Folkwang

Johannes Jessen - Folkwang Preisträger 2015

Sparte Gestaltung (Industrial Design)

Am kommenden Sonntag, 12. Juli 2015, werden die diesjährigen Folkwang Preise verliehen. Die Folkwang StudiScouts haben die PreisträgerInnen interviewt und stellen sie im Laufe dieser Woche vor. Tillmann Betz hat sich mit Johannes Jessen unterhalten, der mit dem Folkwang Preis in der Sparte Gestaltung (Studiengang Industrial Design) ausgezeichnet wird.

Johannes Jessen

Johannes Jessen

 

Studienfach | Semester:

Industrial Design / 6. Semester

Art des Abschlusses:

Bachelor of Arts

Name der ausgezeichneten Arbeit:

„Intervator“

Was inspiriert Dich?

„Im Grunde verschiedenste Dinge. Grob gefasst, beschäftige ich mich in meinen Arbeiten besonders gerne mit Material, Form, Ergonomie und Interaktion. Was mich inspiriert, kann ich so generell aber nicht sagen, da das von Projekt zu Projekt immer unterschiedlich ist.“

Wie bist Du mit den Momenten des Scheiterns im Studium umgegangen?

„Scheitern finde ich zu hart formuliert. Aber wenn man so will, Momente des Nicht-Weiter-Wissens, gibt es natürlich immer wieder. Vor allem, weil man ja auch während der Entwicklung von Projekten immer neue Sachen lernt und dabei auch an seine Grenzen kommt. An solchen Punkten habe ich dann immer geschaut, wie ich mich der Herausforderung von einer anderen Seite annähern kann um weiterzukommen und weiterarbeiten zu können. Auch dank der Unterstützung in der Uni war es mir immer möglich, dazuzulernen und meine Lösungen umzusetzen.

Was sind Deine zukünftigen Arbeitsziele?

„Ich befinde mich gerade mitten in meiner Bachelor Arbeit mit dem Thema Mobilität im urbanen Raum, in der ich eine Transportbox für ein Lastenrad gestalte. In Zukunft bin ich offen für neue Erfahrungen und möchte gerne meine Fähigkeiten ausbauen.“

Mit welchem Thema hast Du Dich bei deiner mit dem Folkwang Preis ausgezeichneten Arbeit auseinandergesetzt?

„Das Thema heißt Sport ist Mord und wurde von Matthias Laschke und Marc Hassenzahl betreut. In diesem Projekt habe ich den Intervator entwickelt. Der Intervator ist ein Interaktionsdesign, das Menschen dazu bringen soll, im Alltag ohne Mehraufwand etwas für ihre Gesundheit zu tun.“

Wie bist Du an das Thema herangegangen?

„Ich habe mich zunächst recht experimentell angenähert. Dabei habe ich mir Alltagssituationen angeschaut, in denen es Potenzial gibt, Sport zu machen oder zumindest die Motivation zu sportlicher Bewegung zu steigern. Das habe ich dann immer weiter eingegrenzt und bin letztendlich dazu gekommen, das im Fahrstuhl zu realisieren, weil ich es für eine gute Situation halte, um die Interaktion von Mensch und Fahrstuhl zu gestalten und im Treppen steigen Potenzial sehe, etwas für die körperliche Fitness zu tun.“

Wie sieht die Umsetzung aus?

„Die Umsetzung ist ein Funktionsmodell, welches die Interaktion des Nutzers mit dem Fahrstuhl verändern soll. Der Nutzer möchte zum Beispiel durch Drücken der Taste 2 in den zweiten Stock gelangen. Daraufhin betätigt der Intervator transparent für den Nutzer sichtbar, die Taste 1 und fordert ihn auf sympathische Art und Weise auf, das letzte Stockwerk zu Fuß zu gehen und nebenbei etwas für seine Gesundheit zu tun. Er lässt dem Nutzer aber natürlich die Möglichkeit, das einfach zu überspringen und in den zweiten Stock zu fahren. Hierbei steht die Mündigkeit des Nutzers und die Interaktion auf Augenhöhe im Mittelpunkt.“

Was bedeutet der Folkwang Preis für Dich?

„Der Folkwang Preis bedeutet für mich, dass andere Menschen meine Projekte verstehen; was mich persönlich sehr freut und mich darin bestärkt, weiter zu arbeiten.“

Ein Beitrag im Rahmen des Projekts „Folkwang StudiScouts“.

 

Tillmann Betz / 07. July 2015