Am 16. Mai 2025, im Festival tanz nrw, zeigte das Folkwang Tanzstudio in Kooperation mit Raymond Liew Jin Pin die Premiere von Orchidee auf PACT Zollverein in Essen.
In diesem geteilten Abend von Raymond Liew Jin Pin steht die Produktion Orchidee wie eine Ouvertüre vor seinem anschließenden, ebenfalls neuen Stück Lotus Fight Club. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit traditionellen südostasiatischen Tänzen sowie autobiografischem Material, um die Bewegungen der queeren Diaspora zu erforschen: Gemeinsam mit den Tänzer*innen des Folkwang Tanzstudios geht er der Frage nach, wie man in Beziehung treten und Intimität aufbauen kann. Es entsteht ein flüchtiges Gewebe aus Körpern und Erinnerungen – ein Tanz zwischen Vergänglichkeit und Beständigkeit.
_Co-Choreographie, Tanz: Mateusz Bogdanowicz, Jennifer Boultbee, Tullia Francischiello, Gabriel Gaudray Donnio, Jordan Gigout, Yun-Ru Lee, Tzu-Chun Liou, Chen-Yi Lou, Érika Polifroni Martín, Harrison Rodrigues Gomes dos Santos
_Musik: Andras_2020
_Assistenz: Paula Pau
_Kostüm: Catharina Holtgrave
Raymond Liew Jin Pin ist ein in Deutschland lebender malaysischer Choreograf und Performer. An der Folkwang Universität der Künste schloss er sein B.A.-Studium in zeitgenössischem Tanz und einem Master in Choreographie ab. In Malaysia erhielt er außerdem ein Diplom in Tanz an der National Academy of Arts, Culture and Heritage (ASWARA).
Während seiner Residenz am K3|Tanzplan Hamburg setzte er sich mit traditionellen südostasiatischen Tänzen auseinander und choreographierte “Kampung Baru (New Village)”, das im März 2020 auf Kampnagel aufgeführt wurde. Zusammen mit seinem Partner Jascha Viehstädt arbeitet er an Projekten wie z.B. “1000 Kisses” und “Mermaid”. 2014 choreographierte er The Edge für das Folkwang Tanzstudio in Essen, zusammen mit Cut the Cloud zeigte er dann im Dezember in Malaysia seine erste abendfüllende Arbeit mit DPAC Dance Company. Im Oktober 2017 wurde The Edge zum PRISMA - International Contemporary Dance Festival of Panama eingeladen.
In Pulau Tioman überlebte er 2013 einen tragischen Unfall mit einem Speedboat. Nach fünfzehn Operationen und einer einjährigen Reha ist er nicht nur imstande wieder zu gehen, sondern entschlossener denn je zu seiner Leidenschaft, dem Tanz, zurückgekehrt. Sein Solo-Stück Dear Raymond und die Polaroid-Installation Dear Butt beschäftigen sich mit dem Thema.
Als Tänzer arbeitete er unter anderem mit dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch für Das Frühlingsopfer, Nature Theater of Oklahoma, Theater Bremen, Folkwang Tanzstudio, sowie mit den Choreograph*innen Jerome Bel, Henrietta Horn, Rodolpho Leoni, Mark Sieczkarek, Samir Akika, Ben Riepe und anderen.
_Gefördert durch: Behörde für Kultur und Medien Hamburg, die Hamburgische Kulturstiftung, Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
_Unterstützt durch: PACT Zollverein