Folkwang

Steffen Hartwig – Folkwang Preisträger 2014

Sparte Gestaltung

Zum Abschluss der Reihe stellen die Folkwang StudiScouts heute Steffen Hartwig (Studiengang Kommunikationsdesign) vor, der in diesem Jahr im Rahmen der Preisverleihung am kommenden Sonntag mit dem Folkwang Preis in der Sparte Gestaltung ausgezeichnet wird. Johanna Noltmann hat sich mit ihm unterhalten.

Steffen Hartwig

Steffen Hartwig

 

Steffen Hartwig

Studiengang | Semester:

Kommunikationsdesign | 8. Semester

Art des Abschlusses:

Bachelor of Arts

Name der ausgezeichneten Arbeit:

Maschine Grotesk - Eine Schrift für Maschinen

Was inspiriert Dich?

Ich finde alte, ausgediente oder fast vergessene Sachen inspirierend.
Genauso bringen mich Fehler, unerwünschte Artefakte, unvollkommene Maschinen und Dinge deren Sichtbarkeit nie vorgesehen war auf Ideen.

Gab es im Studium Momente des Scheiterns und wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?

„Wer alle seine Ziele erreicht, hat sie vielleicht zu niedrig gewählt“ - Herbert von Karajan. Das kommt halt mal vor! Entweder versucht man es nochmal, oder andersherum, oder man merkt dass das jetzt Quatsch war und geht erstmal in die Mensa.

Was sind Deine zukünftigen Arbeitsziele?

Weiterhin mit Leuten verschiedenster Disziplinen zusammenarbeiten und die Freiheit zu haben, möglichst viel an Projekten zu arbeiten, die wirklich relevant und interessant sind.

Bezüglich deiner prämierten Arbeit, würden wir gerne von Dir wissen... Mit welchem Thema hast Du Dich auseinandergesetzt?

Mit Schrift. Wie definiert sich eine digitale Schrift? Wie eine Handschrift? Was ist da analog, was digital? Kann man das überhaupt so einfach abgrenzen?

Wie bist Du an das Thema herangegangen?

Eigentlich habe ich sofort angefangen zu Experimentieren, zu Konstruieren, zu Programmieren und im Prozess nahm dann alles eine Form an. Ich begann damit, einer Maschine beizubringen mit einem Pinsel umzugehen, ließ sie Buchstaben malen, veränderte wieder die Lettern und ließ sie wieder zeichnen. So entstand in einem interaktiven Prozess eine Schrift. Die Buchstaben bestehen aus deutlichen und einfachen Formen, das Schriftbild bleibt selbst bei primitivsten Malwerkzeugen entzifferbar.

Wie sieht die Umsetzung aus?

Das Ergebnis ist eine Schrift, die nicht einfach wie gewohnt am Computer benutzt werden kann. Sie wird erst sichtbar, wenn die vorgegebenen Pfade mit einem Zeichenwerkzeug vollzogen werden. Erst die Strichbreite des Stiftes oder Pinsels erzeugt eine sichtbare und lesbare Form. So entstand eine Reihe von Plakaten und Lithografien: Zeichen, Worte und Texte, gesetzt in der Maschine Grotesk, ausgeführt von Maschinen mit unterschiedlichsten Zeichenwerkzeugen.

Was bedeutet der Folkwang Preis für Dich?

Wenn ich an etwas arbeite, weiß ich oft nicht ob das andere verstehen oder etwas damit anfangen können. Es ist toll, diese Resonanz zu bekommen und zu sehen, dass andere sich für so ein Projekt begeistern können.

Ein Beitrag im Rahmen des Projekts Folkwang StudiScouts.

 

27. June 2014