Impuls_GlaubeHoffnungLiebe

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Studierende der Studiengänge Physical Theatre, Tanz, Schauspiel, Musical, Komposition, Musiktheorie, Politikwissenschaften sowie externe KünstlerInnen aus der bildenden und performativen Kunstszene Deutschlands suchen auf unterschiedlichen Wegen nach Antworten zu den Begriffen Glaube, Hoffnung, Liebe. Es geht um das Deutsche, Angst und Terror, soziales Engagement und das Opfern.

Was passiert, wenn man vier mitteleuropäischen Menschen um die Mitte zwanzig die Begriffe Glaube, Hoffnung, Liebe nennt und die Aufgabe erteilt, impulsartig unabhängig voneinander in eine Recherche einzusteigen? Vier Menschen, die in einer Zeit aufwachsen, in der globale Machtverschiebungen geltende Einflussgebiete streitig machen, der europäische Zusammenschluss an Stärke gewinnt und Deutschland langsam lernt, sich von seinem Nachkriegstrauma zu erholen. Eine Zeit, die immer größere Unsicherheiten bereithält und immer kapitalistischere Antworten bietet. Eine Zeit, in der radikalisierte Gruppierungen die Nation und Welt in Atem halten, das Internet bisher ungeahnte Möglichkeiten der Intervention offenbart, der Ruf nach Privatsphäre immer lauter wird und sich das Individuum behaupten muss.

Wo ist da der Raum für Glaube? Hoffnung? Liebe?

Und vielmehr: Wohin führt die Recherche der vier jungen Menschen, die sich in dieser ereignisreichen Zeit diesen drei großen Worten ausgesetzt sehen?

 

Foto: Mats Süthoff
Foto: Alejandra Jenni Palma
Foto: Constantin Hochkeppel
Foto: Constantin Hochkeppel
Foto: Elisabeth Hofmann
Foto: Elisabeth Hofmann
Foto: Sebastian Gisi
Foto: Sebastian Gisi
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Vier Physical Theatre Studierende wollen sich dieser Frage annehmen und parallel in vier kleinen Teams Nachforschung betreiben:

Die jeweiligen Gruppen setzen sich zusammen aus Kunstschaffenden verschiedener Sparten. Neben KünstlerInnen aus der performativen Kunst, werden wir mit Video- und TonkünstlerInnen, bildenden KünstlerInnenn sowie DramaturgInnen, WissenschaftlerInnen und ExpertInnenen zusammenarbeiten. Jedes Teammitglied soll im Recherche- und Probenprozess die Möglichkeit bekommen, sich nicht nur in seinem Metier behaupten zu können, sondern auch in einem fremden Fachbereich dilettieren zu dürfen.

Nach dem mehrmonatigen kollektiven Rechercheprozess findet eine vierwöchige Probenphase statt, in der nach einer Umsetzung in Bild und Ton, auf der Bühne, als Site Specific, Lesung oder als andersartige Präsentation der (immer nur vorläufigen) Ergebnisse gesucht wird.


Die vier InitiatorInnen und ProjektleiterInnen beschreiben Ihre Projektgruppen:

_Sebastian Gisi, 25 Jahre, Physical Theatre, 8. Semester
„Nichts Besonderes, ist halt unsere Heimat und die Heimat unserer Vorfahren, aber viel mehr?“ (Zitat)
Zwei Wochen sind wir quer durch die Bundesrepublik gereist, haben 3500 km zurückgelegt. Am Ende waren wir übervoll mit Eindrücken und Erlebnissen. Was für ein faszinierendes Land. Dem sollen wir jetzt auf der Bühne gerecht werden? Wenn jetzt erwartet wird, dass wir ein Stück auf die Bühne bringen, das den ZuschauerInnen zeigt, was Deutschland und das Deutsche ausmacht, dann kann ich schon jetzt sagen, das wird es nicht sein. Denn es gibt keinen gemeinsamen Nenner. Wir versuchen vielmehr, die Vielfalt, die wir erlebt haben, durch unsere persönlichen Qualitäten und Wahrnehmungen umzusetzen. Als Ensemble arbeiten wir daran, eine geeignete Ästhetik zu finden für unser Vorhaben. Im ständigen Wandel begriffen fahren wir Richtung Premiere.
Hier können Sie virtuell unsere Reise nochmals nacherleben.


_Constantin Hochkeppel, 25 Jahre, Physical Theatre, 8. Semester
Nun sind wir vom Islamischen Staat, Terror und der zersetzenden Emotion Angst ausgegangen und haben bereits vor langem angefangen, zu recherchieren: Bücher über Bücher haben wir gelesen, Ekel erregende Videos angeschaut, gemeinsam verarbeitet, uns das Hirn zermartert. Dann irgendwann ging es in die Probenphase.
Was jetzt, nach zwei Wochen Proben und noch 1 ½ Wochen to go, dabei rauszukommen scheint, hat nur mehr wenig mit eben jenen Themen gemein. Die Arbeit hat sich in eine unvorhergesehene Richtung entwickelt, die dennoch spannend ist. Drei Frauen auf der Bühne... Was kann dabei schon schief gehen?!

_Elisa Hofmann, 29 Jahre, Physical Theatre, 8. Semester
Die Opferung hat begonnen! In den nächsten Wochen beschäftigt sich die Projektgruppe "Opfer Sacrifice Offret" des Folkwang LABs GlaubeHoffnungLiebe mit Opfern, Andrei Tarkovsky, Apokalypse, Schweiß, Göttern, dem Wort, dem Überflüssigen, Korsett und Gärtnerei… und wenn wir dann nicht tot sind, präsentieren wir unsere Suchergebnisse am 16. bis 18.10.2015 im Maschinenhaus Essen.

_Alejandra Jenni Palma, 22 Jahre, Physical Theatre, 8. Semester
Wahnsinn. Nun sind wir schon fast am Ende unserer Probenzeit. Welch eine abenteuerliche Reise wir erlebt haben und immer noch erleben. Es begann alles mit dem Bedürfnis, in der Welt etwas zu verändern. Ja, sich aktiv für eine Sache einzusetzen. So kamen wir zusammen, um herauszufinden, was uns als Gruppe empört: „Verkürzung der Kindheit“ – alle wollten was dagegen unternehmen. Wir fanden das Problem beim Bildungssystem. Also besuchten wir Schulen, um uns bei den Kindern umzuhören, lasen Bücher, Artikel, Interviews, Reportagen und forschten gedanklich in unserer Vergangenheit...
Was gerade im Probenraum entsteht, lässt sich mit Worten noch nicht beschreiben.

 

Die Präsentation des LABs GlaubeHoffnungLiebe findet am 16. und 17. Oktober 2015 um 19.30 Uhr im Pina Bausch Theater auf dem Campus Essen-Werden statt.

Das Projekt „OPFER“ (AT) von Elisabeth Hofmann findet mit Unterstützung des Maschinenhaus Essen vom 16. bis 18. Oktober 2015 ebendort statt. Weitere Infos und Karten dazu unter www.maschinenhaus-essen.de

 

Mitwirkende:

Anneke Brunekreeft (Musical)
Saskia Rudat (Physical Theatre)
Marie-Paulina Schendel (Schauspiel)
Anne Krönker (extern)
Janina Warnk (extern)
Aly Ostovar (ICEM)

Roland Matthies (extern)
Moritz Fleiter (Physical Theatre Alumnus)
Clara Gohmert (Physical Theatre)
Michael Zier (Physical Theatre Alumnus)
Anjorka Strechel (extern)
Veronika Heisig (Tanz)
Christoph Plünnecke (extern)
Charles Deichmann (ICEM)
Elisabeth Fügemann (extern)
Simon Knöß (extern)
Sophie Reyer (extern)
Ramona Schmalen (extern)

Friedemann Brennecke (ICEM)
Felix  Markgraf (extern)
Clara Manderscheid (Tanz)
Mats Süthoff (Physical Theatre)

Jasper Schmitz (Physical Theatre Alumnus)
Céline Bellut (Tanz)
Liliana Ferri (Tanz)
Vasko Damjanov (ICEM)
Saskia Bauer (extern)
Ivo Schneider (Physical Theatre)

 

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