Vater: Was

„Schlachten“ mit dem vierten Jahr Physical Theatre am 21. und 22. November um 19.30 Uhr in der Meierei

Ende der Woche wird es im Studio 2 der Meierei am Campus Essen-Werden aggressiv, laut, energetisch, brachial: Rainald Goetz’ Drama „Schlachten“ wird unter der Regie von Folkwang Alumnus Achim Lenz wiederaufgenommen. Die Arbeit mit dem vierten Jahrgang Physical Theatre wird am Donnerstag, den 21. und Freitag, den 22. November 2013, um 19.30 Uhr gezeigt. Der Eintritt beträgt 5,-/ 3,- €. Karten gibt es unter

karten@folkwang-uni.de oder über die Folkwang Agentur.

Foto: © Mats Süthoff
Foto: © Mats Süthoff

 

Der Kampf geht weiter. Krieg in der Nacht ist Schlachten: Familie, Kunst, Hass. Der Kampf hält an.

„Pipikacka“, „What is it?“, „I saw the idea but... you have to be more precise.“ Jeder von Folkwang kommende Schauspiel, Physical Theatre, Musical und Schauspiel/Regie Studierende der letzten 13 Jahre kennt diese Sätze. Wie schön es ist, wenn man zusammen über gewisse Teile seiner Ausbildung lachen kann. Und wie förderlich, wenn man ein gemeinsames Vokabular hat, mit dem man arbeiten kann.

Genau das ist der Grund für Achim Lenz, immer wieder an Folkwang zurückzukehren, wo er 2009 in Schauspiel- und Musiktheaterregie diplomierte. Diese „gleiche Grammatik“, wie der Schweizer Regisseur es nennt, erleichtere die Arbeit ungemein. Auch wenn er an Theatern arbeitet, freue es ihn deswegen immer wieder, wenn Folkwang AbsolventInnen im Ensemble sind.

Nun arbeitet er nicht mit Schauspiel, sondern vorwiegend mit Physical Theatre Studierenden zusammen, wenn er an Folkwang ist. Neben der Tatsache, dass die Physicals Lenzens’ „liebste Schauspieler“ seien, findet er es spannend, mit ihnen wie mit „normalen“ SchauspielerInnen zu arbeiten.

Ein Unterschied der beiden Studiengänge Schauspiel und Physical Theatre sei nämlich, dass Erstere häufig auf Grundlage von bereits existierenden Texten Stücke, Szenen oder Rollen mit DozentInnen erarbeiten, wohingegen Letztere aus sich selbst schöpfen und selbst entwickelte Stücke in Eigenregie kreieren. Sie mit einer externen Regie zu konfrontieren ist daher ein weiterer Reiz für Lenz. Er erwarte allerdings nicht, dass die Studierenden bereits bis zur ersten Konzeptionsprobe den gesamten Text auswendig gelernt haben, da das Verinnerlichen ein im Ensemble gemeinsam stattfindender Prozess sein solle.

Eine Wiederaufnahme von Rainald Goetz’ Drama „Schlachten“ ist für Achim Lenz deshalb aufregend, da die DarstellerInnen in dem halben Jahr Spielabstinenz während ihres Studiums neue Erfahrungswerte sammeln, die sie automatisch in ihre Rollen miteinfließen lassen. Außerdem sei es eine gute Übung, die Inszenierung zu memorieren: Was ist geblieben? Textlich, aber vor allem körperlich. „Häufig ist es so, dass die Darsteller rein körperliche Sachen, wie Positionen im Raum oder gewisse Choreographien, schneller erinnern, als den Text.“

Damit die Aufführungen kommenden Donnerstag und Freitag nicht „Pipikacka“ werden, probt das vierte Jahr bereits seit einiger Zeit mit ihrem Professor Thomas Stich. Lenz wird dann am Tag davor hinzustoßen, um der Generalprobe beizuwohnen und letzte Unstimmigkeiten zu bereinigen. Und dann wird dreimal über die Schulter gespuckt und TOITOITOI ins Ohr geflüstert!

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Ein Beitrag im Rahmen des Projekts "Folkwang StudiScouts".

 

Constantin Hochkeppel / 20. November 2013