Folkwang

Aktionstag gegen Machtmissbrauch

Am 27. November 2025 setzen alle 24 staatlichen Musikhochschulen in Deutschland ein gemeinsames Zeichen gegen Diskriminierung, Machtmissbrauch und für eine Kultur des Respekts. Unter dem Motto „KUNST. MACHT. MENSCHLICHKEIT.“ beteiligt sich auch die Folkwang Universität der Künste an diesem bundesweiten Aktionstag, der von der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen (RKM) initiiert wurde.

Mit dem Aktionstag setzt die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen ein öffentlich sichtbares Zeichen für eine offene Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen, für Prävention und strukturellen Wandel – intern wie extern.

Ziel des Aktionstages ist es, Räume für Information, Reflexion und Austausch zu schaffen – getragen von einer gemeinsamen Haltung, dass künstlerische Exzellenz und Menschlichkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Folkwang bekennt sich im Kreise der Mitgliedshochschulen in der RKM zu einem offenen und respektvollen Miteinander, zu Verantwortung, Prävention und strukturellem Wandel.

Mit Fachvorträgen und Workshops rund um das Thema lädt die Folkwang Universität der Künste Studierende, Lehrende und Mitarbeitende ein, gemeinsam über Machtstrukturen in Kunst, Lehre und Arbeit zu sprechen, Perspektiven zu teilen und Wege hin zu mehr Vertrauen, Toleranz und Menschlichkeit zu entwickeln.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist für alle nach Rücksprache mit den Lehrenden bzw. Vorgesetzten in ihrer Studien- bzw. Arbeitszeit möglich.

Programmübersicht

Donnerstag, 27.11.2025

09:30 Uhr ǀ Kammermusiksaal
Ankommen

09:45 Uhr ǀ Kammermusiksaal
Eröffnung – Begrüßung durch Rektor Holger Zebu Kluth

10:00–10:45 Uhr ǀ Kammermusiksaal (Vortrag)
Kunst, Macht und Verantwortung – Wege aus dem autoritären Kunstverständnis
Prof. Dr. Thomas Schmidt (Professur für Theater- und Orchestermanagement, HfMDK Frankfurt)
Der Vortrag wird aus der Hochschule für Musik und Theater Leipzig in den Kammermusiksaal gestreamt. Der Beitrag richtet sich an alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden und bietet einen Überblick in die zentralen Ergebnisse der empirischen Studie zu asymmetrischen Machtbeziehungen in Kunst und Kultur am Beispiel des Theaterbereichs.

11:15–12:15 Uhr ǀ Kammermusiksaal
Wir haben etwas gegen Diskriminierung: Einführung in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) (Vortrag)
RA Rebecca Richter (Rechtsanwältin und Gründerin der Kanzlei RICHTER Legal)
Der Beitrag richtet sich an alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden und bietet einen Überblick über Diskriminierungsmerkmale und Schutzbereiche des AGG. Die Teilnehmenden nehmen mit, wie das AGG generell anzuwenden und zu verstehen ist. Er zeigt, welche Rechte Betroffene haben und welche Handlungspflichten Institutionen haben.

12:15–13:15 Uhr ǀ Kammermusiksaal
Pause

13:15–14:15 Uhr ǀ Kammermusiksaal
Vertragsgestaltung für junge Berufseinsteiger*innen im Kunst- und Kulturbereich (Workshop)
RA Rebecca Richter (Rechtsanwältin und Gründerin der Kanzlei RICHTER Legal)
Der Beitrag richtet sich an alle Studierenden der Hochschule und gibt einen Praxiseinblick in Arbeits-, Werk- und Honorarverträge, Urheber- und Nutzungsrechte, Vergütung und Haftungsfragen. Ergänzend werden prakische Tipps gegeben, was Studierende und junge Berufseinsteiger*innen überhaupt verhandeln können und wie Verträge zu verstehen sind, um einen selbstbewussten Umgang mit juristischen Regelungen im Berufsstart zu fördern. Junge Kreative sollen gestärkt in Vertragsgespräche gehen.

14:30–15:30 Uhr ǀ Kammermusiksaal
Offene Fragerunde zu Machtmissbrauch und Diskriminierung
RA Rebecca Richter (Rechtsanwältin und Gründerin der Kanzlei RICHTER Legal)
Moderierte Gesprächs- und Fragerunde für Studierende, Lehrende und Mitarbeitende. Ziel ist, rechtliche Orientierung zu bieten, typische Fallkonstellationen zu besprechen und Handlungsspielräume aufzuzeigen.

16:00–17:30 Uhr ǀ Kammermusiksaal
Awareness in Kunst und Kultur (Vortrag mit offener Fragerunde)
Kristin Nrecaj (Sozialpädagogin, Workshopdozentin, Mitglied beim Act Aware e.V.)
Der Beitrag richtet sich an alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden und wird in Kooperation mit dem AStA Referat für gesellschaftspolitische Themen (Schwerpunkt Gender) durchgeführt. In dieser interaktiven Veranstaltung wird die Bedeutung von Awareness betrachtet, werden gemeinsam Begrifflichkeiten geklärt und über Diskriminierung sowie Machtstrukturen nachgedacht. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis zu fördern, das zu respektvoller und inklusiver Kommunikation in der Kunst- und Kulturszene beiträgt.

 

Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema

Freitag, 28.11.2025
17:00–18:30 Uhr ǀ Raum S.104
Genie – Gewalt – Geschlecht. Narrative und Strukturen von Machtmissbrauch in der Musik(-wissenschaft) (Musikalische Lesung)
Elisabeth Treydte (Herausgeberin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Musikwissenschaft) mit Marie Büssemeier, Linda Eiermanns, Ioanna Grammatikos, Felix Kaumanns und Helena Kirchhoff
Musik will das Gute hervorbringen, sie will Gemeinschaften stärken, sie will berühren, verbinden. Und dennoch sind im Musikbetrieb Machtmissbrauch und sexualisierte Übergriffe strukturell präsent: sei es an Hochschulen, in Konzerthäusern, im Instrumentalunterricht, in Libretti, im Kunstlied oder in der Musikgeschichtsschreibung.
Kampagnen und Initiativen wie #MeToo drängen unterdessen auf eine zunehmende Sensibilisierung, wobei die Definition von Machtmissbrauch weiterhin umkämpft ist. Anlässlich der Veröffentlichung des interdisziplinären Sammelbandes „Genie - Gewalt - Geschlecht“ findet eine Buchpräsentation statt: Mit Musik, Lesungen und Gesprächsrunden werden Einblicke in Narrative und Dynamiken von Machtmissbrauch in der Musik eröffnet und gemeinsam mit dem Publikum Perspektiven für eine solidarische Kultur im Musikleben diskutiert.
Die Veranstaltung ist betroffenen Menschen gewidmet und richtet sich an alle Angehörigen der Folkwang.

 

 

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