Folkwang

Offene Bühne, große Vielfalt: Ein Abend bei „Plattform“

StudiScoutin Greta war bei „Plattform“, ein interdisziplinärer Abend von und für Studierende der Folkwang Universität der Künste am 31. Oktober 2025. Neben den Eindrücken von der Veranstaltung hat sie auch mit den Tanzstudierenden Adele und Sofia, die Teil des Orga-Teams sind, gesprochen – über das Projekt und darüber, wie man mitmachen kann.

Foto: Greta Gottschalk

Foto: Greta Gottschalk

 

„Plattform“ ist ein studentisch organisierter Abend an der Folkwang Universität der Künste. Als ich mich kurz vor der Ausgabe am 31. Oktober mit zwei der Organisatorinnen, Adele und Sofia, treffe, sprechen sie von der Vielfalt und der Fülle an Disziplinen, die hier zusammenkommen. Und im Programm zeigt sich genau diese Mischung: Tanz, Physical Theatre, klassische Musik, unterschiedlichste musikalische Beiträge, manchmal Video, manchmal Elektronik – jedes Jahr neu, jedes Mal anders.

 

Dabei entstehen Begegnungen, die außerhalb des Curriculums kaum denkbar wären. Wenn etwa ein performatives Klavierstück bei einer Tänzerin so viel Resonanz weckt, dass später eine gemeinsame Arbeit daraus entsteht. Spontane Impulse, die weiterführen, weil der Raum es zulässt. Hier kann experimentiert werden – ohne Credits, ohne Bewertung, ohne den Druck, etwas „Fertiges“ präsentieren zu müssen. Gerade im Tanz – aber nicht nur dort – liegt der Fokus des Studiums oft auf Technik, Präzision und Wiederholbarkeit. Deswegen sind Veranstaltungen wie „Plattform“ so wichtig, um ausprobieren zu können, einen geschützten Raum zu haben, in dem scheitern erlaubt ist und eine eigene künstlerische Handschrift entstehen darf. 

 

Die Abende finden im Pina Bausch Theater statt und bieten die Gelegenheit, gemeinsam mit einem professionellen Technikteam Lichtkonzepte zu testen, Bühnenaufbauten auszuprobieren und Soundchecks begleitet zu gestalten. Alle Beteiligten haben somit die Möglichkeit, viel zu lernen, aber auch zu sehen, wie unterschiedlich Disziplinen mit Bühne, Raum und Technik arbeiten: welche Mikrofone Musiker*innen benötigen, welches Licht der Tanz verlangt, wie Physical Theatre mit Material umgeht. 

 

Und wie macht man mit? Der Open Call wird etwa zwei Monate vor der Veranstaltung vom Orga-Team per E-Mail veröffentlicht, und interessierte Studierende können sich ebenfalls per E-Mail mit allen relevanten Informationen zu ihrer Performance bewerben. Es gibt keine Auswahl, keine Hürden: Wer sich meldet, ist dabei. Sobald der Abend voll ist, gibt es eine Warteliste.
Das gilt auch für das Organisationsteam, das jedes Mal neu entsteht. Jede Person, die sich einbringen möchte – in Moderation, Organisation oder Kommunikation –, kann sich gerne schon jetzt melden und Teil des Teams werden, persönlich bei den Organisator:innen oder auf instagram unter @folkwang_plattform

 

Mein Eindruck ist, dass Plattform mehr ist als eine offene Bühne: Es ist ein Labor im besten Sinn. Es ist ein Ort, an dem Studierende Dinge wagen dürfen, für die im regulären Studium oft wenig Raum bleibt. Ein Ort, der von professioneller Infrastruktur getragen wird und dennoch frei bleibt von Erwartungen.
Oder wie Adele im Gespräch sagt: „Plattform“ ist wie ein weißes Blatt Papier, das gemeinsam beschrieben wird – jedes Semster, jeden Abend neu.

 

Greta Philipp Gottschalk / 19. December 2025