Folkwang

Zwei Folkwang Professoren unter den neuen Mitgliedern der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Feierliche Aufnahme von Prof. Matthias Schlothfeldt und Prof. Lorenzo Soulès in Düsseldorf

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste begrüßt elf neue Mitglieder, die sich „durch wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen ausgezeichnet“ haben. Zu ihnen gehören Matthias Schlothfeldt, Komponist, Gitarrist und Professor für Musiktheorie an der Folkwang Universität der Künste, und Lorenzo Soulès, Pianist und Professor für Klavier an der Folkwang Universität der Künste. Beide wurden in die Klasse der Künste der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen. Die feierliche Aufnahme der Neumitglieder erfolgte im Rahmen der traditionellen Jahresfeier am 20. Mai in Düsseldorf.

Prof. Lorenzo Soulès und Prof. Matthias Schlothfeldt | Fotos: AWK/Engel-Albustin

Prof. Lorenzo Soulès (l) und Prof. Matthias Schlothfeldt (r) | Fotos: AWK/Engel-Albustin

 

Matthias Schlothfeldt begann im Alter von 16 Jahren als Jungstudent ein Studium der Gitarre und Komposition an der Musikhochschule Lübeck. Ab 1989 studierte er an der damaligen Folkwang Hochschule Komposition, Musiktheorie und Gitarre. 
Vor dem 2005 erfolgten Antritt seiner heutigen Professur Musiktheorie mit den Schwerpunkten Didaktik, Improvisation und zeitgenössische Musik an der Folkwang Universität der Künste war er als freischaffender Komponist und Lehrbeauftragter an verschiedenen Musikhochschulen tätig.
Als Musiker und Pädagoge will er Schüler*innen dazu ermutigen, selbstständig musikalisch zu handeln. Mit seinem 2009 erschienenen Buch „Komponieren im Unterricht“ hat er die Fachrichtung „Kompositionspädagogik“ an Folkwang mitbegründet. Als Komponist arbeitet er auch praktisch mit Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Projekten – u. a. unterstützt von der Philharmonie Essen, den Bochumer Symphonikern und dem Museum Folkwang.
In seinen eigenen Kompositionen setzt sich Schlothfeldt mit Musikgeschichte und literarischen Texten auseinander. Dabei kooperiert er mit Künstler*innen aus den verschiedensten Sparten. So hat er als einer der Gründungsinitiator*innen der Schlossfabrik in Velbert einen Ort geschaffen, an dem Musik und bildende Künste, Theater und Tanz in einer Vielzahl von Projekten zusammenfinden.
Als Autor musikwissenschaftlicher Texte beschäftigt sich Matthias Schlothfeldt mit der Analyse von Kompositionen, insbesondere von zeitgenössischer Musik. Die Online-Publikation „MusikTexteOnline“ hat er 2024 mitgegründet und arbeitet dort als Redakteur, Lektor und Autor.

 

Lorenzo Soulès, geboren in Lyon, begann im Alter von drei Jahren, Klavier zu spielen. Mit 13 Jahren schloss er sein Klavierstudium am Pariser Konservatorium mit Auszeichnung ab. Als Meisterschüler von Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich studierte er an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. 
Auch die ersten großen internationalen Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten. Die 67. Ausgabe des Concours de Genève gewann Lorenzo Soulès 2012 mit gerade mal 20 Jahren Als einer der jüngsten und zugleich erfolgreichsten Teilnehmer erhielt er alle verfügbaren Preise des renommierten Wettbewerbs. 2022, wurde ihm beim Concours International de piano d‘Orléans, dem wohl bedeutendsten Wettbewerb für Klaviermusik des 20. und 21. Jahrhunderts, der erste Preis verliehen. Auch hier erhielt er zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter den Publikumspreis.
Lorenzo Soulès, der als einer der herausragenden Pianisten seiner Generation gilt, ist regelmäßig bei großen Musikfestivals und bedeutenden Konzertreihen zu Gast. Er spielt sowohl klassische als auch neue und neuste Musik. Gleichzeitig ist der renommierte Musiker auch seit vielen Jahren in der Lehre und Musikvermittlung aktiv. Nach Lehrtätigkeiten an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und der Hochschule für Künste Bremen trat er im Oktober 2025 seine aktuelle Position als Professor für Klavier mit dem Schwerpunkt zeitgenössische Musik an der Folkwang Universität der Künste an.  
Ein Herzensprojekt ist für den Ausnahmemusiker die Education-Arbeit des Klavier-Festivals Ruhr. Hier engagiert er sich seit mehr als zehn Jahren für Kinder und Jugendliche, die keinen selbstverständlichen Zugang zu klassischer Musik und kultureller Bildung haben. Er gibt Workshops, spielt in Schulen und wirkt bei den bewegenden Konzertaufritten im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr mit.

 

Zur Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
Die Akademie wurde 1970 gegründet. Zusätzlich zu den Wissenschaften integriert sie als einzige deutsche Wissenschaftsakademie seit 2008 auch die Künste als eigenständige Klasse unter ihrem Dach. Aufgenommen werden ausschließlich exzellente Forschende und Kunstschaffende, die sich, wie es die Satzung der Akademie verlangt, „durch wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen ausgezeichnet“ haben. Die Mitglieder pflegen den wissenschaftlichen Dialog untereinander ebenso wie den Austausch mit Forschungs- und Kultureinrichtungen im In- und Ausland. Derzeit hat die Akademie 406 Mitglieder, 285 ordentliche (mit Dienstort in NRW) und 121 korrespondierende.

 

Weitere Informationen zur Aufnahme der neuen Mitglieder 2026 finden Sie unter www.awk.nrw

 

 

 

Groß / 21. Mai 2026