„Mythos. Moderne. Morgen“

Das Jahresprojekt 2012 des Kollegs für Musik und Kunst Montepulciano

Am Anfang steht jedes Jahr eine schwere Prüfung: über 18 Stunden Fahrt in einem (allerdings hochmodernen) Reisebus durch halb Deutschland, die Schweiz und Norditalien müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahresprojekte des Kollegs für Musik und Kunst Montepulciano durchstehen können. Doch bei der Ankunft in einer der schönsten Städte der Toskana lässt der grandiose Ausblick über die Weiten der Landschaft die Enge des Reisebusses vergessen.

Zum zweiten Mal seit der Gründung des Kollegs kamen in den beiden letzen Septemberwochen des Jahres 2012 Studierende und Lehrende aller kooperierenden Kunst- und Musikhochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen in Montepulciano zusammen. Sie waren Gast im Palazzo Ricci, einem aufwändig restaurierten Palast der Renaissance, in dem seit über zehn Jahren die Europäische Akademie für Musik und Darstellende Kunst zu Hause ist

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jahresprojekts 2012 im Palazzo Ricci, Abschlussbild eines Videos von Lena Rogy, Folkwang Universität der Künste | © Lena Rogy, Essen
Ausblick vom Palazzo Ricci auf die toskanische Landschaft | © Raphael Rumpf, Köln
Fallon-Delphine Marschhäußer, Kunstakademie Münster, während einer Arbeit im Cantinone Arte | © Lena Rogy, Essen
Performance im Teatro Poliziano mit Studierenden der Folkwang Universität der Künste, der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und der Hochschule für Musik und Tanz Köln | © Lena Rogy, Essen
Interaktive Video-Projektion im „Raum der Stille“ im Palazzo Ricci, Arbeit von Studierenden der Kunstakademie Münster und der Kunsthochschule für Medien Köln | © Lena Rogy, Essen
Morgens trafen sich Studierende zum gemeinsamen Warm-up im Innenhof des Palazzo Ricci. | © Raphael Rumpf, Köln
Das Teatro Poliziano mit seiner Innenausstattung aus der Zeit um 1800 stand ebenfalls für Arbeiten zur Verfügung. | © Sandra Schreiber, Essen

Neben Vorträgen von Dozenten der beteiligten Hochschulen und Exkursionen stand zunächst das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Dann bildeten sich verschiedene Projektteams, die unter dem diesjährigen Motto „Mythos. Moderne. Morgen.“ sparten- und hochschulübergreifend an verschiedenen Orten in Montepulciano eigenständig und im Austausch mit Mentoren arbeiteten. Weniger das Ergebnis stand dabei im Vordergrund, sondern der Dialog zwischen den verschiedenen Künste. Insgesamt 18 verschiedene Projekte, darunter Kurzfilme, Performances und Installationen konnten realisiert werden und wurden bei der Abschlussveranstaltung in Montepulciano gezeigt.

„Es sind Freundschaften entstanden, die mich künstlerisch und persönlich stark beeinflusst haben“, so einer der Teilnehmer. Das Ziel, Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen zusammen zu bringen und ihnen Möglichkeiten zu öffnen, gemeinsam künstlerisch zu arbeiten, wurde auch in diesem Jahr wieder erreicht. Die positive Resonanz aller Beteiligten ist ein guter Ausgangspunkt und Ansporn für das in 2013 geplante dritte Jahresprojekt mit dem Motto „Wie die Zeit vergeht“.

Sybille Fraquelli

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