Informationsdesign

Stellen Sie sich eine Karte vor. Auf den ersten Blick scheint sie ein neutraler Wegweiser zu sein - ein Instrument zur Navigation im Raum. Aber sehen wir genauer hin: Was ist eingeschlossen, was ist ausgelassen, und wie wird es dargestellt? Beim Informationsdesign geht es nicht nur darum, Informationen sichtbar zu machen, sondern auch um die Entscheidungen, Prioritäten und Werte, die in die Ästhetik einer datengesteuerten Gesellschaft eingebettet sind. Eine Karte, die Grenzen hervorhebt, unterstreicht die Trennung; eine Karte, die Handelsrouten illustriert, stellt die Verbindung in den Vordergrund. Informationsdesign prägt die Wahrnehmung und beeinflusst damit, wie wir uns die Realität vorstellen und interpretieren. Ein Informationsdesigner setzt sich kritisch mit diesen normativen Rahmenbedingungen auseinander, hinterfragt die gezogenen Grenzen und die hergestellten Verbindungen, um zu erkunden, welche alternativen Möglichkeiten sich ergeben könnten.

Daten und Algorithmen bilden die grundlegenden Bausteine der Informationstechnologie - und damit auch das Gefüge der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Diese Kräfte untermauern die Infrastrukturen von transformativen Bereichen wie künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, virtuelle Realität, das Metaverse, Big Data, Kryptowährungen, Smart Cities und Bioinformatik. Während diese Bereiche oft durch die Brille der Informatik und Mathematik betrachtet werden, spielt Design eine zentrale Rolle bei der Überbrückung der Kluft zwischen Mensch und Technologie. Es ermöglicht, dass Daten sichtbar, erforschbar und verständlich werden und fördert die kritische Reflexion darüber, wie diese technologischen Rahmenbedingungen gesellschaftliche Werte und Strukturen formen.

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Foto: Lena Zülch

Prof. Dr. Kim Frederic Albrecht

Intermediale Gestaltung

Information Design