Product Design – Bachelor of Arts

> Ausführliche Informationen auf der Website Industrial Design

Der Bachelorstudiengang Product Design an der Folkwang Universität der Künste ist ein künstlerisch geprägtes Studium das weit über die bloße Formgebung von Konsumgütern und Gebrauchsgegenständen hinausgeht. Er versteht Gestaltung nicht als das bloße Lösen vorgegebener Aufgaben, sondern als offene, forschende Praxis: als Denken, Experimentieren und Handeln im Spannungsfeld von Kunst, Design, Technologie und Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch, Objekt und Raum – und mit der Frage, wie Dinge unser Zusammenleben, unsere Wahrnehmung und unsere kulturellen Praktiken prägen.

Das Studium begleitet die Studierenden auf dem Weg zu einer eigenständigen künstlerisch-gestalterischen Haltung. Dabei geht es nicht nur um formale oder technische Kompetenzen, sondern auch um Verantwortung: gegenüber ökologischen, technologischen und sozialen Herausforderungen der Gegenwart. Gestaltung wird als kritische Praxis verstanden, die bestehende Konventionen hinterfragt, neue Perspektiven eröffnet und Selbstverständlichkeiten zur Diskussion stellt. Experimentelles Arbeiten und ergebnisoffene Prozesse sind dabei ausdrücklich erwünscht. Das Scheitern im gestalterischen Prozess gilt nicht als Mangel, sondern kann als wichtiger Bestandteil des Lernens und der künstlerischen Erkenntnis genutzt werden.

Die achtsemestrige Studienstruktur ist bewusst großzügig angelegt. Sie schafft Raum für individuelle, nicht-lineare Entwicklungsprozesse und ist projektorientiert aufgebaut – mit aufeinander aufbauenden Erfahrungsstufen. Innerhalb dieses Rahmens gestalten die Studierenden ihren Studienverlauf eigenständig: Sie können breit angelegte, generalistische Zugänge verfolgen oder gezielt Schwerpunkte setzen, etwa in materialbezogenen, technologischen, interaktiven oder gesellschaftlichen Fragestellungen. Zentrale Lehrbereiche sind unter anderem Material und Design, Design for Interaction and Inquiry, Experimentelle Gestaltung, Design by Technology, Society in Motion sowie Form und Kontext.

Ein prägendes Merkmal des Studiengangs ist seine transdisziplinäre Offenheit. Durch enge Verbindungen zu benachbarten Studiengängen wie Intermediale Gestaltung und Fotografie sowie durch die Arbeit in den Folkwang LABs erweitern die Studierenden ihre Praxis über klassische Objektgestaltung hinaus. Analoge und digitale Werkzeuge werden dabei gleichwertig genutzt – als Mittel des künstlerischen Ausdrucks ebenso wie als Instrumente der Forschung und Reflexion.
Das Product Design an der Folkwang Universität der Künste positioniert sich bewusst jenseits rein marktorientierter oder affirmativer Gestaltungsansätze. Stattdessen steht eine reflektierte, kritische Gestaltung im Vordergrund, die auch die eigenen Methoden und Fragestellungen immer wieder überprüft. Ziel ist die Entwicklung einer künstlerisch-gestalterischen Autorschaft, die Absolvent*innen dazu befähigt, sich in einer sich wandelnden Berufswelt nicht nur zu behaupten, sondern neue Rollen und Arbeitsfelder an den Schnittstellen von Kunst, Gestaltung, Forschung und Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Durch den 2023 im Fachbereich entstandenen „Space for Sustainability by Design”, mit dem die Hochschule vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz als „Innovative Hochschule” ausgezeichnet wurde und gefördert wird, liegt ein Schwerpunkt der Lehre und Forschung im Bereich Nachhaltigkeit durch ressourcenschonende und zirkuläre Gestaltung. (Website: https://sbyd.space  / Instagram: @sbyd.space)

 

Künstlerisches Kernfach A

Das Künstlerische Kernfach A ist der Einstieg in das Studium und zugleich ein offenes Experimentierfeld. Hier beginnt das Denken mit den Händen: Studierende arbeiten mit Papier, Holz, Gips, Clay, digitalen Werkzeugen und ersten Technologien, um Form, Material, Raum und Bedeutung zu erforschen. In dreidimensionalen Studien, künstlerischen Experimenten und Grundlagenprojekten lernen sie, wie Ideen aus dem Machen entstehen. Analoge und digitale Prozesse greifen ineinander, Skizzen werden zu Modellen, Experimente zu Fragestellungen. Dabei geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um das Entwickeln einer eigenen Haltung: Wie möchte ich gestalten? Welche Methoden liegen mir? Das Modul legt den Grundstein für eigenständiges Denken, Neugier und die Freude am Entwerfen als forschendem Prozess.
Künstlerisches Atelierprojekt B

Das Künstlerische Atelierprojekt B eröffnet einen erweiterten Raum für eigenständige, forschende Gestaltung. Aufbauend auf den Erfahrungen aus den Grundlagen- und Kernfachmodulen arbeiten Studierende an offen formulierten oder selbst entwickelten Fragestellungen. Im Mittelpunkt steht das Projekt als Prozess: Recherche, Experiment, Entwurf und Umsetzung greifen ineinander und entwickeln sich im kontinuierlichen Austausch mit Lehrenden und Kommiliton*innen.

Ob Materialstudien, interaktive Szenarien, gesellschaftliche Fragestellungen, technologische Experimente oder kontextbezogene Entwürfe – das Atelierprojekt lädt dazu ein, unterschiedliche gestalterische Perspektiven auszuprobieren und zu verbinden. Studierende lernen, künstlerische Forschung als Erkenntnismittel zu begreifen und ihre Arbeit als Teil eines größeren Diskurses zu verstehen. Präsentationen, Ausstellungen und Reflexionen machen den eigenen Prozess sichtbar und stärken die Fähigkeit, Position zu beziehen.
Künstlerisches Entwicklungsprojekt B / Folkwang LAB

Das Künstlerische Entwicklungsprojekt B ist die intensivste Projektphase im Bachelorstudium. Hier arbeiten Studierende über einen längeren Zeitraum an einer selbst gewählten, vertieften Fragestellung, die aus vorherigen Projekten oder einem eigenen Erkenntnisinteresse hervorgeht. Das Projekt verlangt ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Ausdauer und konzeptioneller Klarheit.

Theorie, Recherche, Experiment und Umsetzung werden bewusst miteinander verschränkt. Studierende entwickeln individuelle Strategien, setzen sich kritisch mit Kontext, Wirkung und Verantwortung ihrer Gestaltung auseinander und übersetzen komplexe Inhalte in präzise, ausdrucksstarke Ergebnisse. Das Entwicklungsprojekt schafft Raum für spekulative, forschende oder gesellschaftlich relevante Arbeiten und bereitet gezielt auf das studienabschließende Projekt vor – sowohl inhaltlich als auch methodisch.

Das Folkwang LAB ist ein offener, experimenteller Raum für interdisziplinäre Zusammenarbeit. Hier treffen Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen, Fachkulturen und Perspektiven aufeinander, um gemeinsam an Fragestellungen zu arbeiten, die über die Grenzen einzelner Disziplinen hinausgehen. Gestaltung, Kunst, Technologie, Theorie und Praxis verschränken sich zu neuen Arbeitsformen.
Fachwissen und Anwendung A

Im Modul Fachwissen und Anwendung A erschließen sich Studierende die Welt des digitalen Entwerfens. Sie lernen, eigene Ideen in 3D zu übersetzen, digitale Modelle zu entwickeln und diese gezielt für Entwurf, Analyse und Präsentation einzusetzen.
Von einfachen Geometrien bis zu komplexeren Formen werden CAD-Werkzeuge als kreative Mittel verstanden – nicht als Selbstzweck. Skizzen, Modelle und digitale Daten stehen in ständigem Austausch. Das Modul vermittelt Sicherheit im Umgang mit Software und schafft die Grundlage für digitale Fertigung, parametrisches Denken und technologisch gestützte Gestaltung.
Fachwissen und Anwendung B

Im Modul Fachwissen und Anwendung B wird Gestaltung praktisch vertieft. Die Werkstätten werden zu zentralen Lernorten, in denen Studierende handwerkliche, mechanische und digitale Verfahren eigenständig anwenden und weiterentwickeln.
Nach einer fundierten Einführung in die Werkstätten steht das experimentelle Arbeiten im Vordergrund: Materialien werden getestet, Werkzeuge kombiniert, Prozesse hinterfragt. Ergänzende fachspezifische Vertiefungen ermöglichen es, individuelle Interessen gezielt auszubauen. Das Modul stärkt die Verbindung von Entwurf und Umsetzung und fördert das selbstständige Arbeiten an eigenen Projekten.
Wissenschaften A

Das Modul Wissenschaften A führt in das wissenschaftliche Denken ein und verbindet Theorie mit gestalterischer Praxis. Studierende lernen zentrale Positionen der Design-, Kunst- und Fotogeschichte kennen und setzen sich mit unterschiedlichen Interpretations- und Analysemethoden auseinander.
Texte lesen, diskutieren und schreiben wird hier als aktiver Teil des Gestaltungsprozesses verstanden. Das Modul stärkt die Fähigkeit, eigene Arbeiten theoretisch zu reflektieren und in größere historische und kulturelle Zusammenhänge einzuordnen.
Wissenschaften B

Wissenschaften B erweitert den theoretischen Horizont deutlich. Studierende arbeiten mit designwissenschaftlichen, kultur- und gesellschaftstheoretischen sowie philosophischen Ansätzen. Sie analysieren Texte, entwickeln eigene Fragestellungen und lernen, komplexe Zusammenhänge präzise zu formulieren.
Gestaltung wird hier als kulturelle Praxis verstanden, die in historische, soziale und politische Kontexte eingebettet ist. Das Modul fördert kritisches Denken, sprachliche Präzision und die Fähigkeit, Gestaltung argumentativ zu vertreten.
Basisfach A

Dieses Modul vermittelt das grundlegende Handwerkszeug des Product Designs. Im Zeichnen lernen Studierende, Ideen schnell, präzise und ausdrucksstark zu visualisieren – von freien Skizzen bis zu konstruktiven Zeichnungen und Schnitten. Zeichnen wird dabei als Denkwerkzeug verstanden, nicht als reine Darstellungstechnik.
Im Bereich Material und Fertigung erwerben Studierende ein grundlegendes Verständnis für Werkstoffe und Herstellungsverfahren. Sie lernen, Materialien nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch zu begreifen: Wie fühlt sich ein Material an? Wie verändert ein Fertigungsprozess die Form? Dieses Wissen bildet die Grundlage für verantwortungsvolle, realisierbare und zugleich experimentelle Entwürfe.
Basisfach B

Dieses Modul öffnet den Blick auf aktuelle und zukünftige Themen des Designs. Studierende setzen sich mit gesellschaftlichen, technologischen und kulturellen Fragestellungen auseinander – etwa Nachhaltigkeit, Transformation, neue Technologien oder experimentelle Materialien.
In frei wählbaren Lehrangeboten verbinden sich Theorie, Analyse und gestalterische Anwendung. Studierende lernen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, Positionen zu entwickeln und gestalterisch darauf zu reagieren. Das Modul unterstützt die Ausbildung einer eigenständigen Arbeitsweise und fördert das Bewusstsein für Design als verantwortungsvolle gesellschaftliche Praxis.
Expose

Im Modul Exposé entwickeln Studierende die konzeptionelle Grundlage für ihr Abschlussprojekt. Sie formulieren eine eigene Fragestellung, recherchieren relevante Kontexte und planen ihren Projektprozess.
Das Modul stärkt die Fähigkeit, komplexe Vorhaben klar zu strukturieren, Argumente überzeugend darzustellen und eine eigene Position sichtbar zu machen – eine zentrale Vorbereitung auf das Abschlussprojekt.
Optionale Studien

Die Optionalen Studien eröffnen Raum für persönliche Erweiterungen jenseits des Kerncurriculums. Studierende können hier neue Perspektiven gewinnen – etwa durch Sprachkurse, Medienkompetenzen, interdisziplinäre Angebote oder praxisbezogene Qualifikationen.
Das Modul unterstützt die individuelle Profilbildung und fördert Fähigkeiten, die für das spätere Berufsleben ebenso wichtig sind wie für gesellschaftliches Engagement: Kommunikation, Reflexion, Selbstorganisation und Offenheit für neue Kontexte.
B.A.-Projekt

Das Studienabschließende Modul bündelt die im Studium entwickelten Kompetenzen in einem eigenständigen Projekt. Studierende realisieren ein umfassendes künstlerisch-gestalterisches Vorhaben, das ihre Haltung, Methodik und Reflexionsfähigkeit sichtbar macht.
Experiment, Recherche, Entwurf und Präsentation verbinden sich zu einem individuellen Abschluss, der den Übergang in eine professionelle Praxis oder ein weiterführendes Studium markiert. Das Abschlussprojekt ist Ausdruck der eigenen Entwicklung – und ein selbstbewusster Schritt nach außen.
Präsentation

Präsentation des Abschlussprojektes
Thesis

Die Thesis bildet den theoretisch-reflexiven Kern des Abschlusses. Sie begleitet das B.A. Projekt und vertieft dessen Fragestellung aus einer wissenschaftlichen, theoretischen oder forschenden Perspektive. Studierende entwickeln eine eigene Argumentation, setzen sich mit relevanter Literatur, historischen Positionen und aktuellen Diskursen auseinander und bringen Theorie und Gestaltung in einen produktiven Dialog.

Die Thesis ist kein isolierter Text, sondern Teil des gestalterischen Denkens. Sie schärft Begriffe, präzisiert Annahmen und ermöglicht eine bewusste Verortung der eigenen Arbeit im kulturellen, gesellschaftlichen und gestalterischen Kontext. Studierende lernen, komplexe Inhalte klar zu formulieren und ihre Position schriftlich überzeugend zu vertreten.
Dokumentation

Jour Fix