Folkwang

Dissertationen und weitere Publikationen

 

Julian Caskel / Jana Weißenfeld (Hrsg.)

Musik im Ritual – Rituale in der Musik

Würzburg: Königshausen &. Neumann, 2026

Musik ist Bestandteil von Ritualen: Das zeigen ethnologische Forschungen, aber auch historische Studien sowie die Soziologie unserer eigenen Gesellschaft. Rituale sind umgekehrt ein Bestandteil von Musik und Musikleben: Dies gilt für das Auftritts- und Applausverhalten in Oper und Konzert, aber auch für mögliche rituelle‹ Eigenschaften in musikalischen Kompositionen und Praktiken. Der Sammelband vereint Texte aus verschiedenen Teilbereichen der Musikwissenschaft, um für die Erforschung der vielfältigen Zusammenhänge zwischen musikbezogenen und ritualisierten Verhaltensweisen neue Impulse zu geben. Historische Fallstudien reichen von einstimmiger Musik des Mittelalters bis zur musikalischen Avantgarde nach 1945, räumlichsoziologisch spannt sich der Bogen von Konzerten an Musikhochschulen zur Musikausübung in rituellen Kontexten auf anderen Kontinenten. Die Texte dokumentieren die Ergebnisse einer Ringvorlesung an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Um weitere Beiträge ergänzt, entsteht eine Standortbestimmung für die aktuelle Musikwissenschaft, in der empirische und ethnologische Arbeiten, studentische Forschung sowie verschiedenartige methodische und inhaltliche Ansätze einander sinnfällig ergänzen.


 

Florian Carl

Ghana Gospel. Christian Popular Music. Ritual, and Media in Twenty-First-Century West Africa

Hildesheim: Universitätsverlag Hildesheim, 2025 (= Studies in music 10)

This book is the first monograph that examines gospel music in Ghana. Gospel music in Ghana combines elements of local traditions and global pop music. It plays an important role in the worship services of charismatic churches as well as in the everyday lives of Christian believers. In his ethnography, Carl investigates the performance and reception of gospel in a variety of contexts and demonstrates its significance in an age of digitization, economic liberalization, and cultural globalization.


 

Anke Charton / Elisabeth Treydte

Genie – Gewalt – Geschlecht. Narrative und Strukturen von Machtmissbrauch in der Musik(wissenschaft)

Baden-Baden: Georg Olms Verlag, 2025 (= Jahrbuch Musik und Gender 16)

Musik will das Gute hervorbringen, sie will Gemeinschaften stärken, sie will berühren, verbinden. Und dennoch sind im Musikbetrieb Machtmissbrauch und sexualisierte Übergriffe strukturell präsent: sei es an Hochschulen, in Konzerthäusern, im Instrumentalunterricht, in Libretti, im Kunstlied oder in der Musikgeschichtsschreibung. Kampagnen und Initiativen wie #MeToo drängen auf eine zunehmende Sensibilisierung, wobei die Definition von Machtmissbrauch weiterhin umkämpft ist. Die Entschlüsselung der Dimensionen von Gewalt in der Musik im vorliegenden Band ist umso grundlegender. Wissenschaftler*innen, Musiker*innen und Studierende eröffnen mit ihren Texten, von theoretischer Analyse bis Lyrik, neue Perspektiven für eine solidarische Kultur in der Musik.


 

Sebastian Piel

Abschied von Dresden: Rudolf Mauersbergers Dresdner Requiem RMWV 10 und Wie liegt die Stadt so wüst RMWV 4/1: Analyse, Reflexion und historische Einordnung

Paderborn: Brill, Fink, 2025
Dissertation, Folkwang Universität der Künste Essen, 2024

Im vorliegenden Buch werden die Hintergründe zu Rudolf Mauersbergers Komposition der populären Motette Wie liegt die Stadt so wüst, aber auch seines vergleichsweise unbekannten Dresdner Requiems reflektiert. Dabei kommen zwar auch liturgische, vor allem aber psychologische und historische Betrachtungsweisen zum Tragen, die zeigen, dass diese beiden Werke ein immenser gemeinsamer (und bisher nur in Teilen erforschter) Gehalt verbindet, welcher wiederum unmittelbar mit der Zerstörung Dresdens 1945 zusammenhängt. Die Fülle an Analogien zwischen den Angriffen auf die Stadt und der musikalischen Verarbeitung durch Mauersberger als unmittelbar Betroffenem macht deutlich, welche Einzigartigkeit und historische Relevanz diese beiden Werke auch 80 Jahre nach Kriegsende sowohl für die Musikgeschichte als auch die aktuelle Gesellschaft haben.


 

Sara Beimdieke / Julian Caskel (Hg.)

Musik und Klimawandel. Künstlerisches Handeln in Krisenzeiten

Bielefeld: transcript, 2025 (= Musik und Klangkultur 67)

Was kann künstlerisches Handeln in Krisenzeiten bewirken? Und welche Reflexionspotentiale und Perspektiven bietet die Musikwissenschaft zu Fragen des Klimawandels an? Die Beiträge dokumentieren Fallstudien und Forschungszugänge aus verschiedenen Disziplinen. Dabei wird die Diversität, aber auch die Dringlichkeit einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit musikbezogenen Aspekten vor dem Hintergrund von übergreifenden Krisentheorien deutlich. Empirisch, ethnografisch, historisch und systematisch zeichnen die Beiträger*innen die Relevanz derartiger Überlegungen für die musikalisch-künstlerische, aber auch wissenschaftliche Praxis nach – im Fokus stehen zum Beispiel die Felder Aktivismus, Pädagogik und Dramaturgie.