeastern University und der Freien Universität Berlin. Er ist leitender Forscher am metaLAB (at) Harvard, Mitgründer des metaLAB (at) Berlin und Faculty Associate am Berkman Klein Center. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und sind in den Sammlungen des ZKM Karlsruhe, des Ars Electronica Centers und des Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum vertreten.
Informationsdesign an der Folkwang Universität der Künste
Daten und Algorithmen sind die Grundbausteine der Informationstechnologie. Sie sind die treibende Kraft hinter Themen wie Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, virtuelle Realität, Big Data, Kryptowährungen und vielem mehr. Während diese Themen oft im Rahmen eines Informatikstudiums erforscht werden, spielt Design eine entscheidende Rolle bei der Überbrückung der Kluft zwischen menschlichen und technischen Konzepten. Design kann Daten sichtbar, erforschbar und verständlich machen. Darüber hinaus ermöglicht es, die Bedeutung von Technologie in der Gesellschaft zu hinterfragen und zu reflektieren. Informationsdesigner*innen sind Menschen, die gestalten, wie Menschen mit Hilfe von Technologie interagieren, sich engagieren, sich präsentieren und über sich selbst nachdenken. Mit diesem Wissen gibt es viele Möglichkeiten, u. a. im Journalismus, in Start-ups, NGOs, Unternehmen und in der Forschung zu arbeiten.
Weitere Informationen zu dem Lehrgebiet:
https://img.folkwang-uni.de/de/lehrgebiete/informationsdesign/
Groß /
27. Januar 2026