Folkwang

Die Folkwang Universität der Künste in den Medien 2010

Das doppelte Weihnachtslied

WAZ & NRZ, 17.12.2010
Folkwang-Brass-Band verflocht sich mit einer Dickens-Lesung
Rund hundert Besucher ließen sich ‚A Christmas Carol’ (…) in der Evangelischen Kirche an der Heckstraße nicht entgehen. (…) „Wir haben ein besonderes Konzert für Sie vorbereitet“, begrüßte Folkwang-Professor Heinrich Schmidt die Gäste. „ Zum einen werden Texte von Charles Dickens vorgelesen (…) und dazu werden wir im Wechsel Weihnachtsmelodien aus dem englischen und amerikanischen Raum spielen.“

Nach dem ersten Dialog zwischen Onkel und Neffen über den Sinn des Weihnachtsfests erscholl G. Richards ‚A Christmas Piece’, ein Stück mit warm tönenden Bass-Partien und feierlichem Brass-Tutti, dessen Vehemenz die Luft bis in die hinteren Kirchenreihen erzittern ließ.

Die gelungene Mischung führte bis zu verdienten Schlussapplaus (…) bis hin zu dem Glück des alten Ebenezer, über den es im Christmas Carol am Ende heißt, niemand wisse das Weihnachtsfest so gut zu feiern wie er.

Beatrix Stan

Liebeswirren im barocken Gewand

WAZ, 15.12.2010
Studierende der Folkwang Universität zeigen Georg Friedrich Händels Zauberoper Alcina in der Neuen Aula
Liebe gegen Leidenschaft setzten acht Sänger, das Folkwang-Barockensemble und ein zwanzigköpfiger Chor in einer gefeierten Premiere der selten gespielten Händel-Oper Alcina. Die von Uta Winkelsen in silberne und goldene Roben und Kürasse gekleideten Folkwang-Eleven machten die erotische Verwechslungskomödie zu einem grandiosen Vergnügen.

(…) Das Folkwang-Barockensemble sowie die versierte Ada Tanir am Cembalo musizierten im halb hochgefahrenen Orchestergraben, der zudem von den Protagonisten auf der Bühne umspielt werden konnte. (…) die Bühne besaß (…) einen Spielstreifen vor dem Orchestergraben, auf dem die Sänger mit dem Publikum in der ersten Reihe auf Tuchfühlung gehen konnten.

Beatrix Stan

Türkische Klangwelten in Essen

Recklinghäuser Zeitung, 22.11.2010
"Young Euro Orchester“ schlägt Brücke von der Wiener Klassik zum Bosporus
Gerade mal eine Woche blieb 41 Musikstudenten der Folkwang Universität der Künste und mehrerer Konservatorien in Istanbul, um sich auf den gemeinsamen Auftritt als Young-Euro-Classic-Orchester Essen-Istanbul in der Essener Philharmonie vorzubereiten. Ein homogenes Orchester lässt sich in so kurzer Zeit kaum zusammenschweißen. Umso überzeugender fiel das Ergebnis der doppelten Begegnung aus: Die große Tradition der Wiener Klassik traf auf nicht minder traditionsreiche türkische Klangwelten.

Geschmeidig klang (…) im Finale Mozarts Jupiter-Sinfonie. Hier bewies das Orchester entfesselte Spielfreude. Das dunkle Ungestüm dieses Gipfelwerks der Wiener Klassik blieb keineswegs verborgen. Das Publikum zeigte sich von der engagierten Leistung angetan.

Bernd Aulich

Geigenlegende versprühte Humor und menschliche Wärme

NRZ Duisburg, 17.11.2010
Pinchas Zukerman und Amanda Forsyth teilten ihre Erfahrungen mit hochbegabten Teilnehmern des Meisterkurses der Folkwang-Universität

Seit elf Jahren steht die Duisburger Abteilung der Folkwang Universität jeweils im November einige Tage lang im Scheinwerferlicht eines internationalen Streicher-Stars, der seine Erfahrungen im Rahmen eines begehrten Meisterkurses an hochbegabte jüngere Kräfte weiterzugeben versucht. All das unter der künstleriscxhen Leitung des Cello-Dozenten Alexander Hülshoff (…).

Hülshoff kann stolz darauf sein, diesmal mit dem Künstlerehepaar Pinchas Zukerman und Amanda Forsyth ein besonderer Treffer gelungen zu sein. Von der menschlichen Wärme, dem Humor, aber auch dem künstlerischen Ernst der Geigen-Legende Zukerman schwärmen die Teilnehmer (...).

Peter Obiera

 

"Gisela! Oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks" von Hans Werner Henze

Süddeutsche Zeitung, 27.09.2010
Keine Scheu vor Affekten und Emotionen
Überraschung mit „Gisela“: Hans Wener Henzes neues Musiktheaterstrück wurde bei RuhrTriennale und Ruhr 2010 in Gladbeck uraufgeführt
.

Henzes Intentionen und die Partitur sind alles andere als zeitgeistig oder irgendwie dem Pop zuzurechnen. Und doch haben sie bei dem schier zu einer Bande zusammengewachsenen Ensemble junger Künstler eine unbändige Musizier- und Spiellust angefacht, deren Funken so unmittelbar überspringen wie das am Ende grotesk ausbrechende Feuerwerk des Vesuvs bei Neapel.

Können, Temperament, Spielwitz- die ganze Musiktheatertruppe und die Mimen der Essener Folkwang Hochschule überzeugen durch Elastizität und Akrobatik, die die Regie ihnen abverlangt.
Wolfgang Schreiber

FAZ, 27.09.2010
Von Oberhausen nach Neapel und zurück
Eine Oper für die Jugend vom alten Hans Werner Henze: „Gisela! Oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks“. Uraufgeführt in Gladbeck.


Die übrigen Gesamtkunstwerker sorgen dafür, dass diese merk- und denkwürdigen Wege des Glücks“ doch zu einem merk- und denkwürdigen Abend werden. (…) Tänzer der Folkwang Hochschule bilden eine ausgelassene Commedia-dell’arte-Truppe oder starre Tablaux vivants. Alle sind sie so jung wie die Sänger des Jugend-Kammerchors der Chorakademie Dortmund und die Instrumentalisten des Studios „musikFabrik“, die ihre Sache prächtig machen.
Rainer Peters

WAZ, Kultur 27.09.2010
Das Geschenk hat einen Bruch
Und doch: Ovationen für Hans Werner Henze. Seine „Gisela“ und die jungen Sänger und Musiker in Gladbeck


Über die exzellenten Leistungen des „Studios MusikFabrik“ sowie des Jugend-Kammerchors der Chorakademie Dortmund hat sich Henze schon vorab enthusiastisch geäußert. Nicht minder über die Folkwang-Studierenden, die sämtliche kleineren Solo-Rollen besetzen. Der Einsatz der jungen Leute zwischen 14 und 30 Jahren kommt Henzes Vorstellund vom  „Geschenk an die Jugend“ entgegen.

Die eigentlichen Stars des Abends waren die jungen Leute des „Studios MusikFabrik“, der Dortmunder Chorakademie und der Folkwang-Universität. Sie alle hatten schwierige Aufgaben zu bewältigen, zumal die letzten Teile der Komposition erst vor zwei Wochen  zur Verfügung standen.

Begeisterter Beifall für alle Beteiligten, vor allem für die jungen Künstler, Standing Ovations für Hans Werner Henze.
Pedro Obiera

 

Fotografieprojekt "Augen-Blicke"

NRZ, Essen 17.09.2010
Irritierende „Augen-Blicke“
Fotokunst statt Werbung: Auf 140 Plakatwänden in der Stadt zeigen Folkwangstudenten zurzeit ihre Arbeiten
 
Für überraschende Augenblicke bei Autofahrern und Passanten sorgen zurzeit großflächige Fotografien auf 140 Plakatwänden im ganzen Stadtgebiet. Die Fotoarbeiten stammen von Studierenden der Folkwang Universität und entstanden für das Kulturhauptstadt-Projekt „Augen-Blicke“. (…) Die Fotos wollen irritieren, als Bilder im öffentlichen Raum aber auch „Kultur für alle“ ermöglichen. (…) Die Entwürfe verstehen sich als Gegenentwurf zur vorherrschenden Werbeästhetik und setzen auf persönliche Sichtweisen. (…)  „Die Bilder eröffnen dem Betrachter viele Assoziationsmöglichkeiten“, sagt Gisela Bullacher, Folkwang-Professorin im Studiengang Fotografie.
 
Mindestens zehn Tage sind die Arbeiten zu sehen, bevor gewöhnliche Plakatwerbung ihren Platz einnimmt.
Marcus John

WAZ, Kultur 17.09.2010
Plakative Augen-Blicke
Blüten am Asphalt begegnet man derzeit im Essener Stadtgebiet. Ursprung der sehenswerten Aktion „Augen-Blicke“ ist eine Kooperation der Essener Folkwang Universität der Künste mit der britischen Universität Sunderland.
 
Fotostecke unter DerWesten.de/folkwang (Stand 20.09.2010)

Wenn die Realität Risse bekommt
Kunst: „Gute Aussichten“ – Junge deutsche Fotografie im Art Foyer der DZ-Bank in Frankfurt zu sehen

Main-Netz, 30.08.2010
Ute Klein, die von der Folkwang Hochschule in Essen kommt, setzt in ihrer Serie „Resonanzgeflechte“ (2009) (…) auf visuelle Irritationen. Ein Gewirr von Armen, Beinen, Köpfen, Körpern entfaltet sich vor dem betrachter. Dabei sind es immer nur zwei Personen, die sich da leidenschaftlich umarmen. Und dennoch verwirrt das geschickte Spiel mit den Gliedmaßen. Aber offenbart auch, wie anfällig unsere Wahrnehmung für klitzekleine Täuschungen ist.

Mona Mönnig, die ebenfalls in Essen studiert hat, ist hingegen zutiefst fasziniert von „Man-Made-Wonders“ (2009). Ihre acht Bilder zeigen Mini-Pferde, Nackt-Katzen und zierliche, zitternde Hündchen wie für die Handtasche. Ihr Blick auf die possierlichen Geschöpfe ist immer ein staunender, fast liebevoller, nie ein entblößender. (…) Die Zeit scheint einzufrieren. Und Mönnig hält sie für einen Augenblick in den Händen. Moderne Porträts hoch gezüchteter Wunderlichkeiten – so nah mit der Kamera herangeholt, als stünden sie im eigenen Wohnzimmer.
(...)
Bis 11. September im Art Foyer der DZ-Bank, Cityhaus II, Platz der Republik. Geöffnet Dienstag bis Samstag 11 bis 19 Uhr. www.guteaussichten.de

Bettina Kneller

 

 

Klanginstallation "AnMachWerk"

Süddeutsche Zeitung 07.09.2010
Isch mach disch leiser
Klanginstallation entschärft
Studenten der Folkwang-Hochschule Essen haben ihre Klanginstallation „AnMachWerk“ am Hengsteysee akustisch entschärft. Bei dem vom Energiekonzern RWE anlässlich des Kulturhauptstadtjahres geförderten Projekt tönen ausgelöst durch einen Bewegungssensor (…) Sprüche wie „Alter, isch mach’ disch platt, Alter“. Beim Ordnungsamt Herdecke gingen daraufhin im Juli Beschwerden ein. Die Anlage am Ruhrtalradweg wurde erstmal stillgelegt. Die Behörde intervenierte, die Studenten lenkten ein.
Dpa

WAZ, Essen 09.09.2010
Essener Kunstprojekt pöbelt Passanten an
Folkwang-Studenten haben am Hengsteysee das „AnMachWerk“ geschaffen. Es wirft Passanten handfeste Drohungen oder freche Beleidigungen an den Kopf.
Auf dem Ruhrtalradweg überquerte (eine) Passantin gerade einen Steg, als sie frech von der Seite angebrüllt wurde. Sie verständigte die Polizei.
Studenten der Folkwang Universität Essen haben unter Leitung von Professor Rolf Lieberknecht am Hengsreysee ein „AnMachWerk“ geschaffen. In einem alten Schieberhäuschen haben die Künstler einen Computer versteckt. Per Bewegungsmelder und Wärmesensor erkennt er sich nähernde Personen. Mit Hilfe eines Lautsprechers werden dann zufällig ausgewählte Botschaften auf den Weg hinaus gebrüllt.
„Das ist eine absichtliche Provokation. In dem Betrachter soll eine Energie hervorgerufen werden“, erklärt Professor Lieberknecht das Ziel des ungewöhnlichen Kunstobjekts.
Das Ordnungsamt Herdecke legte die Klanginstallation still. Inzwischen haben Ordnungshüter und Künstler einen Kompromiss gefunden. (…) Eine Tafel weist die Passanten nun im Vorfeld auf die Gefahr einer möglichen Unverschämtheit hin. Außerdem wurde die Lautstärke heruntergedreht und ein Dämmerungsschalter eingebaut. Maira Schmidt

Schwarze Schwanenkönigin, wohin führst du uns?

FAZ, 27.07.2010
In der Regie von Hans Neuenfels (Folkwang Alumnus, Anm. d. R.) wird „Lohengrin“ in Bayreuth zu einer Schlüsselgeschichte über Fremdbestimmung und Autonomie – eine fulminante Festspieleröffnung, auch dank Annette Dasch. Es sind solche, das Erhabene ins scheinbar Respektlose ummünzende Bilder, die Hans Neuenfels am Ende der Eröffnungspremiere der 99. Richard-Wagner-Festspiele neben begeistertem Applaus auch Stürme von Buhrufen bescheren. Dass dem festlich gekleideten Zuschauern anstelle des sächsischen, thüringischen und brabantischen Edelvolks (…), selbst im berühmten „Treulich geführt“ des Hochzeitsmarschs große Chorrudel von Ratten entgegengrinsen würden, hatte schon vor der Premiere die Gespräche angeheizt. Und Neuenfels wäre nicht Neuenfels, wenn er nicht auch einen gewissen Kitzel bei der Vorstellung eines sich gruselnden Festspielpublikums genossen hätte. Dennoch darf man den Nestor des Regietheaters beim Wort nehmen, wenn er beteuert, es sei ihm nicht um die Provokation gegangen, sondern um das Werk. Denn dieser „Lohengrin“, mit dem Neuenfels im Alter von neunundsechzig Jahren im Allerheiligsten der deutschen Oper angekommen ist, zählt tatsächlich zu seinen klarsten, stringentesten Deutungen. Julia Spinola

Unter Bayern

Süddeutsche Zeitung, 27.07.2010
Die Kunst ist viel, die Familie ist alles. Ein Treffen mit der aufstrebenden Schauspielerin Brigitte HobmeierDagmar Hirtz, die Regisseurin der Hebamme, sagt, dass Brigitte Hobmeier perfekt gewesen sei für diese Rolle. „ Nicht nur wegen ihres besonderen Aussehens, mir gefällt an ihr vor allem das Erdige, diese Mischung aus Kraft und Verletzlichkeit.“ Und eben der Dialekt: Der Umgang damit sei eine von Hobmeiers Stärken, sagt die Regisseurin.Das Bayerische hat Brigitte Hobmeier in ihrer Karriere bisher geschickt einzusetzen gewusst. Nach ihre Ausbildung an der Folkwangschule in Essen und drei Jahren im Faust-Ensemble von Peter Stein steht sie im Jahr 2001 vor der Wahl: das Schauspielhaus in Düsseldorf oder das kleine Münchener Volkstheater.An diesem kleinen bayerischen Haus traf sie auf Christian Stückl, den damals neuen Intendanten (…). „Wir haben uns einfach gefunden“ sagt sie.Mit Stückl und dem jungen Team um Brigitte Hobmeier schaffte das Volkstheater eine 90-prozentige Auslastung bei Vorstellungen.
Katharina Riehl

Summer Prom auch auf der Terrazza - Begeisterndes Konzert an zwei Spielorten

WAZ & NRZ Werden, 15.07.2010
Mit einer Dankesbezeugung Christopher Houldings an “dieses wunderbare Gebäude, in dem wir heute Abend spielen dürfen” nahm das erste Summer-Prom-Konzert in der evangelischen Kirche an der Heckstraße seinen Anfang.Einen (...) Höhepunkt bildete die “Echo Fantasia” von Adriano Banchieri, bei der drei Trompeten und eine Posaune auf dem Altar leise musikalische Replik aus dem Kirchenzimmer bekamen, eine Echo-Narretei, die mithilfe massiver sakraler Wände herrlich irritierend anmutete.Nach so viel barockem Glanz und Prunk durfte in der Pause (...) gewandelt werden.“Die Idee, eine sommerliche Promenade zwischen den beiden Konzertteilen einzufügen, stammt von Chris Houlding”, erzählte Ulrich Unger, der Vorsitzende  des Fördervereins Kirchenmusik. Unger ließ es sich auch nicht nehmen, nach dem grandiosen zweiten Teil mit Broadway- und Filmmusik im Haus Fuhr, den künstlerischen Leiter mit Wein und Rosen zu beschenken.
Beatrix Stan

 

Vom Flirten und Töten - “Viel Lärm um nichts” im Park. 400 Zuschaer

WAZ Castop-Rauxel, 06.07.2010
In der von Regisseur Martin Höfermann verantworteten Fassung als “tragisches Singspiel” geht der (Geschlechter-) Kampf erst richtig los. (...) Die krachkomische Inszenierung schert sich wenig um die Vorgabe, reiht Gag an Gag und impft das deftige Spiel rund um Flirt und Begehren, um den Schein und das Sein von Liebe mit Schlagermusik, Russenmafia und Vampirismus.Auf der hübsch konzentrierten und mit girlandenartigen Leuchtobjekten fein illuminierten Naturbühne vor 400 Premierengästen im Schlosspark entspinnt sich eine von Plot und Personal her stark reduzierte Version des Stoffes.

Die 100-minütige kurzweilige Handlung wird mit viel Musik angereichert. Tom Thelen

Absolventen glänzen mit Musical: „High Fidelity“ im Theater im Rathaus

WAZ & NRZ Essen, 18.06.2010
Eine grandiose Version von “High Fidelity” hat der Abschlussjahrgang des Folkwang-Studiengangs Musical im Rathaustheater abgeliefert.
Man merkt dem Ensemble um Folkwang-Professor und Regisseur Gil Mehmert den Spaß förmlich an. Mit frischen Ideen und viel Spielfreude füllen die Absolventen, die von nicht minder engagiert auftretenden Darstellern aus dem dritten Jahrgang unterstützt werden, die Bühne mit Leben.
Gordon K. Strahl

Der Dichter leidet an Sprechblasenentzündung

Ruhr-Anzeiger, Hattingen 15.06.2010
Der aktuelle Abschlussjahrgang der Schauspielschule zeigte Werner Schwabs Coverversion von Schnitzlers “Reigen”Die Inszenierung von Martin Höfermann hebt das Geschehen ins Groteske, macht seine Figuren zu brutal überzeichneten Slapstick-Figuren. Das gibt den Schauspielern allen Freiraum, Wandlungsfähigkeit, Grimassen und weiteres expressives Potenzial zu entfalten.Das macht denen offenbar großen Spaß und auch den Zuschauern, denn Tempo und Ideen sorgen für Kurzweil.
Tom Thelen

Frische Stimmen, zu wenig Zugaben

WAZ/NRZ Werden, 15.06.2010
Folkwang-Opernensemble bescherte Werden rauschende Ariennacht. Studierende mit überraschenden Interpretationen
„Es war ein absolut großartiger Abend!“ Diese Meinung war im Foyer des Pina Bausch-Theaters einhellig zu hören. Frische Stimmen, denen man noch nicht anmerkte, dass sie „das Ganze schon tausend Mal abgesungen haben“, eroberten am Wochenende die Herzen der Opernfreunde. Diese waren so zahlreich erschienen, dass kein Platz leer bleib.
Ein 24-köpfiges Ensemble aus fünf Studiengruppen war bei Folkwang in eine geniale Union getreten, um den Gästen eine Schau der musikalischen Superlative zu präsentieren.
Beatrix Stan

 

Lichter über der Piazza - Werdener Wandelkonzerte

WAZ_NRZ, Werden  07.06.2010
Sieben Chöre, drei Orte, ein Urteil: Es war grandios. Was Werden, Folkwang, die evangelische Kirche und nicht zuletzt die Initiative Werden 2010 am Day of Song auf die Bühnen brachte, ließ selbst Chorfeinde vor Neid erblassen.Dem gelungenen Ausklang vorangegangen war ein fulminanter Auftakt. In der neuen Aula Folkwang machten ihn zwei Hochschul-Studienchöre unter der Leitung von Jörg Breiding mit einem südafrikanischen Tanzlied, gefolgt von John Dowlands Liebessong “Come away, come sweet love” und Johannes Brahms’ melancholischem Rosmarin-Lied. Das Folkwang-Vokalensemle, sieben erstklassige Stimmen, erfreute mit Motetten, Klage-und Scherzliedern von Cardoso, Schütz und Gesualdo, Höhepunkt der Darbietung bildete jedoch das von witzigen szenischen Gesten begleitete Schmerzlied “Zu Regensburg auf der Kirchturmspitz”, ein altes Volkslied aus der Wetterau. Beatrix Stan

Die Faust des Bohemiens: Kai Schumacher

Stuttgarter Nachrichten, 22.05.2010
Als Pianist und Local Hero der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 mischt Kai Schumacher den Konzertbetrieb auf
Der US-amerikanische Komponist Frederic Rzewski (72) schrieb mit dem Zyklus „The People United Will Never Be Defeated!“ modere Klaviergeschichte. Kai Schumacher aus Duisburg hat das gewaltige Werk aufgenommen.
Wen man da vor sich hat, wird klar, wenn man weiß, dass Schumacher „The People United …“ für sein Konzertexamen-Recital 2009 an der Folkwang-Hochschule in Essen vorbereitete, er kurz davor die Möglichkeit hatte, es im Hochschulstudio einzuspielen. (…) Das Examen bestand Schumacher mit Auszeichnung.
Sein Text im Beiheft zerlegt das komplexe Stück in seine Bauteile und setzt es wieder zusammen. (…) „Hier verschmelzen Einflüsse aus Jazz, Minimal Music und Folk mit Techniken der Avantgarde, verbinden sich Tonalität, Atonalität und experimentelle, improvisatorische Passagen zu einem ideologischen und kompositorischen Manifest“, schreibt der Pianist. (…) Am Schluss ballt die Musik die Faust.
Mit den Duisburger Philharmonikern erprobt Kai Schuhmacher neue Formen der Konzertpräsentation. Er mischt klassische und zeitgenössische Klaviermusik mit Rock- und Elektroklängen, Licht- und Videoinstallationen. In seinen Soloabenden treten Mozart und Mendelssohn gleichberechtigt neben Gershwin, Radiohead, Liszt und Schumann auf. Er ist ein Pionier für amerikanische Klaviermusik des 20. Jahrhunderts, spielt gern in Clubs und Diskotheken.. (…) Kai Schuhmacher wäre der ideale Gast für die Arte Lounge. Im Nachtfernsehen könnte er von seiner Beziehung zu Amanda Palmer erzählen und mit dem Publikum „The People United“ spielen…

Jürgen Holwein

Von Kopf bis Fuß Berlin: Nata Galkina

Berliner Zeitung, 28.05.2010
Berlin ist schräg, faszinierend und facettenreich. Eine Mischung, die nicht nur auf den Straßen der Stadt, sondern auch auf der Bühne im Berliner Wintergarten Varieté zu erleben ist. Ein schillerndes Programm – so lebendig, außergewöhnlich und vielseitig wie die Stadt selbst.Große, beeindruckende Bilder. Kleine, bezaubernde Szenen. Mal leicht, mal kraftvoll und dynamisch; mal verspielt, mal erotisch und sinnlich.Im Wintergarten treffen sich diesen Sommer Artisten mit einer unbändigen Lebenslust, voller Energie, die einfach Spaß am Leben haben, die neue Wege gehen.Die „schönsten Beine von Berlin“ hat Nata Galkina. Ihre Füße dürften dem Berliner Varieté-Besucher bereits bekannt sein. Die russische Artistin entwickelte zusammen mit Markus Pabst ein Fußtheater, das sich in die Köpfe der Besucher eingeprägt hat. Die Antipodistin gewann mit ihrer Fuß-Jonglage verschiedene Preise. Sie erlernte ihr Können in Russland und ihre schauspielerischen Fähigkeiten auf der Folkgwang-Schule in Essen.

„Ich kann auch ganz anders“: Armin Rohde 

Fifty - Das Magazin für die besten Jahre, 26.05.2010
Als seine Eltern erfuhren, dass ihr Armin Schauspieler werden wollte, waren sie glücklich. Endlich wusste er, was er wollte.
Vielleicht hatte sich der Arbeitersohn zunächst nur nicht getraut, einfach das zu beginnen, was schon lange in ihm brannte. Ins Theater waren seine Eltern nie gegangen, aber Armin hatte durch die Schule Gelegenheit dazu gehabt. Besonders berührt und inspiriert hat ihn die große Pina Bausch mit ihrer Choreographie von Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“. Er schreibt: „Ich hatte noch nie so etwas Aufregendes gesehen. Elektrisiert ist überhaupt kein Ausdruck dafür. Ich stand in Flammen. (…)“
Doch bis zum Entdeckt-Werden war es noch eine Weile hin. (…) Aber dann schaffte er die Prüfung an der Folkwang-Hochschule in Essen. „Folkwang, das klang wie Himmel, Walhalla und Olymp zusammen“ erinnert sich Rohde.

 

Von der Kulturhauptstadt in die Metropole

taz Berlin, 21.05.2010
Gipfeltreffen im Labor
Malerei- und Fotografieabsolventen aus Berlin und Essen sind für ein paar Wochen in der Kommunalen Galerie in Charlottenburg zu sehen
Für ein paar Wochen verwandelt sich die Kommunale Galerie in Charlottenburg in ein Kunstlabor der besonderen Art. Es sind junge Malerei- und Fotografieabsolventen aus der Berliner Universität der Künste und der Essener Folkwang Universität der Künste zu Gast.
„Meeting Point“ ist der Auftakt einer von der Leiterin Elke von der Lieth neu konzipierten Reihe, die vielversprechende Arbeiten aus zwei Kunstakademien vorstellt.
Keine andere Kunsthochschule in der Bundesrepublik wird derart mit qualitätsvoller junger Fotografie in Verbindung gebracht wie die Folkwang Universität der Künste in Essen. Entsprechend versammelt der von Dr. Uwe Schramm kuratierte Teil der Ausstellung auch exzellente und vielversprechende junge Künstler, die sich intensiv mit dem Medium und seinen Implikationen auseinandersetzen (…).
„Meeting Point“ ist der Auftakt zu einer Reihe, die sich Freunde junger Kunst auf den Merkzettel schreiben sollten.
Angela Hohmann

WAZ Essen, 26.05.2010
Schauplatz “Kommunale Galerie Berlin” in Charlottenburg: Kürzlich eröffneten der dortige stellvertretende Bezirksbürgermeister und Essens Kulturausschussvorsitzender Norbert Kleine-Möllhoff die Ausstellung “Meeting Point”. Sieben Fotografie-Diplomanden der Folkwang Universität stellen mit sieben Malerei-Schülern der Klasse Burkhard Held der Universität der Künste (UdK) aus.
Im Falle von “Meeting Point” ist es für die jungen Fotografen mehr als eine reine Präsentationsfläche. “Die Essener Absolventen haben über die Ausstellung einen Fuß in der Berliner Tür”, erklärt Kurator Uwe Schramm vom Kunsthaus.
Bei “Meeting Point” steht neben dem künstlerischen Austausch auch das Austesten der Gattungsgrenze zwischen Fotografie und klassischer Malerei im Vordergrund.
Bis 4. Juni, “Kommunale Galerie Berlin”, Hohenzollerndamm 176, www.kommunalegalerie-berlin.de 
Tim Walther

Vom Reiz des alten Instrumentalklangs Monteverdis “Marienvesper” in der Werdener Basilika

NRZ Essen, 26.05.2010
... konnte man sich an einer vorbildlichen, klangsinnlichen Wiedergabe erfreuen, die unter Jörg Breiding ganz in den Händen ausgewiesener Spezialisten für historische Aufführungspraxis lag.“Himmlische Cantorey” und Knaberchor Hannover verschmolzen zu einem Gesangsorgan aus jungen, entschlackten Stimmen, die die madrigalesk geprägten Sätze zu mildem Leuchten brachten und zugleich lebendig und deklamatorisch bewusst gestalteten. Dazu steuerte das heimische Ensemble Vox Werdensis quasi aus historischer Urtiefe die gregorianische Einstimmigkeit bei.

Klaus Albrecht

Sahnehäubchen und Sternenklänge - das Folkwang Sinfonieorchester auf Zollverein

WAZ, Oberhausen 13.05.2010
… die Menschen blieben … bis zu den gewaltigen Schlussklängen der 7. Sinfonie von Beethoven bei der Sache. Es war aber auch ein Programm der Sahnehäubchen – von Haydns beliebter, alles andere als niedergeschlagender Trauersinfonie über Mendelssohns allseits präsentem e-Moll-Violinkonzert bis hin zu eben jener A-Dur-Sinfonie, die schon bei Beethovens Zeitgenossen Favoritenstatus besaß.
(...)
Die erst 22 Jahre junge Geigerin Iva Miletic brachte das entwaffnende Ineins des Mendelssohn-Konzerts von effektvoller Virtuosität und eingängiger Melodik mit spielerischer Bravour und Intensität zu großer Wirkung. Schmidt, der dem Orchester immer wieder differenzierte Farben entlockte, garantierte auch in den Sinfonien klanglichen Feinsinn und formale Gradlinigkeit.
Hajo Berns

"Nike" für die Architekten des SANAA-Gebäudes Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa 

FAZ.NET, 09. Mai 2010
Zu den Gewinnern des Architektenpreises „Nike“ zählen in diesem Jahr Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa für ihr Zollverein-Gebäude in Essen. (...) 
Mit ihrem Meisterwerk des Minimalismus, in dessen Fassade 134 quadratische Fenster in unterschiedlicher Größe und scheinbar zufälliger Anordnung geschnitten sind, sei es Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa gelungen, „in einer äußerst heterogenen, neu zu codierenden städtebaulichen Situation ein zeitgemäßes und gleichzeitig zeitlos poetisches Zeichen zu setzen, das diesen Ort neu generiert und mit ruhiger Ausstrahlung in einen zukünftigen Transformationsprozess begleitet“.
Andreas Rossmann

Das Thema Singen mit Kindern ist an den Musikhochschulen angekommen

nmz Hochschulmagazin, Mai 2010
Singen lernen mit Kindern ist eine der pädagogischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts(...) So reagieren Hochschulen mit pädagogischen Zusatzangeboten und neu konzipierten eigenständigen Studiengängen. Die erste Professur dafür bekam Werner Schepp an der Folkwang Hochschule (...) "Die Erkenntnis der Bedeutung des Singens mit Kindern für deren persönliche Entwicklung bzw. Persönlichkeitsentwicklung einerseits und das neu geschaffene öffentliche Interesse andererseits sowie die sich ständig wandelnden Berufsbilder erfodert eine für dieses Fach spezifische fundierte Ausbildung", erläutert Schepp. Zum Wintersemester startet in Essen der neue Master-Studiengang "Leitung vokaler Ensembles", der sich vor allem an Absolventen der Studiengänge Kirchenmusik, Lehramt Musik, Diplom-Musikpädagogik, Dirigieren und Gesang richtet. Ulrike Langer

Zur Ausstellung "Ruhrblicke" im SANAA-Gebäude

Süddeutsche Zeitung, 05.05.2010
Und so spannt sich der Bogen dieser bemerkenswerten Ausstellung von vertraut wirkenden Bildern rauchender Schlote und moderner Arbeits- und Kulturstätten bis hin zu sehr subjektiven Porträts. (...)
„Auftrag zum Selbstauftrag“ hat der Kurator Thomas Weski als Devise vorgegeben und die Stars der deutschen Dokumentarfotografieszene versammelt (…)
Die Ruhe, eine den Bildern innewohnende Stille spielt eine der Hauptrollen in dieser Schau. Die Ausstellungsarchitektur von Kuehn Malvezzi – meterhohe Wände, eigene Räume für jeden Künstler, verschieden ausgerichtet, ein Irrgarten der Sichtweisen – kam dem sehr entgegen. Wie ein Monolith erhebt sich das Sanaa-Gebäude auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zeche Zollverein in Essen. Das japanische Architekturbüro Sanaa … hat es vor vier Jahren fertig gestellt: Kurz residierte die inzwischen geschlossene Zollverein School of Management and Design in dem Kunstwerk der Ästhetik, nun wird die Folkwang-Uni die Räume für sich nutzen.
Nadine Barth

RUHR.2010-TV-Special „Ruhrblicke“
Im Interview mit Moderator Markus Heidmeier ist diesmal der Kurator der Ausstellung Thomas Weski zu sehen. Außerdem berichten vier der elf Künstler, wie sie zu  „Ruhrblicke“ gekommen sind und aus welchen Perspektiven sie die Ausstellung im SANAA-Gebäude auf Zollverein betrachten. Matthias Koch, Candida Höfer, Andreas Gursky und Jörg Sasse erzählen von einem einmaligen Fotografieprojekt und machen Lust, sich die Ausstellung vor Ort anzuschauen.

Den Beitrag finden Sie hier

Welt am Sonntag, NRW, 25.04.2010
Steht man im Inneren des Kubus, so eröffnet sich eine Sicht aus das Ruhrgebiet, wie sie Fotografen nicht besser festhalten könnten. Man blickt durch die gerahmten Fenster auf Schachtanlagen, Wohnblocks, Kleingärten, Straßenzüge. Es sind authentische Momentaufnahmen, geschossen mit den eigenen Augen. Gegen diese faszinierenden, subjektiven Ausblicke verteidigen die Künstler der Ausstellung nun ihre Positionen. (...)
„Ruhrblicke“, so kann man festhalten, gibt den banalen Klischees des Ruhrgebiets wenig Raum und gewinnt neue Erkenntnisse über diese Region im Umbruch. Auch der Blick aus dem Fenster bestätigt: Das Ruhrgebiet hat ein neues Gesicht.
Christiane Hofmanns

Zur Ruhrtriennale 2010

come-on.de, 29. April 2010
Die Ruhrtriennale versteht sich als Teil des Kulturhauptstadt-Programms. Eins der wichtigsten Stücke des großen Henze-Projekts ist die Uraufführung der Oper „Gisela“. Der 84-jährige Komponist lässt das Werk im Ruhrgebiet spielen, und weil es auch für junge Interpreten gedacht ist, wirken unter Leitung des führenden Musiktheater-Regisseurs Pierre Audi vor allem junge Akteure von der Folkwang Universität mit.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Folkwang Professor Johannes Klaus inszeniert "Iskender" auf Zollverein

Haltener Zeitung, 30. April 2010
(…) aktionsgeladen beginnt das gut zweistündige interkulturelle Stationentheater „Iskender“. Am Donnerstag feierte es als Ruhr.2010-Projekt seine umjubelte Premiere. (...)
Johannes Klaus setzte mit seiner Abschlussklasse der Folkwang Universität, Studiengang Schauspiel Bochum, und den Profis Renan Demirkan und Lisa Quarg die Geschichte von Migration und der heilenden Kraft der Liebe für Zuschauer ab acht Jahren in Szene. (...)
Asafs Odyssee (…) vollzieht auch das Publikum wandernd mit. Drei Schauspielstudenten leiten die Theaterbesucher durch die Mischanlage und ziehen die räumlichen Begebenheiten wunderbar in ihr Spiel ein. (...)
In der dicht und plakativ erzählten Geschichte agierten die Studenten nicht nur in wechselnden Rollen, sondern sorgten auch mit Klarinettist Helmut Eisel für die Live-Musik.
Britta Helmbold

NRZ, 27. April 2010
Interkulturelles Stationentheater - das klingt nach Anspruch. Und ansprechen will das Stück "Iskender" ja außerdem, und zwar über Grenzen hinweg. Und das nicht zuletzt durch Darstellerinnen wie Renan Demirkan, geboren in Ankare, sowie die Folkwang Absolventinnen Lisa und Laura Quarg. (...) Die Zusammenarbeit mit Regisseur Johannes Klaus bezeichnen sie als "außerordentlich" fruchtbar. "Er lässt uns großen Freiraum und bringt viel Ruhe mit in die Proben." (...) Insgesamt sind acht acht Aufführungen auf Zollverein geplant. Angedacht ist zudem, mit dem Stück nach Istanbul zu gehen.

Weitere Termine: 3., 5. und 13. Mai, 11 Uhr
1., 2., 9. und 14. Mai, 19 Uhr
Karten: 0201 8122 200

Gémeaux Quartett ist neues Folkwang Ensemble in Residence

WAZ, 26. April 2010
Bei ihrem ersten Auftritt in Werdens heiligen Hallen überraschten Anne Schoenholtz und Manuel Oswald (beide Violine), Sylvia Zucker (Viola) und Uli Witteler am Violoncello das Publikum mit dem Quartett Opus 106 G-Dur von Dvorák und dem Quartett Nr. 2 von Leos Janácek. Anne Schoenholtz ließ ihre Geige zwitschern, strich immer wieder nur kurz mit dem Bogen, um die sich entfaltende Melodie von zweiter Geige und Viola wie mit einer frechen Interjektion zu konterkarieren.
Beatrix Stan

Wiedereröffnung des Ost-Flügels 

WAZ, 22. April 2010
Wenige Ereignisse haben so gravierend in das Hochschulleben eingegriffen und Folkwang bis heute erschüttert wie das verheerende Feuer, das im Februar vor zwei Jahren den Ostflügel in Schutt und Asche legte. (...) Pünktlich zum Sommersemester nehmen die Folkwängler vom wieder hergestellten Ostflügel Besitz. Und die vier Millionen Euro, die das Land schnell und unbürokratisch für die Sanierung bereit stellte, wie Rektor und Kanzler gleich mehrfach betonen, haben sich gelohnt. (...) Die 37 Probe- und Unterrichtsräume erreicht man über schlicht-elegante Treppenhäuser in einem Materialmix aus Stahl und Naturstein. Unterrichts- und Proberäume kommen dezent in Grau und Weiß daher. Sehr angenehm: Ein moderner Akustikschutz an Decken und Türen ermöglicht "emissionsfreies" Üben.
Dirk Aschendorf

Französische Woche der Cembaloklasse Prof. Christian Rieger

NRZ Duisburg, 22. April 2010
Bei seinem Eröffnungskonzert weihte Rieger zugleich das neue, von Detmar Hungerberg angefertigte Cembalo der Abteilung ein, das sich an der barocken Bauweise von Girolano Zenti orientiert, dessen Instrumente gleichfalls am französischen Hof Einzug erhielten. (...)
Trotz der eingeschränkten Anschlagsmöglichkeiten, die ein Cembalo bereit hält, gelang es Rieger, die stilistische Vielfalt der Werke lebendig und einfühlsam zur Geltung zu bringen.
Pedro Obiera

Folkwang Studierende führen durch "Ruhrblicke"

WAZ, 22. April 2010
An diesem Mittwochnachmittag (...) befindet sich Kurator Thomas Weski in der exklusiven Lage, als einziger Zuhörer gleich von einem guten Dutzend kundiger Studenten durch die Ausstellung geführt zu werden. Die heißt "Ruhrblicke" und gilt als einer der Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres. (...)
Ein Semester lang haben sich 14 Studenten aus dem Fachbereich Gestaltung der Folkwang Universität auf die Aufgabe vorbereitet, Ausstellungsbesuchern einen Zugang zu den Fotografien zu vermitteln.
Christina Wandt

next 1 - discussing photography

 

pr.center.de, 27.04.2010
Sechs Institutionen aus Essen, Bochum und Dortmund haben sich auf Initiative von Ute Eskildsen, Fotografische Sammlung im Museum Folkwang Essen, zusammengeschlossen, um die erste Ausgabe von next 1 zu konzipieren: das Kunsthaus Essen, der Kunstverein Ruhr, die Galerie Schütte aus Essen, die Galerie m Bochum, die Folkwang Hochschule Essen und die Fachhochschule Dortmund. Die vorhandene Infrastruktur im Ruhrgebiet, mit international renommierten Ausbildungsstätten und Museen, Ausstellungshäusern und privaten Galerien, bietet hervorragende Möglichkeiten zum Austausch mit zahlreichen Gästen: Die Plattform next 1 - discussing photography begrüßt im Mai 2010 junge Kritiker, Kuratoren und Fotografen . In der Woche vom 17. bis 22. Mai erlaubt die Konzentration auf drei Städte, einen Überblick über die Fotolandschaft im Ruhrgebiet zu gewinnen.

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Folkwang Alumnus Hans Neuenfels zeigt Rihms "Proserpina" 

NRZ Feuilleton, 16. April 2010
(...) doch mit Wolfgang Rihms vor elf Monaten in Schwetzingen uraufgeführten Oper "Porserpina" in der Regie von Hans Neuenfels und seinem vorbildlichen musikalischen Niveau zementiert das Haus (Wuppertaler Bühnen, Anm. der Redaktion) das hohe Ansehen, das es mit Recht genießt. (...) All das inszeniert Neuenfels alles andere als plakativ, sondern bewahrt mit entsprechender Dezenz stets die Würde der Frau. (...) Einen fast 70-minütigen Monolog spannend zu inszenieren, ist nicht leicht. Umso eindrucksvoller gelingt es Neuenfals, den Charakter der Frau durch die nuancierte Charakteristik der stummen Parzen, die virtuos in schillernde Rollen und Posen schlüpfen, noch plastischer herauszustellen.
Pedro Obiera

Morgenstern Trio gewinnt Sympathiepreis

Rhein-Zeitung, 23.03.2010
Sympathie ist nicht unbedingt direkt verknüpft mit musikalischer Kompetenz. Aber manchmal trifft eben beides doch zusammen. So beim "Stars von morgen"-Konzert der Internationalen Musiktage Koblenz (IMK) in der Sparkasse Koblenz: Da fiel der Sympathiepreis nicht nur an die sympathischsten, sondern auch an die interpretatorisch überzeugendsten Wettbewerber - an das 2004 an der Folkwang Hochschule gegründete Morgenstern Trio. Das junge Ensemble mit der Pianistin Catherine Klipfel, dem Geiger Stefan Hempel und dem Cellisten Emanuel Wehse gehört allemal zu den zukunftsträchtigen Trios.
Lieselotte Sauer-Kaulbach

Pritzker-Preis für die Architekten des SANAA-Gebäudes Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa 

Kölner Stadt-Anzeiger, 30.03.2010
Prof. Kurt Mehnert im Gespräch mit Kerstin Meier
"Die Folkwang Hochschule hat das SANAA-Gebäude (...) seit dem ersten Januar gemietet
. Das ist für uns natürlich auch jenseits dieses Preises toll. Aber dadurch wird die Leistung der Architekten geadelt - schließlich ist der Pritzker-Preis für die Architektur ja sowas wie der Oscar für die Filmbranche. (...) Ich glaube, dass der Ort trotz seiner Transparenz auch Konzentration schafft. Weil er auf das Wesentliche reduziert ist, aber auch Ausblick und Weitblick erlaubt. Die Umgebung hat großen Einfluss auf das Gestalterische. Essen kann sich glücklich schätzen, so einen Bau zu haben. Und die Hochschule kann sich genauso glücklich schätzen, diesen Bau nutzen zu können."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2010
Zu ihren bekanntesten Bauten zählt das "New Museum" in New York, die Essener "Zollverein School" (jetzt SANAA-Gebäude & Folkwang Standort, Anm. d. R.) und zuletzt der Campus der ETH Lausanne. Die auch als "Nobelpreis für Baukunst" bezeichnete Auszeichnung wird damit an ein Duo verliehen, das so konsequent wie kaum ein anderes die Formen von privaten und öffentlichen Räumen in Frage stellt; beide gelten als Begründer einer "neuen japanischen Schule".

Tanztheater "Cirko" in der Zeche 1

Ruhr Nachrichten, 30.03.2010
"Wir sind die einzige Schauspielschule in Deutschland, in deren Curiculum die Aufführung eines Tanztheaters enthalten ist", erzählt Anna Pocher, Choreographin und Dozentin an der Folkwang Universität, Studiengang Schauspiel Bochum. (...)
Dann begann die Aufführung. Für die acht Studierenden die erste Aufführung vor zahlendem Publikum. Eine Stunde lang wirbelte, tanzte und sprang das Ensemble über den schwarzen Bühnenboden, zeigte akrobatische Leistungen und großes tänzerisches Können. (...) Das Publikum spendete reichlich Applaus.
efa

Präsentation der Semesterabschlussarbeiten Industrial Design

WAZ, 17.03.2010
Die Präsentation, die nur an einem Tag zu sehen war, diente dem Studiengang Industrial Design als Werbemaßnahme in eigener
Sache. (...) Mit öffentlichen Projektpräsentationen, wolle man auch Abiturienten für das Studium begeistern. (...)
Eine Erkenntnis hielt die Schau jedoch für alle bereit: Namlich, dass alles, was wir täglich in den Händen halten, einmal gestaltet, besser gesagt: "designt", wurde.
Marcus John

2. Biennale Tanzausbildung

NRZ, 09.03.2010
1981 choreographierte Susanne Linke ihr "Frauenballett". Für die 2. Tanzbiennale Tanzausbildung studierte sie es jetzt neu ein, wie damals auch heute mit dem Folkwang Tanzstudio. (...)
Trotzdem funktioniert das "Frauenballett" auch im Jahr 2010. Vielleicht liegt es an der konzentrierten, strengen Form der Choreographie, die sich zeitlos über die Jahre rettet, vielleicht an der Komik, mit der sich die Tänzer den Rollenklischees nähern.
Sarah Heppekausen

WAZ, 04.03.2010
"The show must go on" ist eine lachende Provokation, die Uraufführung 2001 war ein Skandal. Noch die öffentliche Generalprobe in Essen weckte vereinzelt Erbitterung: Das gehört nicht nach Folkwang! Die Reaktion ist immanent und also völlig in Ordnung; trotzdem ist es schön, dass bei der Eröffnung das Publikum geschlossen jubelte und mitspielte (...).
Wer das erlebt hat, geht glücklich nach Hause. Er hat auf die witzigste, hinterhältigste, charmantestes Weise erfahren, wie aus Kunst Interaktion entsteht und warum es nicht klug ist, wenn man sich darauf verlässt, dass immer alles bleibt, wie es war.
Gudrun Norbisrath

WAZ, 02.03.2010
"Modelle der Rekonstruktion" heißt das diesjährige Motto. Es fokussiert das künstlerische Erbe aus Sicht der Ausbildungsinstitutionen. Lutz Förster hat es sich ausgedacht. Der Tanz-Professor der Folkwang Universität ist künstlerischer Leiter der Biennale. (...)
Auch wenn Lutz Förster versichert, dass es in der kommenden Woche nur Highlights zu sehen geben wird, freut er sich persönlich besonders darüber, dass Jérôme Bel seine erfolreiche Choreographie "The Show must go on" zum ersten Mal an Studenten weitergibt. "Normalerweise macht er das nicht."
Sarah Heppekausen

Musica enchiriadis - Die Entdeckung der Mehrstimmigkeit

WAZ, 08.02.2010
Wunderbare Klänge! Die Hörer von Heute ließen sich vom Mysterium alter Kirchengesänge mitreißen. Dagmar Schenk-Güllich

Werdener Nachrichten, 12.02.2010
Als die Sänger der vox werdensis am Ende des Abends mit einem Ludgerus-Lob auf den Lippen hinunter in die Krypta zogen, da schien es wie der Nachklang eines Traumes. Selten war ein Konzert so räumlich gewesen und hatte die Ohren geöffnet für den Ort, an dem sie entsteht. (...)
Hinhören und Hinschauen wurden wieder zum Erlebnis in einem Raum, dessen Mauern oft genug erbeben vom Orgelklang von hinten oder von vorn Chören, die dreistellige Zahlen von SängerInnen auf Podesten schichten. Hier schienen sich die Wände neugiereig dem zu Hörenden entgegen zu neigen.
Gereon Buchholz