Folkwang

Sissy Schneider - Folkwang Preisträgerin 2016

Sparte Gestaltung

Am Sonntag, 26. Juni 2016, werden die diesjährigen Folkwang Preise verliehen. StudiScout Emily Dilewski hat sich mit Sissy Schneider unterhalten, die mit dem Folkwang Preis in der Sparte Gestaltung ausgezeichnet wird.

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Studienfach | Semester:

Kommunikationsdesign | 8. Semester

Art des Abschlusses: Bachelor of Arts

Name der ausgezeichneten Arbeit:Die Verquickung von Form und Inhalt

Was inspiriert Dich?
"In erster Linie inspirieren mich Bücher, Essays und Texte. Dabei kann es sich um literarische, philosophische, psychologische oder politische Inhalte handeln."

Wie bist Du mit den Momenten des Scheiterns im Studium umgegangen?
"Ich denke aus dem Scheitern lernt man viel. Neben einer kurzzeitigen Enttäuschung ist das Scheitern der Motor dafür, am Ball zu bleiben, um beim nächsten Mal besser zu scheitern."

Was sind Deine zukünftigen Arbeitsziele?
"Mich fasziniert die Transformation der Informationen, die intelligente Verquickung von Form und Inhalt. Mit diesem Verständnis von Gestaltung möchte ich auch in Zukunft arbeiten und komplexe Zusammenhänge durch die Aufarbeitung und Visualisierung vielen Menschen zugänglich machen."

Mit welchem Thema hast Du Dich bei Deiner mit dem Folkwang Preis   ausgezeichneten Arbeit auseinandergesetzt?
"Bei der Jurysitzung habe ich mehrere Arbeiten gezeigt, die mir im Laufe meines Studiums besonders wichtig geworden sind. Den gemeinsamen Nenner all dieser Arbeiten bezeichne ich jedoch als die „Transformation von Informationen“.

Wie bist Du an das Thema herangegangen?
"Die „Transformation von Informationen“ scheint ein recht weitläufiger Begriff zu sein. Besonders wichtig sind mir dabei die Prozesse der Transformation. Auch diese Prozesse transformieren sich jeweils abhängig vom Thema, von der Intention, von den konkreten Informationen und der Darstellungsweise. Das ist es, was mich so fasziniert. Es gibt einen Ausgangspunkt, die Information. Die Wege der Transformation sind jedoch bei jeder Arbeit anders, um den Kern der Intention und der Information hervorzuheben."

Wie sieht die Umsetzung aus?

"Hier ein Beispiel. Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema „Sexismus in der Werbeindustrie“ habe ich im Arbeitsprozess festgestellt, dass es wenig Sinn macht, sich mit den Werbebildern zeichnerisch auseinanderzusetzen. Sie sind manipuliert, komponiert und emotional aufgeladen. Aus diesem Medium heraus hat sich also ergeben, dass hier die Arbeit mit Collagen zielführend sein würde. Die Illusion, die die Werbeindustrie aufrecht erhalten will, wird ebenfalls durch eine manipulierte Illusion gebrochen, das Augenmerk des Betrachters wird darauf gelenkt, was wirklich dargestellt ist. Anschließend habe ich die entstandenen Collagen in ein fiktives Modemagazin gesetzt und die Doppelbödigkeit durch Artikel zum Thema „Sexismus in der Werbung“ abgerundet."

Was bedeutet der Folkwang Preis für Dich?
"Es liegt mir am Herzen, dass sich Menschen, die sich mit meinen Arbeiten auseinandersetzen, anschließend etwas schlauer sind, einen Aha-Moment hatten oder kritische Fragen stellen. Das ist sehr ambitioniert, aber die Auszeichnung bestätigt mir, dass ich diesen Draht zu den Menschen über meine Arbeiten herstellen kann. Und das ist wundervoll, da ich manchmal daran zweifle, ob das alles überhaupt einen Sinn ergibt, in den Augen des Betrachters."

Vervollständige bitte diesen Satz: Folkwang ist für mich…
"… der Raum, in dem freie künstlerische Arbeiten mit Angewandten verschmelzen können."

Ein Beitrag im Rahmen des Projekts „Folkwang StudiScouts“.

 

Emily Dilewski / 21. June 2016