Die Folkwang Geschichte

Der Name Folkwang ist längst zum kulturellen Markenzeichen geworden, und das weit über nationale Grenzen hinweg. Seit nunmehr 90 Jahren steht er für Musik, Theater, Tanz, Gestaltung, Wissenschaft, für die Verbindung der Künste untereinander, für interdisziplinäres Lehren, Lernen und Produzieren. Gegründet wurde die heutige Folkwang Universität der Künste 1927 von dem Operndirektor Rudolf Schulz-Dornburg, dem Bühnenbildner Hein Heckroth und dem Choreographen Kurt Joos. Sie trug damals den Namen "Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen“ und traf in Essen auf die bereits seit 1911 bestehende „Staatlich genehmigte Handwerker- und Kunstgewerbeschule“, die später zur „Folkwangschule für Gestaltung“ wurde und mittlerweile ein Teil der Folkwang Universität der Künste ist.

Aber Folkwangs Wurzeln liegen noch viel weiter zurück als 1927 – sie reichen mindestens bis zur Geburt von Karl Ernst Osthaus, dem großen Kulturvermittler, Mäzen und Museumsgründer der Region im Jahre 1874.

„Ohne die Mitwirkung der Kunst sind die wichtigsten Fragen des Lebens unlösbar.“

„Folkwang ist die Einheit aller Künste und aller künstlerischen Erziehung.“

„Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel.“

_Karl Ernst Osthaus

Was vorab geschah:

um 799

_Gründung der Siedlung Werden und der Benediktiner-Abtei durch den heiligen Ludgerus.

ca. 900

_Entstehung der Musica enchiriadis in der Abtei Essen-Werden.

Es entstehen umfassende Schriften, die eine Entstehung der "Musica enchiriadis" in der Abtei Essen-Werden äußerst wahrscheinlich machen. Der Traktat "Musica enchiriadis" beinhaltet die früheste Notation für ein genaues mehrstimmiges Singen und bildet somit die Grundlage für alle spätere Mehrstimmigkeit in Europa.
Zwar ist die Urschrift verschollen, doch finden sich Teile daraus in einem Fragment der Schrift, dem Fragment K3:H3 der Düsseldorfer Universitäts- und Landesbibliothek – auch bekannt unter dem Namen „Düsseldorfer Fragment“ - welches die älteste Abschrift darstellt und in der Abtei in Essen-Werden entstanden ist. Kenntnisreichtum und Kreativität des Schreibers stellen diese Schrift in Autornähe. Als Verfasser oder Initiator der verschollenen Urschrift - der Vorlage, welche auch das Düsseldorfer Fragment beinhaltet haben muß - gilt mit höchster Wahrscheinlichkeit der Abt Hoger von Werden († 906). Neben dem "Düsseldorfer Fragment" fand sich in Werden außerdem die umfangreichste und wichtigste Abschrift der "Musica enchiriadis": die (in Bamberg aufbewahrte) "Bamberger Handschrift Var. 1", um 1000 geschrieben. Diese Abschrift ist ebenso in Werden entstanden und steht in deutlicher Beziehung zum "Düsseldorfer Fragment".

(Dazu: Dieter Torkewitz: Das älteste Dokument zur Entstehung der abendländischen Mehrstimmigkeit: eine Handschrift aus Werden an der Ruhr: das „Düsseldorfer Fragment“. In: Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft. Bd. 44. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 1999)

1750-1800

_Entstehung der Barockresidenz – dem heutigen Folkwang Hauptgebäude – auf den Grundmauern der alten Benediktiner-Abtei.

1811-1928

_Nutzung der ehemaligen Benediktiner-Abtei als Strafanstalt.

1874

_Dr.h.c. Karl Ernst Osthaus – Museumsgründer, Mäzen und Kulturvermittler – wird am 15. April in Hagen geboren.

1901

_Eröffnung der staatlich-städtischen Gewerbeschule in Essen mit den Bereichen Maschinenbau, Bauhandwerk und Dekorationsmalerei.
Wird 1911 in die „Staatlich genehmigte Essener Handwerker- und Kunstgewerbeschule“ umgewandelt; mit weiteren Fachklassen für Modelleure, Stukkateure, Ziseleure und Grafiker. Direktor: Reg.-Baumeister Prof. Dr. Alfred Fischer.

1902

_Osthaus eröffnet in Hagen das Folkwang Museum (heute Karl-Ernst-Osthaus-Museum). Den Begriff „Folkwang“ entnimmt er der nordischen Mythologie; Folkwang sollte eine Begegnungsstätte sein für Bürger jedweden Standes.

Zum Begriff Folkwang:

Folkwang ist die „Halle des Volkes“, der Saal der Freya, der germanischen Göttin der Schönheit und der Liebe; entliehen aus der „Edda“ (nordische Mythen). Der Folkwang (altnord. Folkvangar – „Volkshalle, Volkswiese“), auch als Folkvang oder Volkvang bezeichnet: einer der Götterpaläste in Asgard  und Wohnsitz der Göttin Freyja oder Freya (nordgermanische „Göttin der Liebenden und der Fruchtbarkeit“ oder auch „Göttin der Schönheit, der Liebe und der Künste in Wallhall“).

„Volkwang ist die neunte: da hat Freyja Gewalt
Die Sitze zu ordnen im Saal.
Der Walstatt Hälfte wählt sie täglich,
Odin hat die andre Hälfte.“
(Edda, Grimnismal, Strophe 14)

1920

_Als Reaktion auf die Novemberrevolution (Ende der Monarchie) und Veränderungen in der Gesellschaft plädiert K. E. Osthaus für die Einrichtung von Folkwang Schulen. Im Sinne der Einheit aller Künste und aller künstlerischen Erziehung sollen auch Musik, Schauspiel und Gymnastik einbezogen werden.

Einheit der Künste:

1920 formulierte K. E. Osthaus seine Zielsetzung einer künstlerischen Ausbildung:

„In der Sehnsucht nach einem Zusammenwirken aller Künste zu einheitlicher Tat kommt es nicht darauf an, den Schüler gelehrt und berufstüchtig, sondern schöpferisch zu machen. Folkwang Schulen haben also nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern den jungen Menschen im Sinne seiner persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten zu bilden.

1922

Ein Jahr nach Osthaus’ frühem Tod (25. März 1921 in Meran) verkaufen die Erben sämtliche Bestände des Folkwang Museums für 15 Millionen Reichsmark an die Stadt Essen (nachdem die Stadt Hagen das Angebot abgelehnt hatte).

1925

Kurt Jooss, Rudolf Schulz-Dornburg, Hein Heckroth, Rudolf von Laban, Hermann Erpf und Vilma Mönkeberg gründen in Münster die „Westfälische Akademie für Bewegung, Sprache und Musik“, die dort bis zum Umzug aller Folkwang Protagonisten nach Essen (1927) besteht. Ein inhaltlicher Vorläufer der Folkwangschule.


Die Folkwang Schulen von der Gründung bis heute:

1927

_Gründung der „Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen“ durch den Operndirektor Rudolf Schulz-Dornburg und den Choreographen Kurt Jooss mit Unterstützung des Essener Oberbürgermeisters Dr. Franz Bracht. Schulgebäude in der Friedrichstr. 34 in Essen.

Definition "Folkwang":

Der Ursprung des Namens Folkwang liegt in der nordischen Mythologie. Der Hagener Kunstsammler und Mäzen Karl Ernst Osthaus (1874-1921) wählte ihn1902 für sein Museum in Hagen; er entlieh ihn der Edda. Folkwang ist der Saal der Freya, der germanischen Göttin der Liebe und der Schönheit und sollte eine Begegnungsstätte sein für alle Bürger jedweden Standes, eine Begegnung mit der Kunst, der Schönheit, die nicht nur gesellschaftliches Dekor ist, sondern eine volkserzieherische Forderung bedeutete. 1927 übernahmen der Operndirektor Rudolf Schulz-Dornburg (Direktor), der Choreograph Kurt Jooss (Leiter der Tanzabteilung), Hein Heckroth (Leiter der Bühnenbildklasse), Karl Tidten (Leiter der Abteilung Sprechen), Hermann Erpf (Komponist, Leiter der Abteilung Musik, Direktor) und Max Fiedler (städtischer Musikdirektor, Direktor) diesen Namen für die Gründung der Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen in Essen. 1928 erhielt auch die bereits bestehende Fachschule für Gestaltung diesen Namen. Und von da an stand Folkwang für die Idee der Einheit der Künste (siehe auch Jahr 1920).

_Bereits seit 1911 gab es in Essen die Handwerker- und Kunstgewerbeschule (Direktor Prof. Dr.Ing. e.h. Alfred Fischer, Architekt), die 1928 in „Folkwangschule für Gestaltung“ umbenannt wurde. Von da an steht der Name Folkwang für zwei Schulen und für die Einheit der Künste, die Vereinigung unter einem gemeinsamen ideellen Dach

1928

_Einrichtung der Kirchenmusikabteilung.
_Gründung des "Folkwang-Tanztheater-Studios".

1930

_Einrichtung der Abteilung Rhythmik durch Elfriede Feudel.
_Musikpädagogische Arbeitskurse mit Fritz Jöde.

1932

_Vorübergehende Schließung der Schule für Musik, Tanz und Sprechen wegen der Weltwirtschaftskrise.
_1. Preis für die Choreographie „Der grüne Tisch“ von Kurt Jooss mit der „Folkwang Tanzbühne“ beim Internationalen Choreographie-Wettbewerb in Paris.

1933

_Umbenennung der Folkwangschule für Gestaltung in „Folkwang-Handwerkerschule“; Beurlaubung des Direktors Fischer und Entlassung einiger der fähigsten, moderner Kunst zugewandter Lehrer wie Max Burchartz (Bauhaus-Umfeld, Fachklasse für Werbegrafik und Fotografie).

1934

_Erklärung der Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen zur „Reichsfachschule für Musik“.
_Kurt Jooss emigriert in einer dramatischen Nachtaktion nach England; mit ihm der größte Teil seiner Kompanie.
_Gestaltungsschule wird zur „Folkwang Meisterschule“.

1935

_Übernahme der „Reichsfachschule für Musik“ durch die Stadt Essen; gleichzeitig Sicherung der Finanzen durch Gebühren der Studierenden.

1943

_Ernennung der Folkwangschule zur „Landesmusikschule Ruhrgebiet“.
_Anton Hardörfer (Chorleitung) wird Direktor.

1946

_Neuer Sitz der Landesmusikschule Ruhrgebiet in der ehemaligen Benediktiner-Abtei in Essen-Werden.
_Wiederaufbau des durch Kriegseinwirkung beschädigten Gebäudes.

1948

_Wiedereröffnung des gestalterischen Zweigs als „Folkwang Werkkunstschule“ unter dem Leiter Prof. Hermann Schardt. Nun gemeinsam angesiedelt mit den anderen Folkwang Künsten in der Benediktiner-Abtei in Essen-Werden; formal als zwei Schulen, die sich eine Mensa teilen.

1949

_Einweihung der Aula (Preußenflügel, heutige Alte Aula).
_Kurt Jooss übernimmt nach Rückkehr aus dem Exil wieder die Tanzabteilung.

Zitat Kurt Jooss:

„Das zentrale Erlebnis im neuen Tanz bildet die Erfahrung des innigen Zusammenhangs der körperlichen Geste, überhaupt jeder äußeren Bewegung mit einem Inneren, mit der Gemütsbewegung … Dem Tänzer und Choreographen entsteht die Aufgabe, in strenger Selbstkritik und kompromissloser Disziplin stets die echte, die wesentliche Bewegung für einen bestimmten Inhalt zu finden und damit zu komponieren. Aus dieser Forderung ergibt sich ein schmaler Weg, der harte Pfad des Wesenhaften, der Essenz.“

_Kurt Jooss, in „Gedanken über Stilfragen zum Tanz“, Essen 1957.

_Neuinszenierung von Ludwig Webers Spiel „Christgeburt“ für DarstellerInnen, SängerInnen und TänzerInnen durch Kurt Jooss unter Mitwirkung aller Abteilungen und Folkwang Disziplinen.

1950

_Gründung des Folkwang Tanztheaters nach dem Modell von 1929 als städtisches Ballett.
_Gründung der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Folkwangschulen (GFFF) zur Unterstützung besonders begabter und bedürftiger StudentInnen der Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen und der Folkwangschule für Gestaltung. Vorsitzende der Gesellschaft: Dr. Hans Broche (1950-1963), Prof. Dr. Herbert Schelberger (1963-1973), Dr. Christoph Brecht (1973-1987), Otto Sollböhmer (1987-1995) und Dr. Friedrich Janssen (seit 1995).

1956

_GMD Prof. Heinz Dressel wird Direktor.
_Reorganisation der Schulstruktur: Umbenennung in „Folkwangschule für Musik, Theater, Tanz“.
_Ausbau der Abteilung Sprechen zu einem Schauspielinstitut.
_Übernahme der Dirigentenklasse, des Orchesters und der Opernabteilung durch Prof. Heinz Dressel.

1958

_Übernahme der Opernabteilung durch Prof. Günter Roth.
_Erstmalige Verleihung des Folkwangpreises durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Folkwangschulen an Pina Bausch (Tanz) und Werner Sindemann (Gesang). Erster Preisträger Fotografie war 1960 Guido Mangold.

1959

_Neueinrichtung des Bereichs Fotografie an der Folkwangschule für Gestaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Otto Steinert.
_Übernahme der Schauspielabteilung durch Prof. Werner Kraut.
_Einrichtung des Instituts für wirtschaftliche Werbelehre.
_Beginn der Sommerakademien für Zeitgenössisches Schaffen.

1960

_Gründung des „Folkwang Tanzstudios“ (FTS).

1963

_Erhebung der „Folkwangschule für Musik, Theater und Tanz“ in den Rang einer Hochschule durch Kabinettbeschluss des Landes Nordrhein-Westfalen: „Folkwang Hochschule für Musik, Theater, Tanz - Essen“.

1965

_Einrichtung einer Pantomimeklasse innerhalb des Studiengangs Schauspiel unter Prof. Günter Titt.

1966

_BBC-Fernsehaufzeichnung „Der grüne Tisch“
_Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes an Prof. Kurt Jooss.
_Beteiligung der GestalterInnen an der Weltausstellung Expo in Montreal im Deutschen Pavillon.

1967

_Die Folkwang Hochschule wird in die Trägerschaft des Landes NRW übernommen.

1968

_Die Folkwangschule für Gestaltung will auch Hochschule werden. Gemeinsame Aktionen aller Folkwang Disziplinen für eine gemeinsame Struktur und den gleichen Status.

1969

_Leiter des Instituts Tanz: Prof. Hans Züllig.

1970

_Einrichtung der Lehramtsstudiengänge Musik unter Leitung von Prof. Heinz. W. Höhnen.
_Leitung des Studios Neue Musik: Prof. Wolfgang Hufschmidt.

1971

_Gründung des Elektronischen Studios (heute icem).

1972

_Trennung der Folkwangschule für Gestaltung von den anderen Folkwang Disziplinen. Trotz zahlreicher Proteste wird der Bereich Gestaltung - nach einem Zwischenschritt (1971) über die Fachhochschule Essen - in die neu gebildete Gesamthochschule (Universität) Essen, Fachbereich 4, eingegliedert. Die Studiengänge Industrial Design, Kommunikationsdesign und Lehramt Kunst sind damit in die Trägerschaft des Landes NRW übernommen.
_Zusammenfassung von Folkwang Hochschule, Institut Duisburg und den berufsbildenden Abteilungen der Konservatorien Essen und Duisburg.

1973

_Prof. Werner Krotzinger wird Direktor der Folkwang Hochschule.
_Schenkung der Musiksammlung von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach mit rund 7000 Schallplatten und Tonbändern durch Arndt von Bohlen und Halbach an die Hochschule.

1974-77

_Internationale Folkwang Meisterkurse in der Villa Hügel mit den Professorinnen und Professoren Hermann Baumann, Saschko Gawriloff, Detlef Kraus, Rita Streich, Paul Tortelier, Gerd Zacher, Paul Badura-Skoda und János Starker.

1978

_Industrial Design bildet seinen Schwerpunkt in Essen. Die Studiengänge ID aus Dortmund, Krefeld und Köln werden mit dem Essener Angebot weiter profiliert. Dadurch Verbesserung bei Ausstattung und Personal.
_AbsolventInnen von Industrial Design und Kommunikationsdesign erhalten erstmalig Hochschul- bzw. Universitäts-Diplome.

1986

_Einführung eines Stipendiums für Höchstbegabte durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer.

1988

_Besetzung der Alten Aula durch Studierende und DozentInnen, Non-Stop-Konzert zur Verhinderung des Abrisses.
_Fertigstellung und Inbetriebnahme der Neuen Aula.
_Verabschiedung des Kunsthochschulgesetzes des Landes NRW; die Kunsthochschulen werden rechtlich mit den wissenschaftlichen Hochschulen gleichgestellt und erhalten Autonomie in der Selbstverwaltung.
_Das Duisburger Institut wird zum Fachbereich 4 der Folkwang Hochschule.
_Einführung der Studiengänge Musical und Jazz.

1990

_“ex machina“, 1. Internationales Festival für Computermusik und Medienkunst.

1997

_Der Studiengang Tanz unter Leitung von Prof. Lutz Förster bekommt den Deutschen Kritikerpreis.

2000

_Integration der Westfälischen Schauspielschule Bochum als Studiengang Schauspiel Bochum.

2002

_Nach umfangreichen Reformprozessen in der Folkwang Hochschule wird Duisburg zum offiziellen dritten Campus neben Essen und Bochum und erhält als eigenständiges Profil die Studienschwerpunkte Alte Musik, Kammermusik und Klavier.

2003

_Eröffnung des Kleinen Konzertsaal in Duisburg
_Einweihung der Weißen Mühle in Essen-Werden, die seitdem den Studiengang Musical beherbergt.

2004

_Dortmund wird vierter Campus der Folkwang Hochschule. Hier entsteht das
Orchesterzentrum NRW, eine gemeinsame Einrichtung der vier NRW Musikhochschulen; der Neubau, direkt neben dem Konzerthaus in der Innenstadt, wurde im April 2009 eröffnet

2007

_Die Folkwang Hochschule wird 80 Jahre alt.
_Die komplette Ausbildung „Gestaltung“ kommt von der Universität Duisburg-Essen nach 35 Jahren zurück zur Folkwang Hochschule. Die Studiengänge Industrial Design und Kommunikationsdesign werden zum 1. Oktober übernommen; zum 1. Januar 2008 folgen das Personal und die Haushaltsmittel.

2008

_Ab März greift für alle Studiengänge der Folkwang Hochschule das neue Kunsthochschulgesetz NRW.
_Zum Wintersemester 08/09 wird der eigenständige Studiengang (BA) Fotografie eingerichtet.
_Alle Studienangebote werden modularisiert.

2009

_Im April Eröffnung des Neubaus Orchesterzentrum|NRW in Dortmund.
_Feierlich wurde im September der Grundstein für den Bibliotheksneubau gelegt.
_In Ramallah hat die Folkwang Hochschule am 1. Oktober gemeinsam mit der Stiftung Mercator und dem palästinensischen Al-Kasaba Theatre die Drama Academy Ramallah eröffnet.
_Im Oktober wurde die Alte Aula zu Ehren der verstorbenen langjährigen Folkwang-Persönlichkeit Pina Bausch umbenannt in Pina Bausch Theater.
_Zum 1. November 2009 wurden die Wuppertaler KommunikationsdesignerInnen zur Folkwang Hochschule verlagert.

2010

_Ab 1. Januar wird das SANAA-Gebäude von der Folkwang Universität genutzt. Damit siedelt sich Folkwang nun verbindlich auf dem Gelände des Welterbes Zollverein an.
_Im April benennt sich die Folkwang Hochschule in "Folkwang Universität der Künste" um.
_Der nach dem Brand 2008 komplett sanierte Ostflügel wird zum Sommersemester wiedereröffnet: 37 sanierte Unterrichtsräume können neu bezogen werden.
_Das Motto der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, an der die Folkwang Universität der Künste mit zahlreichen Produktionen beteiligt ist, kommt von von Karl Ernst Osthaus: „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“

2011

_Zum 1. August nimmt das Institut für Lebenslanges Lernen der Folkwang Universität der Künste seine Arbeit auf.
_Zum 1. Oktober nimmt das Institut für Zeitgenössischen Tanz (IZT) seine Arbeit auf.

2012

_Im Januar wird die neue „Bürgerschaftliche Stiftung zur Förderung der Folkwang Universität der Künste“ vorgestellt. Seit 2014 heißt sie Hochschulstiftung Folkwang.
_Im September 2012 wird die neue Folkwang Bibliothek auf dem Campus Werden eingeweiht; der Neubau wurde möglich durch Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Damit verfügt Folkwang bundesweit über einen der größten musikwissenschaftlichen Bestände.
Weitere Informationen

2014

_Zum April wird das Folkwang Theaterzentrum am Campus Bochum eröffnet. Hier, unweit des Schauspielhauses und der Innenstadt, konzentriert sich ab sofort die Theaterausbildung der Folkwang Universität der Künste. Auf den zwei Bühnen Black Box und Konzertsaal finden auch Veranstaltungen aus den weiteren künstlerischen Disziplinen der Hochschule statt, z.B. Musik, Tanz sowie die eigene Reihe der „Thürmer-Konzerte“.
_Zum Oktober nimmt das neugegründete Institut für Populäre Musik der Folkwang Universität der Künste mit den ersten Studierenden des viersemestrigen Masterstudiengangs „Populäre Musik“ seinen Lehr- und Lernbetrieb auf. Als Studien- und Denkort, an dem Popmusik in den Kontext anderer Kunstformen tritt und im Kontext Populärer Kultur weitergedacht wird, ist es der zweite Folkwang Ort in Bochum, angesiedelt am Campus Zeche Prinz-Regent.

2015

_Zur Grundsteinlegung für den Neubau des Fachbereichs Gestaltung auf dem Folkwang Campus Zollverein kamen am 02. Oktober rund 200 geladene Gäste aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft.

Ausblick:

_Im Wintersemester 2017/18 startet der Fachbereich Gestaltung den Lehrbetrieb am Campus Zollverein. Der Neubau wird am 26. Oktober 2017 eröffnet. Damit sind alle Folkwang FotografInnen, Industrial DesignerInnen und KommunikationsdesignerInnen auf Zollverein beheimatet. Im SANAA-Gebäude und dem Neubau, der allen Werkstätten, Studierenden, Lehrenden und MitarbeiterInnen Platz bietet.

Maiken-Ilke Groß / Februar 2017

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Jahr 900: Musica enchiriadis
Jahre 1811 - 1928: Blick auf die ehemalige Abtei und den Abteihof
Jahr 1927: Folkwang Protagonisten Karl Tidten (1.v.l.), Rudolf Schulz-Dornburg (2.v.l.), Kurt Jooss (2.v.r.) und Hermann Erpf (1.v.r.)
30er Jahre: Schulgebäude in der Friedrichstraße
Jahr 1932: Der Grüne Tisch: Uraufführung im Théâtre des Champs-Elysées
Jahr 1932: Der Grüne Tisch: Rudolf Pescht als alter Soldat und Kurt Jooss als Tod
Jahr 1945: Die Abtei nach dem Krieg
Jahr 1945: Die Abtei nach dem Krieg
Jahr 1949: Christgeburt (Ludwig Weber)/Kurt Jooss als "Josef"
Jahr 1956: Heinz Dressel
Jahr 1958: Pina Bausch gewinnt den ersten Folkwangpreis
Jahr 1969: „Wir unterrichten Tanz, der motiviert, aufrichtig und undekoriert ist“ Hans Züllig im Interview 1990
Jahr 1970: Studio Neue Musik/Prof. Wolfgang Hufschmidt (rechts)
Jahr 1971: Prof. Dirk Reith (links) │Leiter des Elektronischen Studios und des ICEM - hier mit Ferdi Brendgen bei der Produktion des „Meissner Thedeums“ von Prof. Wolfgang Hufschmidt
Jahre 1974 - 1977: Prof. Paul Badura-Skoda
Jahre 1974 - 1977: Prof. Rita Streich
Jahr 1990: Feuerorgel │Michel Mogliaex machina 1999, im Rahmen des Folkwang Fest der Künste
Jahr 2000: Folkwang Hochschule │ Folkwang Campus Bochum
Jahr 2002: Folkwang Campus Duisburg│ Fassade im Stil des Historismus
Jahr 2004: Gründung Orchesterzentrum