Die Folkwang Universität der Künste verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Prävention, Beratung und Bearbeitung von Fällen von Diskriminierung, Belästigung, Machtmissbrauch, Mobbing und Stalking. Grundlage bilden der Folkwang Verhaltenskodex sowie die Antidiskriminierungsrichtlinie der Hochschule. Ziel ist die Schaffung und Sicherung eines diskriminierungssensiblen, respektvollen und von Chancengerechtigkeit geprägten Hochschulumfelds.
Das Beratungs- und Beschwerdesystem verbindet niederschwellige Unterstützung, fachliche Beratung und rechtsstaatliche Verfahrenssicherheit. Es beruht auf einer klaren Trennung von Beratung und Beschwerdebearbeitung sowie auf dem Grundsatz, dass Betroffene selbst über die weiteren Schritte entscheiden.
Mehrstufiges Unterstützungssystem
Vertrauensperson
Die Vertrauensperson bildet die erste Anlaufstelle für Mitglieder und Angehörige der Hochschule. Sie bietet eine vertrauliche Erstberatung in einem geschützten Rahmen an und unterstützt Ratsuchende bei der Klärung ihres Anliegens.
Zu den Aufgaben gehören insbesondere:
_vertrauliche Beratung bei Konflikten und Grenzverletzungen,
_erste Einordnung von Sachverhalten,
_Orientierung über bestehende Unterstützungs- und Handlungsoptionen,
_Vermittlung an interne oder externe Beratungsangebote.
Die Beratung erfolgt unabhängig, vertraulich und ausschließlich im Einvernehmen mit den Ratsuchenden.
Zentrale Beratungsstelle für Diskriminierung und Machtmissbrauch
Die Zentrale Beratungsstelle ist die fachlich spezialisierte Beratungsstelle der Hochschule. Sie wird durch die Antidiskriminierungsbeauftragte wahrgenommen und dient der vertieften Prüfung und Einordnung von Sachverhalten, die in den Anwendungsbereich der Antidiskriminierungsrichtlinie fallen können.
Die Beratungsstelle informiert insbesondere über:
_Definitionen und Anwendungsbereiche der Richtlinie,
_hochschulinterne Unterstützungs- und Schutzmöglichkeiten,
_Möglichkeiten eines formellen Beschwerdeverfahrens,
_weitere rechtliche und außerrechtliche Handlungsoptionen.
Die Beratung dient der Stärkung der Handlungsfähigkeit Betroffener und ermöglicht eine informierte Entscheidung über das weitere Vorgehen.
AGG-Beschwerdestelle
Die AGG-Beschwerdestelle ist die unabhängige Verfahrensstelle für formelle Beschwerden nach der Antidiskriminierungsrichtlinie und zugleich Beschwerdestelle im Sinne des § 13 AGG.
Ihre Aufgaben umfassen insbesondere:
_Entgegennahme formeller Beschwerden,
_Durchführung des Beschwerdeverfahrens,
_Sachverhaltsermittlung und Anhörungen,
_Erstellung eines Abschlussberichts,
_Formulierung von Empfehlungen zu Sanktionen und Maßnahmen,
_Weiterleitung der Ergebnisse an die zuständigen Entscheidungsträger*innen.
Die Beschwerdestelle ist zur Neutralität verpflichtet und organisatorisch von den Beratungsstrukturen getrennt.
Verfahrensgrundsätze
Das System der Folkwang Universität der Künste orientiert sich an folgenden Grundsätzen:
_Vertraulichkeit und Datenschutz
_Niederschwelliger Zugang
_Barrierearme Ausgestaltung
_Schutz vor Benachteiligungen aufgrund einer Beschwerde
_Transparenz der Verfahren
_Trennung von Beratung und Entscheidung
_Wahrung der Rechte aller Beteiligten
_Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen und Sanktionen
Die Hochschule stellt sicher, dass Personen, die eine Beschwerde einreichen oder Betroffene unterstützen, hierdurch keine Nachteile im Studium oder Beschäftigungsverhältnis erfahren.
Prävention und Kulturentwicklung
Das Beratungs- und Beschwerdesystem ist Teil eines umfassenden Präventionsansatzes. Dieser umfasst neben der Bearbeitung konkreter Fälle auch die Förderung einer diskriminierungssensiblen Hochschulkultur, die Reflexion von Machtverhältnissen, Fort- und Weiterbildungsangebote sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung institutioneller Strukturen.
Damit verbindet die Folkwang Universität der Künste individuelle Unterstützung mit struktureller Prävention und versteht Antidiskriminierung als gemeinsame Aufgabe aller Hochschulmitglieder.
Die Folkwang Universität der Künste ist über die Mitarbeiter*innen des Arbeitsbereiches Antidiskriminierung & Diversität Teil des Netzwerks Antidiskriminierung an Hochschulen.