Les Dialogues des Carmélites

Folkwang Opernpremiere 2012

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Aus der Pressemitteilung

Die Folkwang Opernpremiere 2012 findet am Donnerstag, 13. Dezember 2012, um 19.30 Uhr in der Neuen Aula statt. Gespielt wird Francis Poulencs eindrucksvolles Stück „Les Dialogues des Carmélites“ (UA Mailand 1957). Mitwirkende sind Folkwang Studierende aus allen Gesangsklassen und Orchesterstudierende. Für die Regie konnte als Gast Georg Rootering gewonnen werden. Rootering ist als freischaffender Regisseur für Musiktheater und Schauspiel europaweit tätig.

Das gesamte Stück wird in französischer Sprache aufgeführt und mit deutschen Übertiteln versehen. „An deutschen Bühnen werden immer mehr Produktionen in französischer Sprache inszeniert. Umso wichtiger ist diese Erfahrung für unsere Studierenden“, so Folkwang Professor und musikalischer Leiter Xaver Poncette. Doch nicht nur die Sprache macht die diesjährige Produktion besonders anspruchsvoll. „Bei den Karmeliterinnen handelt es sich um eine der größten Opern, die wir an Folkwang je umgesetzt haben. Der Orchestergraben wird bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Zudem sind alle Rollen einfach besetzt, das heißt, die Studierenden spielen alle vier Vorstellungen. Das erfordert sehr viel Konzentration und Kondition“, erklärt Poncette.

Jedes Jahr im Dezember erarbeiten Folkwang Studierende aus den Studiengängen Gesang|Musiktheater und Orchester eine Opernproduktion. „Les Dialogues des Carmélites“ ist nach „Mann und Weib und Weib und Mann“ (2009) und „Macht macht Angst“ (2011) Rooterings dritte Regiearbeit an Folkwang.
Die Dialoge der Karmeliterinnen erzählen von Glaube und Revolution, aber auch von quälender Lebensangst, Einsamkeit und innerer Überwindung. „Es geht um Furcht, Selbstfindung und darum, dem Alltag zu entfliehen – das alles sind Punkte, die das Stück extrem heutig machen“, führt Rootering aus. „Wir arbeiten mit einer stilisierten Bühne. Rollbare Wände ermöglichen es uns immer wieder unterschiedliche Räume zu schaffen, gleichzeitig lassen wir den Zuschauerinnen und Zuschauern dadurch Raum für eine eigene Interpretation des Stoffs.
So sind auch die Kutten der Karmeliterinnen nicht an das historische Vorbild angelehnt, sondern eher neutral und damit zeitlos gehalten.“
Das Bühnenbild wird in diesem Jahr um eine Videoinstallation erweitert. In Kooperation mit dem Folkwang Institut für Computermusik und elektronische Medien (ICEM) wurden Bilder entwickelt, die die Stimmung auf der Bühne abstrakt wiedergeben. Für Bühnenbild und Videoprojektion zeichnet Lukas Noll verantwortlich.

Zum Stück:
„Les Dialogues des Carmélites“ (Dialoge der Karmeliterinnen) ist eine Oper in drei Akten aus dem Jahr 1956 von Francis Poulenc, die er als Auftragswerk für die Mailänder Scala komponierte. Das Libretto beruht auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Georges Bernanos.

Die junge Blanche de la Force, von Geburt an von Panikattacken verfolgt, flieht in die Abgeschiedenheit eines Klosters, wo sie hofft, ihre quälende Lebensangst zu überwinden. Der Eintritt in den Orden der Karmeliterinnen und die Gespräche mit den Mitschwestern stärken sie und ihren Glauben, doch die Angst bleibt. Die Französische Revolution macht auch vor Klostermauern nicht halt und verbietet den Nonnen die Ausübung ihrer Ordensregeln. Diese stellen sich dagegen, nehmen dafür den Märtyrertod in Kauf. Einzig Blanche nicht – sie flieht wieder, aus Todesangst. Die Standhaftigkeit, mit welcher die Schwestern ihr Martyrium antreten, errettet Blanche von ihrer Angst. Furchtlos folgt sie ihnen aufs Schafott.
(Quelle: www.bayerische.staatsoper.de)

 

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