Künstlerisches Profil

Auf der Basis der Bewegungslehre von Rudolf von Laban entwickelten Kurt Jooss und Sigurd Leeder Eukinetik (Bewegungsdynamik) und Choreutik (Bewegungsform) als Grundprinzipien für die tänzerische Ausbildung und für die choreographische Anwendung. Bereits der Tanzunterricht wurde von Jooss und Leeder als ein kreativer Prozess verstanden, der sich nicht im Vermitteln von festgelegten Bewegungen und Schrittmustern erschöpft. Ihrem Bewegungsvokabular lag außerdem eine innere Haltung zugrunde, die von den Tänzern mitvollzogen werden musste.

Der an Folkwang vermittelte Tanz beinhaltet aufgrund dieses Verständnisses von Tanzausbildung ein kreatives Potential, das die Studierenden dazu anregt, sich eigenverantwortlich mit Bewegung zu beschäftigen. Ausbildung wird an der Folkwang Universität der Künste als kreativer Prozess verstanden, der sich im stetigen Wandel befindet. Ziel ist es nicht, Tänzer auszubilden, sondern tanzende Menschen.

Offenheit und Neugier lassen den Folkwang Tanz immer wieder die Zusammenarbeit und den Austausch mit renommierten Kompanien, Veranstaltern und Ausbildungsstätten suchen. Dadurch fließen immer wieder aktuelle Strömungen in die Arbeit des Studiengangs Tanz ein und erweitern den Horizont von Studierenden und Lehrenden. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten auch die Dozenten, die neben ihren Ausbildungsverpflichtungen an Folkwang als Tänzer, Choreographen oder Pädagogen national und international tätig sind.

International renommierte Choreographen erarbeiten für und mit den Studierenden Stücke für die jährlichen Tanzabende. Ziel ist es, die angehenden Tänzer schon früh von der Erfahrung, dem Wissen und Können erfahrener Künstler profitieren zu lassen, um so ihre künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern.

Workshops mit GastlehrerInnen der verschiedensten zeitgenössischen Tanztechniken ergänzen die Ausbildung. Daneben haben die angehenden Tänzerinnen und Tänzer die Möglichkeit, sich in der spartenübergreifenden Zusammenarbeit mit MusikerInnen, KomponistInnen, darstellenden KünstlerInnen und MedienkünstlerInnen zu versuchen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist die Förderung der eigenständigen choreographischen Arbeit. Eine Auswahl der studentischen Arbeiten wird einmal im Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt. Für viele Nachwuchschoreographen war dieser Abend das Sprungbrett für ihre weitere künstlerische Arbeit.