Promotionen Musikwissenschaft / Musikpädagogik

Die Arbeit untersucht und stellt die wichtigsten theoretischen Werke und interpretatorischen Neuansätze des Musikwissenschaftlers und Volksliedforschers Ernst Klusen, geboren 1909, wie beispielsweise seinen Vorschlag, den Begriff „Volkslied“ unter neuer Interpretation seines Dasein als „Gruppenlied“ zu bezeichnen, und die Inhalte seiner theoretischen Werke dar. Weiterhin analysiert sie seine umfangreichen empirischen Untersuchungen bis hin zur Gesamtschau der Lieder und des Singens in der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts. In einem weiteren Schritt wird untersucht, in welchem Umfang und mit welchen Schwerpunkten die Schriften Klusens und deren Thesen nach seinem Tod 1988 in der Fachliteratur rezipiert wurden und noch eine Rolle in den Veröffentlichungen und der Forschung der Gegenwart spielen.

 

Kontakt: marita_best@t-online.de

Ausgangspunkt ist die Dunkelheit als archetypisches Motiv und als zentraler Topos der Neuen Musik, etwa bei Salvatore Sciarrino. Die in seinem Werk für Flöte solo identifizierten Referenzen an das Thema liefern den Anknüpfungspunkt für die Frage, inwiefern die Dunkelheit auch von anderen Komponierenden in diesem Kontext behandelt wird. Mit Blick auf verschiedene Beweggründe, sich diesem Themengebiet zu widmen, soll ein vielschichtiger Überblick über die Gestaltung der Dunkelthematik in der Solo-Literatur für Flöte des 20. Jahrhunderts geschaffen werden.

Kontakt: info(at)piahauser.com

Gegenstand der Dissertation ist die analytische Annäherung an Feldmans ab 1984 entstandenes Spätwerk, mit besonderem Augenmerk auf die Kompositionstechnik. Schwerpunkte des analytischen Zugriffs sind: 1.) der facettenreiche Umgang mit Wiederholung und Veränderung; 2.) das Ineinandergreifen von Systematischem und Unsystematischem. Es soll gezeigt werden, wie all dies zum inneren Reichtum der äußerlich von Reduktion geprägten Stücke beiträgt. Kompositorische Entscheidungswege sollen dabei detailliert nachvollzogen werden, nicht zuletzt auf abstrakteren Strukturebenen wie z.B. in Permutationsverfahren. Um Feldmans flexible, auf kein übergreifendes System gestützte Vorgehensweise(n) verfolgen zu können, wird auf methodische Vielfalt geachtet. Die tabellarische und graphische Veranschaulichung von Strukturen und die Beschreibung einer Gestaltungsvielfalt, die nicht in starren Kategorien zu erfassen ist, sollen einander ergänzen.

Wer als Komponist*in gilt, entscheidet sich nicht allein am Werk, sondern seit jeher auch an gesellschaftlichen Einschreibungen und Erwartungen, die bestimmen, was den oder die Komponist*in vermeintlich ausmacht. Historisch waren solche Einschreibungen eng mit einem männlich codierten Geniediskurs verknüpft – wie der Diskurs sich hingegen heute gestaltet, ist Gegenstand dieser Untersuchung. Auf der Grundlage eines Interviewkorpus mit Protagonist*innen der Neuen Musik und mithilfe einer diskurstheoretisch informierten qualitativen Sozialforschung wird der Frage nachgegangen, wie sich in Diskursen und Praktiken zum Komponieren alltäglich die Geschlechterverhältnisse konstituieren, also wie Geschlecht in den Selbstverständnissen und Praktiken komponierender Akteur*innen hergestellt und reproduziert wird: Welche diskursiven Deutungsmuster bestimmen heute das Bild von Komponistinnen und Komponisten? Welche Geschlechter- und Machtverhältnisse spiegeln sich darin?

 

Kontakt: elisabeth.treydte@folkwang-uni.de

Laufende Promotionsvorhaben in Musikwissenschaft

  • Bell, Fabian: „… Und ewig Schlafende, auch euch erwartet Tag“
  • Beyer, Marion: Interkonfessionalität im 19. Jahrhundert am Beispiel von Felix Mendelssohn Bartholdys kirchenmusikalischer Ästhetik
  • Borchers, Sebastian: Rhythmus und Klang. Grundlagen der transnationalen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Polen in der Musik
  • Börsing, Christian: Zur Avantgarde der Rockmusik in Westdeutschland 1968–1975
  • Brosy, Maximilian: Die Künstleroper im 19. Jahrhundert
  • Dahm, Marcus: Der Trierer Domkapellmeister Michael Hermesdorff und die Choralrestauration des 19./20. Jahrhunderts
  • Dammann, Christian: Französische Wagner-Parodien von 1860 bis 1914
  • Desalm, Benjamin: Furtwängler und Toscanini. Beethoveninterpretation im Schatten des zweiten Weltkrieges 1939–1945
  • Engbers, Tobias: Studien zu Richard Strauss‘ Oper „Die schweigsame Frau“
  • Fess, Eike: Symphonie und Streichquartett – Parallele Gattungsdiskurse und Strukturentwicklungen
  • Giangkitseri, Maria: Konzepte und Praxen der musikalischen Ausbildung am Beispiel der einstimmigen liturgischen Musik der Ost- und Westkirche vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert
  • Grossert, Sarah: Ästhetische Urteile und soziale Differenzierung. Praktiken der Klassifikation und Subjektivierung in Musikzeitschriften 1770–1840
  • Habelt, Jürgen: Begegnungen, Korrespondenten, Transfer. Eine Untersuchung zu gattungsgeschichtlichen Prozessen im Werk des Braunschweiger Komponisten Hans Sommer
  • Kabala, Mateusz: Mieczyslaw Karlowicz. Ein Komponist im Umfeld der Bewegung Junges Polen
  • Kelmendi, Arsim: Chorwerke albanischer Komponisten aus dem Kosovo
  • Kersken, Oliver: Die Hofmusiken der Pfalz-Neuburger Herzöge und Kurfürsten in der Residenzstadt Düsseldorf
  • Kloos, Franziska: Kollektive Autorschaft und der Wandel des Kompositionsprozesses
  • Krahl, Nora: Stimmbänder und Tonbänder. Sprachverwendung am Beginn der elektronischen Musik
  • Krüger, Lukas: Franz-Ignaz Bibers „Rosenkranz-Sonaten“
  • Kuchersky, Mikhail: Kirchenmusik am Hofe des Fürsten Nikolaus II. Esterházy
  • Kunze, Esther: Mona Lisa – eine Emanzipationsoper. Die Musikdramaturgie in Mayx von Schillings und Beatrice Dovskys Mona Lisa
  • Lange, Thomas: Orgelmusik im Nachkriegsdeutschland zwischen Kunstanspruch und liturgischer Funktion
  • Lindemann, Kirsten: Telemanns „Prediger-Einführungs-Musiken“
  • Loges, Annika: Louis Spohrs Faust im Kontext der Entwicklung der deutschen Oper der Romantik
  • Magesacher, Elisabeth: Kulturelle Diversität in Musikausstellungen. Museumsanalytische Untersuchungen
  • Naglav, Katharina: Wortausdruck in Brahms Requiem
  • Özdiker, Enver-Yalcin: Transkulturelle Prozesse zwischen osmanischer Kunstmusik und westlicher zeitgenössischer Musik
  • Petrov, Marin: Vom Ordnungsstreben, Einschüben und dem Umwerfen des Entwurfs; oder das Spiel mit Strukturen als Suche nach der Gestalt im Fluss. Über Aspekte der Musik Wolfgang Rihms
  • Piel, Sebastian: Abschied von Dresden – Kontextualisierung des Dresdner Requiem RMWV 10 von Rudolf Mauersberger
  • Salinga, Tobias: Volkstümlicher und deutscher Schlager als Soziotope
  • Sandmann, Anne-Katrin: Ophelia in der Musik des 20./21. Jahrhunderts
  • Schlothmann, Julia: Deutschsprachige Mose-Oratorien. Vergleichende musikanalytische Betrachtung im Kontext einer religions- und kulturgeschichtlichen Einordnung
  • Schmidt, Stefan: Künsterlisches Profil und Alleinstellungsmerkmale als Grundlage wirtschaftlichen Erfolgs am Beispiel freier Ensembles in der klassischen Musik
  • Schneider, Sven: Klassische Kunstmusik des 16. bis 18. Jahrhunderts in Bolivien, insbesondere aus den Sammlungen Chiquitos und Moxos
  • Seggioli, Alessandro: Stockhausen und das elektronische Studio des WDR
  • Sielczak, Christoph: Studien zur Musik des italienischen Futurismus
  • Spengler, Anja: Das „Unheimliche“ und „Skurrile“ in Kompositionen des Fin de siècle
  • Stinder, Frank: Diversität akustischer Anlagen im Instrumentanbau als Voraussetzung musikalischer Vielfalt am Beispiel konstruktiver Parameter im Flügelbau
  • Strothmann, Christiane: Der Umdze im Yundrung Bön
  • Swoboda, Elke: Komposition und Multimedialen Aspekten – audiovisuelle Konzepte am Ende des 20. Jahrhunderts
  • Tanir, Ada Gülen: Untersuchungen zur Satztechnik und Verhältnis von Theorie und Praxis bei Georg Muffat
  • Uyar, Serhat: Die Tradition des Ozan-Gesangs in der türkischen Musk
  • Wilhelm, Ursula: Modus und Melos. Studien an den Gesängen der Hildegard von Bingen
  • Winnen, Tobias: Ausbildung und Einübungspraxis in der Yué-Oper

Abgeschlossene Promotionen in Musikwissenschaft

  • Alsmeier, Judit: Komponieren mit Tönen. Nikos Skalkottas und Schönbergs „Komposition mit 12 Tönen“
  • Alonso Amat, Maria del Mar: Gegenwärtige Darstellung von Geor Friedrich Händel in Museen. Memorialkultur in Halle (Saale) und London im Vergleich
  • Becker, Jonas: Konzertdramaturgie und Programmgestaltung als Marketinginstrument am Beispiel der Orchester des Ruhrgebiets
  • Becker, Wolfgang: Die gregorianischen Gesänge des Essener Liber ordinarius – Transkription und vergleichende Untersuchungen zu den Gesängen aus den Handschriften Essen Hs. 19 und Düsseldorf Ms. 47
  • Drees, Stefan: Architektur und Fragment. Studien zu späten Kompositionen Luigi Nonos
  • Feldhordt, Philip: Anleitungen zur freien Fantasie. Improvisationstraktate des 18. und 19. Jahrhunderts im Vergleich
  • Frühauf, Tina: Orgel und Orgelmusik in deutsch-jüdischer Kultur
  • Gerlings, Hans Jakob: Der Codex 376 der Stiftsbibliothek von St. Gallen. Kodikologische und paläographische Erfassung und semiologische Studien
  • Gronemann, Peter: Varietas delectat. Mannigfaltigkeit in Messen des Johannes Tinctoris
  • Günnigmann, Manfred: Der Fall Werner Korte. Musikwissenschaft während des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit in Münster – Versuch einer vergangenheitspolitischen Aufarbeitung
  • Hwang, Soondo: Klarinettenkammermusik in der Nachfolge von Johannes Brahms
  • Jacob, Andreas: Studien zu Kompositionsbegriff und Kompositionsart in Bachs Klavierübungen
  • Kammertöns, Christoph: Chronique scandaleuse. Henri Herz – ein Enfant terrible in der französischen Musikkritik des 19. Jahrhunderts
  • Kampe, Gorden: „Als ob's ein Märchen wär“. Studien zu märchentypischen Topoi im Musiktheater des 20. Jahrhunderts
  • Landreh, Konrad: Manuel de Fallas Ballettmusik
  • Linke, Ulrich: Der französische Liederzyklus von 1866 bis 1914. Entwicklungen und Strukturen
  • Orgass, Stefan: Disposition und Ausarbeitung in Bachs späten Clavier-Werken (1739–1749)
  • Reissenberger, Benjamin: Aufführungspraktische Studie exemplarischer Klarinettenwerke von Mozart bis Brahms
  • Siedenberg, Markus: Eine Analyse ausgewählter performativer Interpretationen von Beethovens „sonate testament“ c-Moll, op. 111
  • Stratz, Constanze: Ernst Toch in Kalifornien. Vom Exil zur Emigration
  • Strohmann, Nicole K.: Gattung, Geschlecht und Gesellschaft im Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Studien zur Dichterkomponistin Augusta Holmès mit Werk- und Quellenverzeichnis
  • Stücker, Bianca: Gothic Electro – Die Funktionalisierung von Technik innerhalb des subkulturellen Kontexts
  • Tahriri, Madhid: Iranisch-europäische Instrumentalmusik im Kontext der Modernisierung der iranischen Musik und des iranischen Musiklebens ab 1850
  • Thomas, Christina: Historisch-kritische Edition von Robert Schumanns
    Romanzen und Balladen
  • Tienstra, Rens: Ostfränkische Melodievarianten in niederländischen Choralhandschriften des 12. bis 16. Jahrhunderts
  • Uhl, Markus: Die Choralreform im Umfeld des Trienter Konzils
  • Zwetzschke, Jana: „..ich bin sicher, dass ich ihn lieben lerne...“. Studien zur Bach-Rezeption in Russland

Laufende Promotionsvorhaben in Musikpädagogik

  • Eigenrauch, Sebastian: Entwicklung eines methodischen Instrumentariums zur Untersuchung des Zusammenhangs von musikdidaktischem und politischem Denken bei Musiklehrenden
  • Funke, Elisabeth: Untersuchungen zu Relevanzbedingungen neurobiologischer Forschung aus Sicht wissenschaftlicher Musikpädagogik
  • Psotta, Liza: Wissenstransfer – Wissenschaftskommunikation– Interdisziplinarität: Systematische und empirische Studien in musikpädagogischer Perspektive
  • Tigges, Lea: „Stimm-Bildung“: Untersuchungen musikalisch-kultureller Bildungsprozesse in Knabenchören
  • Wickel, Andreas: Humor und Musikunterricht
  • Wörner, Ruth: Lehren lehren – individuelle Sichtweisen auf Planung und Freiheit im musik- und bewegungspädagogischen Handeln – eine qualitative Interviewstudie

Abgeschlossene Promotionen in Musikpädagogik

  • Krause, Martina: Bedeutung und Bedeutsamkeit. Interpretation von Musik in musikpädagogischer Dimensionierung
  • Kruse, Andreas: Nähe und Distanz. Schnittpunkte von Musik und Religion im Kontext pädagogischer Reflexion
  • Mertens, Sebastian: Musik als klingende Didaktik – pädagogische Intentionalität als kompositorische Idee
  • Niegot, Adrian: Geschichtlicher Gehalt von Musik als didaktische Kategorie, oder: Wie kann Musikgeschichte durch Unterricht zur Geltung kommen?
  • Noll, Felizitas: Vom schönen Klang. Ästhetische Bildung am Klavier
  • Sachsse, Malte: Musikbegriff und Menschenbild im musikpädagogischen Denken des 20. Jahrhunderts
  • Schönwitz, Marcus G.: Musik und Bewegung in didaktischen Kontexten. Analyse eines Mythos und Konstruktion einer verständigen Unterrichtskultur
  • Starzinger, Hans Dieter: Schulische und außerschulische Musikerziehung in Nordrhein-Westfalen – ein quantitativer und qualitativer Vergleich
  • Wolff, Dagmar: Die Ω-Methode im Kontext klaviertechnischer Bewegungskonzepte. Modell zur Optimierung von Klaviertechnik, Lernstrategie und Rehabilitationskonzept unter Anwendung physiologischer und lernpsychologischer Gesichtspunkte