Folkwang

Campus Essen-Werden

Campus Essen-Werden

Alte Abtei - Hauptgebäude

Studieren an der Folkwang Universität der Künste bedeutet studieren an einem besonderen Ort: in denkmalgeschützten Gebäuden, Jahrhunderte und Jahrtausende alt, mitten im Ruhrgebiet. Das gilt besonders für den Campus Essen-Werden. Der Hauptsitz der Hochschule residiert im barocken Gebäude der Benediktiner Abtei, deren Grundmauern bis auf das Jahr 799 n. Chr. zurückgehen. Hier, im idyllisch gelegenen Ruhrtal im Essener Süden, werden Instrumentalausbildung, Komposition, Kirchenmusik, Gesang, Dirigieren, Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Lehramt, Tanz, Choreographie, Kinetographie-Laban, Schauspiel, Schauspiel-Regie und Physical Theatre (vormals Pantomime) unterrichtet. Promotionen sind ebenfalls möglich.

Auch die anderen Werdener Gebäude stehen alle unter Denkmalschutz. So die Weiße Mühle, in der die Musicals beheimatet sind. Die JazzerInnen und das Institut für Computermusik und Elektronische Medien (icem) sind am Wesselswerth untergebracht – fünf Minuten von der historischen Abtei entfernt. Hier befinden sich auch hochmoderne Aufnahmestudios, vergleichbare gibt es bislang an keiner deutschen Musikhochschule.

Als neuestes Gebäude wurde Ende 2008 mit großzügiger Förderung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung mit einem exklusiven Bibliotheksneubau begonnen, die, wenn sie im September 2012 eröffnet wird, die neue musikwissenschaftliche Bibliothek ist, die bundesweit über einen der größten
musikwissenschaftlichen Bestände verfügt.

Die Hochschule ist eine beliebte Location, unter anderem aus dem Film „Kleine Haie“ bekannt. Von der Essener Innenstadt aus ist sie per S-Bahn in zehn Minuten zu erreichen.

Die lebendige Geschichte der Benediktiner-Abtei:

Das barocke Hauptgebäude der Folkwang Universität der Künste ist ein Baudenkmal. Mit vielen sichtbaren Zeichen aus verschiedensten Zeiten und Epochen. Die Geschichte der Mauern ist so lebendig wie die Schule selbst. Und jeden Tag wird diese spannende Geschichte ein Stückchen weiter geschrieben.

Die berühmte Ansicht unseres heutigen Hauptgebäudes stammt aus dem Barock. Aber die eigentliche Geschichte beginnt schon viel früher:

799 gründete der heilige Ludgerus die Siedlung Werden. Im Mittelpunkt stand von Anfang an die Benediktiner-Abtei; in der Krypta liegen übrigens immer noch Ludgeris Gebeine. Um diese Zeit muss auch die Grundsteinlegung der Abteikirche stattgefunden haben.

Zweimal ist sie ausgebrannt, zweimal größer und schöner wieder aufgebaut. Ob das nun Schicksal war oder vielleicht ein moderner „warmer Abbruch“, es bleibt Raum für Spekulationen. Und vor allem blieben Reste verschiedenster Baustile: karolinigsche Elemente in der Krypta, romanische Fensterbögen und der restaurierte mittelalterliche Kreuzgang mit deutlicher Spätgotik von etwa 1100.

Zwischen 1750 und 1800 entstand dann die Barockresidenz – unser Hauptgebäude. Der Fürstabt setzte damit ein deutliches Zeichen im Stil des Absolutismus. Als Ausdruck landesherrlicher Macht baute er sich einen Wohnsitz, der genauso hoch war, wie die Kirche. Offensichtlich hatte er keine Lust mehr, sich unterzuordnen.

Aber auch seine Tage waren gezählt. Kurz nach Fertigstellung des Torhauses – im Stil des Rokoko und mit einer Faunsmaske über dem Hauptportal (Bild), die aller Welt die Zunge rausstreckt - passierte etwas Einschneidendes: die Säkularisation.

Das war das Ende der Abtei. 1803 mussten auf Beschluss von Napoleon alle Mönche das Haus verlassen.

Von der Abtei zum Gefängnis.

Zum Glück hatten die Franzosen zu diesem Zeitpunkt schon neue Pläne.

Während anderenorts Abteibauten komplett abgerissen wurden, blieb unserer verschont und wurde zu einem Gefängnis umgebaut.

Als die Preußen die Franzosen in Werden beerbten – Napoleon war geschlagen – kam ihnen so ein Zuchthaus gerade recht. Sie behielten es und bauten an. Der Preußenflügel, ein Zweckbau des 19. Jahrhunderts entstand. Die Meierei dagegen (ehemaliges Wirtschaftsgebäude) wurde an drei Tuchfabrikanten erbverpachtet. Und so entstand die erste Werdener Tuchfabrikation; übrigens in unserer heutigen Mensa und den Räumen von Schauspiel und Physical Theatre. – Die „Neue Aula“ diente dabei als Lager.

Von 1811 bis 1928 wurde die mittlerweile geschlossene Anlage (ursprünglich gab es zwei Preußenflügel) als Strafanstalt genutzt; bis 1839 „für beide Geschlechter“. Bis zu 700 Gefangene mussten hier Schnitzen, Schneidern, Schustern und Schlossern.

Im Zweiten Weltkrieg dienten die mittlerweile leeren und arg strapazierten Räume der Kriegsmarine als Seeberufsschule. Schwere Bombenschäden (FOTOS) kamen hinzu, und dann kamen wir.

Folkwang bezieht die ehrwürdigen Mauern.

1946 bezog die Folkwangschule die Abtei. Vorher war in der Friedrichstraße unterrichtet worden.

Studenten füllten die alten Mauern mit neuem Leben und lernten hier „Musik, Tanz und Sprechen“. Ab 1948 folgte die „Folkwang Werkkunstschule“ mit dem gesamten gestalterischen Zweig von Fotografie, Bildhauerei, Bühnenbild bis zu Industriedesign, Grafik und vielen weiteren Disziplinen, die ihre Werkstätten und Räumlichkeiten nun gemeinsam mit den anderen Folkwangkünsten unter einem Dach hatten. Nach und nach wurde renoviert. Besonders in den 80er Jahren sollten Umbauten die alte Substanz wieder herstellen.

Aus der Gefängniszeit ist nur noch die ehemalige Zuchthauskapelle erhalten, das Pina Bausch Theater (bis Oktober 2009 "Alte Aula")

Seit 2003 steht der gesamte Folkwang-Abtei-Gebäudekomplex in einem kontinuierlichen Bau- und Renovierungsprozess, der vermutlich bis 2012 andauern wird. Parallel wird auf dem Werdener Campus auch ein exklusiver Bibliotheksneubau errichtet, der uns Räumlichkeiten für „die musikwissenschaftliche Bibliothek des Ruhrgebiets“ bescheren wird. Voraussichtliche Fertigstellung 2010.

Maiken-Ilke Groß / September 2008

Wesselswerth

Wesselswerth 23 (Jazz, Tonstudio, Studio für audiovisuelle Medien)

5 Minuten vom Hauptgebäude der Folkwang Universität der Künste entfernt befinden sich das im Jahre 2002 eröffnete hochmoderne Tonaufnahmestudio, das Studio für audiovisuelle Medien sowie die Proberäume des Studiengangs Jazz. Neueste Technik und ein ungewöhnlich großer Aufnahmeraum (90m²) bieten den Studierenden optimale Möglichkeiten zur Produktion mit Jazz- und Neue Musik-Ensembles, traditioneller Kammermusik, Big Band und Kammerorchester.
Vom Haupteingang der Folkwang Universität der Künste, Klemensborn, biegen Sie rechts ab in die Bungertstraße, dann links in die Straße „Wesselswerth“. Die Hausnummer 23 befindet sich nach wenigen Metern auf der linken Seite.

Weiße Mühle

(Hardenbergufer 59)

Direkt an der Ruhr, und nur wenige Minuten vom Hauptgebäude der Folkwang Universität der Künste entfernt, liegt die im Jahre 2003 feierlich eröffnete Weiße Mühle . Nach einer aufwändigen Restaurierung des historischen Gebäudes befinden sich in der ehemaligen Getreide-Mühle nun die Unterrichtsräume des Studiengangs Musical .
Sie erreichen die Weiße Mühle, indem Sie von der Folkwang Universität der Künste aus die Brückstraße überqueren, in die Heckstraße abbiegen, und dann immer geradeaus gehen bis zur Straße „Hardenbergufer“.