Grußwort

Prof. Dr. Heinz Barentzen, Stiftungsgründer (†)

"Stifter müssen zwangsläufig geborene Optimisten sein, denn sie besitzen – abgesehen von großer Zuneigung zu dem geförderten Personenkreis – ein starkes Vertrauen in die dauerhafte ökonomische und politische Stabilität nicht nur ihres Landes, sondern auch des gemeinsamen Europäischen Hauses.

Optimismus ist auch für mich, einen seit 2005 pensionierten, aber noch immer in der Grundlagenforschung tätigen Physiker, ein wichtiges Lebensgefühl. Denn längerfristige Forschungsprojekte wären ohne eine gewisse Stabilität der Lebensverhältnisse kaum möglich. Physik und Kunst, insbesondere die Musik, harmonieren übrigens gut miteinander, wie die Beispiele Max Planck und Albert Einstein zeigen, um nur die bekanntesten zu nennen.

Für ein Engagement als Stifter reicht Optimismus alleine aber nicht aus. Hinzukommen muss vielmehr eine tiefe Verbundenheit mit der Stadt und der Region, in der das geförderte Objekt beheimatet ist. So verwundert es nicht, wenn ich als Ruhrgebiets-Urgewächs und Essener Bürger ziemlich stolz darauf bin, in einer der kulturell aktivsten Regionen Europas zu leben und ich es als Ehre betrachte, mich an einem Juwel von Stadt und Region, der Folkwang Universität der Künste, als Stifter engagieren zu dürfen. Die Folkwang Universität, einst ein Mauerblümchen in einer Schwerindustrie-Landschaft, ist heute nach dem strukturwandel eine der schönsten Rosen in diesem Kulturgarten.

Die „Bürgerschaftliche Stiftung zur Förderung der Folkwang Universität der Künste” soll bewirken, die Strahlkraft dieses Juwels aufrecht zu erhalten – zu unser aller nutz und Frommen. Mit den Mitteln der Stiftung allein ließe sich dieses hohe Ziel jedoch kaum verwirklichen, es sei denn, sie entwickelt sich zum Kristallisationskeim für das Engagement möglichst vieler Mitbürger und Mitbürgerinnen, denen die Folkwang Universität am Herzen liegt. Denn angesichts überschuldeter öffentlicher Kassen müssen wir, die Bürger und Bürgerinnen, das Heft selber in die Hand nehmen und Sorge dafür tragen, dass unsere Region auch in Zukunft eine der attraktivsten Kulturlandschaften Europas bleibt."