Folkwang

Personalia zum Somersemester 2006 an Folkwang

Drei neue Professoren und ein Gast

 

Auch das Sommersemester 2006 startet wieder mit vielen neuen Gesichtern an der Folkwang Hochschule. Neben 42 neuen Studierenden begrüßen wir auch drei neue Professoren, die mit Wirkung zum 3. April an die Folkwang Hochschule berufen wurden:

Malte Refardt _ Professor (halbe W2) für Fagott
Der gebürtige Hamburger Refardt (32) ist an Folkwang kein Unbekannter. Hat er doch bereits seit Oktober 2003 im Lehrauftrag Fagott an unserer Hochschule unterrichtet und in den Jahren 1995 bis 1997 dieses Instrument auch an Folkwang studiert. Seinem Lehrer Dag Jensen folgte er dann 1997 an die Hochschule für Musik und Theater Hannover, wo er 2000 sein Diplom machte. Es schlossen sich Aufbaustudien an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ (Weimar) und der Hochschule für Musik Köln bei Georg Klütsch an, die er im April 2004 mit dem Konzertexamen beendete.
Künstlerisch tätig war Malte Refardt unter anderem für das Ensemble Modern, das Orchester des Schleswig-Holstein Musik Festivals, beim SWR Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart, den Bamberger Symphonikern, der Kölner Philharmonie, den Essener Philharmonikern, dem WDR Sinfonieorchester und als Solofagottist im Bayerischen Staatsorchester München (2001/02) sowie der NDR Radiophilharmonie Hannover (seit 2002). Dabei traf er auf herausragende Dirigenten wie Philippe Herreweghe, Helmut Rilling, Claudio Abbado, Pierre Boulez, Kent Nagano und André Previn. Seit 2003 folgt er regelmäßig Einladungen als Solofagottist zum Saito Kinen Orchestra Japan, konzertiert mit dem „Trio di Legno“ und spielt sowie produziert international mit Künstlerpersönlichkeiten wie Eduard Brunner und dem Auryn-Quartett.

Wolfgang Millgramm _ Professor (W3) für Gesang im Studiengang Musiktheater/Gesang
Der Tenor Wolfgang Millgramm (52) wurde im Ostseebad Kühlungsborn geboren und studierte an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin. Seine Karriere begann nach eigenen Angaben 1984 im lyrischen Tenorfach an der Staatsoper Unter den Linden (Berlin), an der er bereits ein Jahr vor Beendigung seines Studiums engagiert wurde. 1985 schloss er sein Studium mit einem Diplom für Gesang und Gesangspädagogik ab. 1990 wurde Millgramm für seine künstlerischen Verdienste an der Staatsoper zum Kammersänger ernannt. Es folgte ein langsamer Übergang in das dramatische Fach und eine Karriere als Heldentenor, die ihn zunächst ans Opernhaus Nürnberg (1992 bis 1994) brachte und ab 1995 mit einem Festengagement an das Theater Dortmund. Gastspiele führten ihn nach Modena, Ferrara, Madrid, an die Deutsche Oper am Rhein, ins Amsterdamer Concertgebouw, nach Hong Kong, Tokyo, Russland, Österreich, Frankreich, in die Schweiz und nach Triest. 2002 sang er zum ersten Mal Tannhäuser bei den Bayreuther Festspielen, in der Saison 2003/2004 den Tristan am Königlichen Opernhaus in Stockholm (eine CD dieser Produktion ist bei Naxos erschienen). In der Spielzeit 2004/2005 folgten neben vielen weiteren Auftritten der Florestan (Fidelio) an der Oper Rom sowie an der New Israeli Opera in Tel Aviv. Für das Jahr 2007 hat Milgramm eine Einladung als Tannhäuser zu den Bayreuther Festspielen und wird sein Debüt als Bacchus in „Ariadne auf Naxos“ am Grand Théatre de Genéve geben. Auch im konzertanten Bereich ist Millgramm sehr engagiert. In seiner nationalen und internationalen Arbeit traf er auf große Dirigenten wie Oleg Caitani, Friedrich Haider, Michael Halász, Jiri Kout, Wolfgang Rennert, Stefan Soltesz und Hans Wallat.

Dr. Norbert Abels _ Professor (halbe W3) für Operndramaturgie im Studiengang Musiktheater/Gesang
Norbert Abels (53) studierte Literaturwissenschaft, Philosophie, Musikwissenschaft und Judaistik und war nach seiner Promotion zwölf Jahre (1981 – 1993) Lehrbeauftragter im Fach Theaterwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Seit 1981 ist er Literaturdozent an den Schulen des Deutschen Buchhandels.
Seit 1994 ist Abels an den Städtischen Bühnen Frankfurt angestellt; seit 1998 als Chefdramaturg der Oper Frankfurt. Parallel war er in dieser Zeit auch am Hessischen Staatstheater Wiesbaden als Produktionsdramaturg für Oper und Schauspiel und in den Jahren 1997 und 98 als Leitender Dramaturg tätig. Seit 2002 hat Abels außerdem einen Lehrauftrag für Literatur-Kultur- u. Theatergeschichte sowie Musikdramaturgie an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Frankfurt und er unterrichtet Theatergeschichte am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Universität Frankfurt. Norbert Abels schreibt für den Berliner Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau und die FAZ und hat zahlreiche Essays und Bücher zur Musikwissenschaft, Dichtung, Theatergeschichte, Philosophie und zur jüdischen Identität veröffentlicht. In internationalen Produktionen hat er unter anderem mit folgenden Regisseuren zusammengearbeitet: Ruth Berghaus, Christof Nel, Matthias Langhoff, Thomas Langhoff, Christoph Marthaler, Peter Mussbach, Robert Wilson, Peter Sellars, David Mouchtar-Samurai, Kurt Horres und Adolf Dresen. Auch zu vielen zeitgenössischen Komponisten hat(te) er eine enge persönliche Verbindung, z. B. John Cage, Hans Werner Henze, Wolfgang Rihm, Heiner Goebbels, Philip Glass, Matthias Pintscher und Jörg Widmann. Von 2004 bis 2006 ist Norbert Abels verantwortlicher Produktionsdramaturg in Bayreuth für „Der Ring des Nibelungen“.

Susanne Linke _ Lehrstuhlvertretung (W3) Moderner Tanz/Choreographie
Die ehemalige Folkwang Studierende (1967 – 1970) und international bekannte Choreographin und Tänzerin Susanne Linke (61) hat zunächst für das Sommersemester 2006 eine Gastprofessur an der Folkwang Hochschule. Sie wird nach ihrer persönlichen Auftakt-Vorstellung am 13. April die Folkwang Studierenden in Modernem Tanz und Choreographie unterrichten und mit ihnen eigene Stücke und Projekte zum Beispiel für den Tanzabend am 24. Juni erarbeiten.

Ausgeschieden aus den Diensten der Folkwang Hochschule sind folgende drei Lehrende:

Gisela Dreyer (64) ist auf eigenen Wunsch ein Jahr vorzeitig in den Ruhestand verabschiedet worden. Sie war seit 1971 als Lehrbeauftragte des Fachbereichs 3 beschäftigt, seit 1973 als Dozentin für Sprecherziehung und seit Dezember 1974 als Professorin für Sprecherziehung.

Silvio Foretic (65) ist bereits zum 31. 12. 2005 wegen Erreichens der Altersgrenze aus den Diensten der Folkwang Hochschule verabschiedet worden. Er war seit 1974 Lehrbeauftragter im Fachbereich 2 und seit 1976 als Dozent für Harmonielehre/Gehörbildung (Musiktheorie) beschäftigt. Foretic bleibt der Folkwang Hochschule im laufenden Sommersemester noch mit einem Lehrauftrag erhalten.

Ralf Otto (49) ist mit sofortiger Wirkung aus den Diensten der Folkwang Hochschule ausgeschieden, weil er einem Ruf zur Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Bereich Musik und Bildende Künste, folgt. Otto war seit Dezember 1989 als Professor für Chorleitung/Chordirigieren an der Folkwang Hochschule beschäftigt.

Groß / 12. April 2006

 

11. April 2006