Abschlussarbeiten Schauspiel | Regie am Campus Essen-Werden

Am 10. Januar im Pina Bausch Theater

Am Samstag, 10. Januar präsentiert der Folkwang Studiengang Schauspiel | Regie ab 19.00 Uhr die Abschlussarbeiten der AbsolventInnen des Wintersemesters 2014|15 im Pina Bausch Theater am Campus Essen-Werden. Nina de la Parra inszeniert „Hautnah“ von Patrick Marber. Das Stück handelt von einer modernen Krise, dem Druck glücklich zu sein. „Meine Inszenierung üHautnah` ist ein Krieg der sexuellen Politik, der ausgetragen wird auf die einzige Art, die uns jungen, zivilisierten Menschen noch bleibt: über die Sprache.“, so Regisseurin Nina de la Parra. Tim Hebborn bringt zum Abschluss seines Studiums „Judith“ von Friedrich Hebbel auf die Bühne. Er zeigt in seiner Inszenierung zwei Menschen, die nicht länger fremdbestimmt leben wollen. Es entbrennt ein Kampf um die Grenze zwischen Freiheit und Wahnsinn.

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Bereits am Freitag, 09. Januar zeigt der Studiengang außerdem vier aktuelle Regiearbeiten im Rahmen einer Werkschau. Los geht es um 18.00 Uhr, ebenfalls im Pina Bausch Theater.

Karten gibt es zum Preis von 5 Euro (ermäßigt 3 Euro) über die Folkwang Kartenhotline 0201_4903-231, per Mail karten(at)folkwang-uni.de oder an der Abendkasse.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.folkwang-uni.de/regie

 
Die RegisseurInnen zu den Inszenierungen:

Nina de la Parra (Regie):zu „Hautnah“ von Patrick Marber:
„Hautnah“ (1997) von Patrick Marber beschreibt die intime Zerstörung von vier Menschen, isoliert in einer modernen Großstadt. Dan möchte Autor sein, aber arbeitet zurzeit als Nachrufschreiber. Anna ist Fotografin, Larry ein Dermatologe, Alice eine Stripperin.
Alle kämpfen mit der eigenen Identität und um das individuelle Glück.
Alle vier: Egozentrisch, selbstbesessen, narzisstisch, verwirrt.
Sie verlieben und entlieben sich, betrügen sich.

„Hautnah“ ist ein Dialogstück, geschrieben für eine moderne Welt. Mit einem hohen Tempo, Humor, Zynismus und Härte, stürzt Marber seine Figuren ins Verderben. Auf brillante Weise beschreibt er eine moderne Krise. Als junger, kinderloser, westeuropäischen, privilegierter Mensch lebe ich in einer Welt der Selbstdarstellung, der Möglichkeiten, der Freiheit.
Wo findet man noch Erfüllung wenn alles möglich ist? Der Druck glücklich zu sein, ist enorm. Grenzen sollen überschritten worden. Wir fallen auseinander, wenn niemand uns anschaut und uns bestätigt.
Diese konstante Suche nach Bestätigung führt zu einer Überforderung,– mit katastrophalen Folgen für unsere Intimwelt. Alles muss perfekt sein, und die Suche nach der großen Liebe wird dringend – aber fast unmöglich.

Zusammen mit meiner Bühnen- und Kostümbildnerin Jutta Bornemann bin ich auf eine weiße, saubere Ästhetik gekommen: Im Raum befindet sich nichts als vier schöne, gepflegte, fast wie Models aussehende Menschen, die in weißen und beigen Klamotten stecken. Sauber und klinisch. Nach außen wird nicht gezeigt, was man innen fühlt: Jede Verletzung wird versteckt hinter Zynismus, Humor und hinter der Zerstörung des Anderen. Es gibt keine Requisiten, keine Auf- und Abtritte, keine Kostümwechsel: Es gibt kein Entfliehen aus diesem modernen, cleanen Horror-Welt. Es entsteht ein Spiel, in dem sich alle vier langsam aber sicher verlieren.
Meine Inszenierung „Hautnah“ ist ein Krieg der sexuellen Politik, der ausgetragen wird auf die einzige Art, die uns jungen, zivilisierten Menschen noch bleibt: über die Sprache.

Tim Hebborn (Regie):zu „Judith“ von Friedrich Hebbel:
Seit dem frühen Tod ihres Mannes ist Judith's Leben ein Albtraum. Wozu bin ich dä Wer will ich sein? Wieso konnte mein Mann mich nicht lieben? Was stimmt nicht mit mir? Jemand bringt Licht in die Dunkelheit ihrer suchenden Gedanken: Holofernes. Souverän und ungebunden, ein moderner Mann, der sich die Freiheit nimmt nach Grenzen zu suchen, nur um sie zu überschreiten. Judith ist fasziniert, aber die Sache hat einen Haken: Holofernes belagert mit einer Armee von 180.000 Soldaten ihre Heimatstadt.
Judith nimmt die Herausforderung an. Fest entschlossen macht sie sich auf, den Tyrannen zu verführen, um ihn zu töten. Aber im Bett des verhassten Feindes wird die Nacht für die Heldin zur persönlichen Zerreißprobe. Wenn sie ihn mordet wird auch ein Teil von ihr selbst sterben.

Zwei Menschen, die nicht länger fremdbestimmt leben wollen. Zwei Getriebene auf dem Weg in die totale Selbstverwirklichung. Ein Kampf um die Grenze zwischen Freiheit und Wahnsinn.

 

05. January 2015