Messen und Ausstellungen

Regelmäßig präsentiert sich der Studiengang Industrial Design bei wichtigen Ausstellungen und Messen. Dazu gehören unter anderem die internationale Möbelmesse imm Cologne und die Hannovermesse.

Die alljährliche Sichtwerk-Ausstellung wird von den Studierenden selbst organisiert; die Abschlussarbeiten des Studienganges werden zweimal im Jahr öffentlich präsentiert.

Im September 2008 gab es erstmals eine Jahresausstellung aller Diplomarbeiten der Folkwang - Industrial Designer im spektakulären Würfelbau der japanischen Architekturstars SANAA auf dem Gelände der Zeche Zollverein. Unsere Studierenden und Absolventen nehmen außerdem an zahlreichen internationalen Wettbewerben teil.

Folkwang Industrial Design at imm Cologne 2010

Unter dem Dach der D3 Talents räumte die imm Cologne dem Designnachwuchs im Januar erneut eine viel beachtete Plattform in Halle 3.1. ein. Im Rahmen der „D3 Schools“ stellten deutsche und internationale Hochschulen herausragende Studentenarbeiten aus. Der Gemeinschaftsstand der Folkwang Universität Essen und des Pratt Institute New York gehörte dabei zu den Highlights.

Gleich am Eröffnungstag herrschte reges Treiben in Halle 3.1: Möbelhersteller und -händler, Galeristen, Trendscouts und Fachjournalisten bevölkerten die Nachwuchsschau der imm Cologne – und bestaunten das teilweise frappierend hohe Qualitätsniveau der ausgestellten Studentenarbeiten.

Zwischen den insgesamt 35 vertretenen nationalen und internationalen Designhochschulen waren die Ausstellungsschwerpunkte dabei ganz unterschiedlich gesetzt. Legten etwa die Fachhochschulen Mainz oder Trier das Augenmerk eher auf die architektonische Gestaltung ihrer Messestände oder setzten die Hochschulen für Architektur und Innenarchitektur Düsseldorf oder Detmold vor allem auf den Aspekt Kommunikation, stellte der konsequent klar gestaltete Stand von Folkwang und Pratt die im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Take a Seat“ entstandenen Möbel in den Vordergrund: Insgesamt 18 Stühle, jeweils neun von jeder Hochschule, waren die Protagonisten der Präsentation. Der ganz in Schwarz und Weiß gehaltene Messestand bildete den neutralen Rahmen für die so unterschiedlichen wie ausdrucksstarken Prototypen, von denen etliche in Materialwahl und Ausführung so detailliert auf den Punkt gebracht waren, dass sie adhoc in Produktion gehen könnten.

Unter der Leitung von Professor Mark Goetz hatten die New Yorker Studenten phantasievolle Entwürfe zum Thema „Sitzen am Tisch“ erarbeitet, bei denen insbesondere der Werkstoff Holz Verwendung fand. So zeigte etwa Binh Dang einen „Folding Chair“ aus rötlicher Eiche, Michael Roopenian einen geschwungenen „Corner Chair“ und Michael Chuapoco einen formschönen Schaukelstuhl aus Ahorn-Schichtholz. Auch auf deutscher Seite spielten Hölzer eine Rolle, wenn auch meist in Kombination mit anderen Materialien und unter Berücksichtigung innovativer Fertigungstechnologien. Philipp Hermes beispielsweise übertrug das Konstruktionsprinzip eines klassischen Werkzeugs – nämlich einer Schaufelhalterung – auf einen Stuhl: Ein einziges Verbindungselement aus pulverbeschichtetem Stahl hält sämtliche Eichenholzteile des „Wohnsitz“ zusammen. Christian Klemm fusioniert für seinen „Dreifuß“ zweidimensionale Holzkomponenten mit dreidimensionalen Metallteilen. Insgesamt deckten die Entwürfe der Folkwang-Studenten eine große Bandbreite an Materialien ab: Auch Aluminiumschaum-Sandwichplatten, neuartige Gewebe- und Netzstrukturen oder gefaltetes Stahlblech kamen bei ihren Stuhlentwürfen zum Einsatz: So faltete Dustin Jessen für seinen „Alpha Chair“ hauchzartes, per Laser geschnittenes Blech zur stabilen Sitzschale.
Dass im Rahmen des 2007 von Folkwang-Professorin Marion Digel ins Leben gerufenen Kooperationsprojektes ein tatsächlicher Gedanken- und Ideenaustausch zwischen den Industrial Design Studenten der Folkwang Universität Essen und den Studierenden des Pratt Institutes New York stattfand – und es unter anderem im Mai 2009 einen Workshop in New York gab, bei dem sich die deutschen Studenten mit ihren Entwürfe der amerikanischen Kritik stellten – spiegelte sich auch in amerikanischen Einflüssen und Stilzitaten einiger deutscher Entwürfe. So wurde etwa Matthias Rauchs Drahtgeflechtstuhl „Array“ inspiriert von großen amerikanischen Straßenkreuzungen; Yuki Ishiguros Entwurf „Triceratops“ erinnert an die Grundidee eines Sattels. Das durchweg positive Feedback auf die deutsch-amerikanische Gemeinschaftsausstellung im Rahmen der Kölner Messe  – unter anderem auch von Herstellerfirmen aus dem Bereich Möbel und Einrichtung – und der Erfolg dieses ersten transatlantischen Gemeinschaftsprojekts hat beide Hochschulen drin bestärkt, auch weiterhin zu kooperieren. So ist ein Vertrag zum Austausch von Lehrenden und Studierenden  vorbereitet und weitere Projektkooperationen zwischen der Folkwang Universität und dem Pratt Institute, aber auch anderen amerikanischen Hochschulen bereits angedacht.

Text: Kristina Raderschad

Eindrücke von der imm '10

Fotos: Florian Wagner | Folkwang Universität | Studiengang Fotografie

Eindrücke von der Diplomausstellung '08