Folkwang

Jung Eun Lee – Dr. Alfred Hoff Sonderpreis zur Förderung junger Pianisten

Heute stellen die Folkwang StudiScouts Jung Eun Lee vor, die in diesem Jahr im Rahmen der Folkwang Preisverleihung mit dem Dr. Alfred Hoff Sonderpreis zur Förderung junger Pianisten ausgezeichnet wird. Elisabeth Hofmann hat sich mit ihr unterhalten.

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Jung Eun Lee

Studienfach | Semester:

Kammermusik, 1. Semester

Art des Abschlusses:

(bereits abgeschlossenes Studium Klavier), zur Zeit Masterstudium Kammermusik

Name der ausgezeichneten Arbeit:

Stücke von Beethoven, Poulenc, Kurtág

Was inspiriert Dich?

Die Zusammenarbeit mit anderen Musikern und Künstlern. Durch die verschiedenen Persönlichkeiten und unterschiedlichen Charaktere, die ich treffe, finde ich auch immer wieder für mich neue Impulse für meine eigene Arbeit bzw. mein Spiel. Die Stücke, die man spielt, bleiben vielleicht dieselben, aber der Ausdruck kann sich bei jeder Zusammenarbeit erneut verändern.

Gab es im Studium Momente des Scheiterns und wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?

Momente des Scheiterns nicht direkt, aber ich bin seit drei Jahren nicht mehr in meinem Heimatland Korea gewesen. Und wenn man dann hört, dass es in der Familie Probleme gibt, dann macht mich das schon traurig, dass ich nicht helfen kann. Dass ich nicht bei ihnen sein kann. Und das hat sich schon das ein oder andere Mal auf mein Spiel ausgewirkt. In solchen Momenten war vor allem mein Professor Henri Sigfridsson eine große Unterstützung. Er ist ein unglaublicher Lehrer und hat meine künstlerische Arbeit auch maßgeblich verändert.

Was sind Deine zukünftligen Arbeitsziele?

Bekanntlich fliegen ja alle Koreaner, die hier studieren, nach ihrem Studium wieder zurück nach Korea. Aber ich hoffe, dass ich hier bleiben und als Künstlerin in Deutschland, bzw. Europa arbeiten kann. Die Atmosphäre und die Arbeitsbedingungen für Künstler bzw. Musiker sind hier in Europa besser, denke ich. In Korea konzentriert sich alls hauptsächlich auf Seoul, dadurch entsteht ein großer Konkurrenzdruck.

Bezüglich deiner prämierten Arbeit, würden wir gerne von Dir wissen... Wie sahen die Proben aus?

Die Proben mit Joel waren sehr angenehm. Er ist ein sehr fröhlicher, lustiger Mensch und bringt immer viel Leidenschaft und Gefühl mit in die Proben.

Was bedeutet der Folkwangpreis für Dich?

Ich war sehr überrascht diesen Preis zu bekommen, denn eigentlich war ich nur die Klavierbegleitung von dem Cellisten Joel Siepmann. Außerdem war nur die Vergabe von Folkwangpreisen angekündigt und ich hatte mich ja auch gar nicht für den Preis beworben. Also, das war schon sehr überraschend. Und die Situation während der Jurymitteilung war auch ein bisschen merkwürdig, weil sie mir meinen Preis vor Joels Preis angekündigt haben und ich habe nur in dem Moment gedacht, warum sie den Preis denn nicht Joel geben. Ich bin doch nur die Begleitung. Aber da wusste ich ja auch noch nicht, dass es einen weiteren Sonderpreis gibt. Ich hatte vor zwei Jahren für meine Soloarbeit im klassischen Klavier einen Folkwangpreis erhalten. der Dr. Alfred Hoff Sonderpreis ist quasi meine erste Auszeichnung in Kammermusik.

Warum studierst Du an Folkwang? Was hat Dich hierher gezogen?

Durch Prof. Young-Chang-Cho ist die Folkwang Universität der Künste in Korea in Musikerkreisen relativ bekannt. Dann habe ich Prof. Sigfridsson in Seoul treffen können, als er dort eine Master-Klasse gegeben hat. Wir sind ins Gespräch gekommen und ich habe ihm davon erzählt, dass ich gerne im Ausland studieren möchte und hatte dann auch ein Vorspiel bei ihm. Dass das geklappt hat hierher zu kommen, ist für mich ein riesen Glück.

Vervollständige bitte diesen Satz: Folkwang ist für mich...

meine erste Uni im Ausland und durch die Arbeit mit Prof. Sigfridsson ein wichtiger Bestandteil meines künstlerischen Lebens.

 

25. June 2014