Folkwang

Artist Diploma Schauspiel mit acht Inszenierungen

Abschlusspräsentation des 4. Jahrgangs Schauspiel der Folkwang Universität der Künste

Vorstellungen vom 12. bis 15. Februar, jeweils um 19.00 Uhr in der Black Box im Folkwang Theaterzentrum am Campus Bochum

Zwölf Schauspiel Studierende der Folkwang Universität der Künste schließen ihr Studium dieses Wintersemester mit dem Artist Diploma ab. Für ihre Examensarbeiten haben die jungen Theaterkünstlerinnen und Theaterkünstler eigenverantwortlich acht individuelle Stücke entwickelt.

Gestaltung: Dario Kraus

Gestaltung: Dario Kraus

 

Diese präsentieren sie der interessierten Öffentlichkeit bei freiem Eintritt vom 12. bis 15. Februar auf der Bühne der Black Box im Folkwang Theaterzentrum am Campus Bochum. Die Bandbreite reicht vom surrealen Dreipersonenstück bis hin zum experimentellen Monodrama. Als beratende Mentoren standen ihnen die Folkwang Professoren Prof. Noam Meiri und Prof. Gerold Theobalt zur Seite.

Aufgrund der großen Vielzahl an Eigenarbeiten wurden die Artist Diploma Arbeiten in zwei Teile gegliedert. Die vier Inszenierungen des ersten Teils sind am 12. und 15. Februar jeweils um 19.00 Uhr in der Black Box zu sehen.
In „A most dangerous time“ stehen Ansgar Sauren und Max Poerting auf der Bühne. Im Anschluss folgt mit „Draußen“ ein Solostück von und mit Julian Bloedorn. In „Dahoam is“ widmen sich Klara Eham und Matthias Boguth (a. G.) der Frage, was der Begriff „Heimat“ eigentlich bedeutet. Und mit „Kisobran – 2019“ zeigt Slavko Popadic seine Arbeit über Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann, der 1944 im KZ Neuengamme ermordet wurde.

Teil zwei der Abschlussarbeiten wird am 13. und 14. Februar, jeweils um 19.00 Uhr in der Black Box gezeigt. Den Auftakt machen „Wenn’s so recht schwarz wird um mich herum“ von und mit Alicja Rosinski, Vera Schmidtke und Philipp Steinheuser sowie „At, AT, aT – eine Versuchsanordnung“ von Jonny Hoff und Ferdinand Nowitzky (a. G.). Jojo Rösler und Massiamy Diaby setzen sich in „Vom Schöpfen, Scheitern und Schimmern“ mit dem drohenden Weltuntergang auseinander, gefolgt von Nairi Hadodos „To Preserve, To Protect, To Pop A Bottle Of Moët”, eine Hommage an vier Frauen.

In den Pausen besteht Gelegenheit, bei Snacks und Wein mit den Studierenden und ihren Dozent*innen ins Gespräch kommen.

Die Stücke im Überblick:

A most dangerous time (Ansgar Sauren & Max Poerting)

Zwei Fremde begegnen sich auf einem Bahnsteig – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, eines epischen Abenteuers oder eines Höllentrips? Schon bald stecken sie mitten drin in den Irrungen und Wirrungen die das Leben – und das Leben danach – für alle Mutigen bereithält.

Draußen (Julian Bloedorn)

Ein Clown mit Gitarre betritt die Bühne, setzt sich und singt „Where did you sleep last night?“ von Nirvana – mit verdrehten Wörtern. Im Laufe des Stücks wird der Clown noch mit weiteren musikalischen Impulsen interagieren, mal ein Lied pantomimisch darstellen, mal ohne Rücksicht auf den Takt tanzen.

Dahoam ist - (Klara Eham & Matthias Boguth, a. G.)

Eine junge Frau erwacht im Wald und weiß nicht genau, wie sie dorthin gekommen ist und wohin ihre Reise weitergehen wird: nach Hause? Doch was und wo ist das eigentlich? Klara Eham begibt sich mit musikalischer Unterstützung von Matthias Boguth auf eine Reise in den Wald und stellt sich die Frage, was dieser Begriff „Heimat“ eigentlich bedeutet.

Kisobran – 2019 (Slavko Popadic)

Ein Kurzfilm, inspiriert durch die Geschichte von Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann (*27.12.1907 in Wilsche bei Gifhorn, gestorben 1944 im KZ Neuengamme) und von dem Film „Zigeunerboxer“ von Rike Reiniger.

Wenn’s so recht schwarz wird um mich herum“
(Alicja Rosinski, Vera Schmidtke & Philipp Steinheuser)


Drei Menschen im Irgendwo, ein Wohnzimmer, ein Kaffeekränzchen und scheinbar jede Menge Zeit. Wenn nichts mehr muss, kann alles. Mit größter Sorgfalt und endloser Geduld erforschen die drei Menschen die Sinnlosigkeit des Seins. „Wenn’s so recht schwarz wird um mich herum“ ist unser Versuch einer surreal naiven Betrachtung des Lebens und des Lebens danach.

At, AT, aT – eine Versuchsanordnung (Jonny Hoff & Ferdinand Nowitzky, a. G.)


Ein Stück, das sich mit der übergeordneten Frage „Was hält unsere Liebe aus?“ auseinandersetzt. Wer folgt wem? Wer hört wen? Hören wir uns überhaupt noch zu? Was passiert, wenn sich alles beginnt im Kreis zu drehen? Ich werde geliebt, also bin ich?

Vom Schöpfen, Scheitern und Schimmern (Jojo Rösler & Massiamy Diaby)

Zwei Forscherinnen nehmen in ihrem Labor das Menschsein unter die Lupe. Mit Tomaten in der Hand, wummernden Bässen im Ohr und vielen Seifenblasen stürzen sie sich in den Kampf, den Weltuntergang aufzuhalten. Eine Stückentwicklung über das Jetzt, über Stagnation, Überforderung und die niemals endende Suche nach dem richtigen Weg.

To Preserve, To Protect, To Pop A Bottle Of Moët (Nairi Haidodo)

Ein Abend über vier Frauen, die einander Familie sind. „In einem neo-liberalen, post-feministischen Wertesystem widme ich diese Liebeserklärung an das ebenso subversive wie verblendende Moment der popkulturellen Bebilderung der starken, unabhängigen bad bitch meinen girls mit vernachlässigten inneren Kindern voller Wut im Bauch“, so Nairi Haidodo.

 

Kristina Schulze / 05. Februar 2020