Die Folkwang Universität der Künste
in den Medien 2017

„Große Klaviermusik“ mit viel virtuoser Leidenschaft

Rheinische Post vom 9.3.2017

„Fast ganz gefüllt ist der Kleine Konzertsaal am Campus Duisburg der Folkwang-Universität der Künste bei der Reihe der Sparkassenkonzerte ‚Große Klaviermusik’ auch dann, wenn dort ein auswärtiger Gast auftritt. So war es jetzt auch bei (...) Georg Friedrich Schenck, seit 1986 Professor an der Robert-Schumann Hochschule Düsseldorf. Die vier Werke des Abends waren wahrhaft große Klaviermusik, zählten zu den spieltechnisch, stilistisch und auch philosophisch anspruchsvollsten ihrer Komponisten. Den Schwerpunkt bildeten zwei gut halbstündige Meisterwerke der Romantik, nämlich die ‚Davidsbündlertänze’ op. 6 (1838/50) von Robert Schumann und die Schumann gewidmete Sonate h-Moll (1853) von Franz Liszt. (...) Georg Friedrich Schenck warf sich mit Verve noch in die größte Virtuosität und sorgte für leidenschaftliche Aufführungen. (...) Das Publikum war jedenfalls hellauf begeistert (...).“

Autor: Ingo Hoddick

Psychoduell der verlorenen Seelen. An der Rottstraße 5 zeigt Regisseur Alexander Olbrich den Krimi „Oleanna“ von David Mamet.
Ein perfides Spiel mit zwei beherzt aufspielenden Darstellern.

WAZ vom 6.3.2017

„(...) In dem Zwei-Personen-Krimi ‚Oleanna’ von David Mamet, der am Samstag unter großem Beifall seine Premiere im Theater Rottstraße 5 erlebte, gibt es nur ein Ziel: die größtmögliche Kontrolle über den anderen. (...) Diesen spannenden Nahkampf zweier verlorener Seelen bringt Alexander Olbrich, Regie-Student an der Folkwang-Uni, relativ schnörkellos, dafür aber präzise und temporeich auf die karg eingerichtete Bühne und vertraut ganz auf die Stärke seiner beiden beherzt aufspielenden Darsteller. Schauspielstudentin Anne Stein trifft dabei auf den erfahrenen Wolfram Boelzle – und es ist ein Spaß, den beiden bei ihrem bitterbösen Clinch, der letztlich auch ein Kräftemessen der Generationen ist, zuzusehen. (...) Anne Steins Spiel (...) lebt von Zwischentönen und einer raffinierten Spannungsdramaturgie. Sie lässt ihre Carol wachsen – vom nervösen, verhuschten Mädchen zur machtvollen Frau, die keine Angst vor Zerstörung kennt. Ein abgründiger Abend.“

Autor: Sven Westernströer

Studierende der Folkwang-Universität beweisen im Literaturhaus ihr Talent. Hisako Kawamura brachte vier junge Pianisten mit nach Herne.

WAZ vom 28.1.2017

„Junge Talente und alte Meister konnten die Besucher der Alten Druckerei am Donnerstagabend erleben (...). Zunächst präsentierte Miyoung Cho ihre Interpretation der Sonate As-Dur op.110 von Ludwig van Beethoven. Starke dynamische Kontraste prägen das Spiel der Masterstudentin, ihre Themen arbeitet sie sehr markant und in klaren Konturen heraus, schnell und manchmal fast zu harsch. Aber auch weiche, elegische Momente gestaltet sie sehr reflektiert. (...) Aufhorchen lässt der junge lettische Pianist Georg Kjurdian. Bis in feinste Nuancen durchlebt er seine Interpretation der sehr komplexen Sonate c-Moll op.111 von Beethoven (...). Steigerungen und nahezu explosive Ausbrüche stehen in einem expressiven Gegensatz zu zutiefst verinnerlichten, selbstvergessenen Passagen, die eine Ballade ohne Worte erzählen. Ausdruck bedeutet diesem jungen Pianisten mehr als bloßer Schönklang (...). Sehr lebendig und berührend ist auch Jeongmin Lees Interpretation der drei Klavierstücken D 946, einem Jugendwerk von Franz Schubert. Besonders fasziniert die Frische ihres Spiels, die die überbordende Lebensfreude der Werke gut zur Geltung bringt. (...) Ein ungemein dichtes, komplexes Klangbild entwirft Marika Kuga in der Sonate d-Moll op. 14 von Sergej Prokofiev. Sehr tiefgründig und reflektiert ist ihre Interpretation, vor allem eine meditativ verinnerlichte Elegie überzeugt durch eine überraschende Reife der Gestaltung.“

Autor: N.N.

Studierende erfreuen mit "Black Angels".
Prof. Günter Steinke gelingt es wieder, Studierende für zeitgenössische
Kompositionen zu begeistern.

Rheinische Post vom 27.1.2017

„Jetzt war es im Kleinen Konzertsaal am Campus Duisburg wieder einmal so weit, die ‚Module Neue Musik’ brachten ‚Frische Klänge extra’. 15 besonders begabte junge Menschen (...) fuchsten sich leidenschaftlich in die oft auch spieltechnisch komplexen Strukturen, ließen die sinnliche Klanganalyse zu lebendiger Musik werden. Das ging gleich gut los mit ‚Cendres’ (...) für Altflöte, Violoncello und Klavier von (...) Kaija Saariaho, hier berückend aufgeführt durch Sarah Heemann, Anna Stasevich und Itxaso Etxeberria. (...) Als ein Höhepunkt wirkte auch, wie präzise und suggestiv Yueyi Zang und Xi Chen den Dreiteiler ‚Monument - Selbstporträt mit Reich und Riley (und Chopin ist auch dabei) – Bewegung’ (1976) für zwei Klaviere von György Ligeti (...) hinlegten. Die eigentliche Sensation kam aber erst nach der Pause mit einem wahren Klassiker der Neuen Musik. ‚Black Angels: Thirteen images from the dark land’ war 1970 eines der ersten Meisterwerke des (...) George Crumb und ein klingender Protest gegen den Vietnam-Krieg. Das Streichquartett wird hier nicht nur elektronisch verstärkt, (...) sondern muss auch diverse andere Klänge erzeugen, am auffälligsten mit großen Gongs und kristallenen Wassergläsern. Sungkum Yang und Karin Nakayama (Violine), Kyungwon Lee (Viola), Garwyn Linnel (Cello) und Lukas Tobiassen (Klangregie) waren hier beste Anwälte für diese Musik.“

Autor: Ingo Hoddick

Folkwang-Bogen von Früh- bis Spätbarock gespannt.

Rheinische Post vom 26.1.2017

„Ein ‚Klassenabend Barock’ am Campus Duisburg der Folkwang-Universität der Künste ist immer ein Ereignis. Jetzt war es im (...) Kleinen Konzertsaal wieder so weit, mit Studierenden der Klassen Mayumi Hirasaki (Barock-Violine), Markus Möllenbeck (Barock Violoncello) und Michael Schmidt-Casdorff (Traversflöte). (...) Der Bogen spannte sich (...) von der Sonata quarta D Dur für Violine und Basso continuo (...) mit Johanna Kloppert (Violine) und Emiko Sato (Cembalo) bis zu der Sonate a-Moll für Flöte und Continuo mit Tong Chen (Traversflöte) und Yushan Jiang (Cembalo). (...) mit besonderem Gespür für die erdhaften Klänge der historischen Instrumente gestalteten Cécile Beutler (Violoncello), Salome Ryser (Continuo-Cello) und Marta Dotkus (Cembalo) die Sonate D-Dur für Cello und Continuo (...) von (...) Georg Philipp Telemann. Später im Programm wechselten die beiden Cellistinnen die Rollen in der gleichfalls sehr hörenswerten Sonate G-Dur op. 1 Nr. 7 von Salvatore Lanzetti (...). Ein furioser Abschluss war die Triosonate c-Moll für Violine, Cello und Continuo RV 83 von Antonio Vivaldi mit Yves Ytier (Violine), Salome Ryser (Cello) und Dain Yoo (Cembalo). (...)“

Autor: Ingo Hoddick

„Sinfonietta“ gut besucht.
Das Kammerorchester der Folkwang-Universität der Künste feierte einen großen Erfolg im Kleinen Konzertsaal am Campus Duisburg.

Rheinische Post vom 16.1.2017

„Wie schön, dass die ‚Folkwang-Sinfonietta‘, das Kammerorchester der Folkwang-Universität der Künste, inzwischen auch am Campus Duisburg konzertiert. (…) Das Programm war klug komponiert aus vier Werken, die in mancher Hinsicht miteinander korrespondierten, vor allem im kontrapunktischen Konzertieren. Es ging aus von jenem Brandenburgischen Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048, in dem Johann Sebastian Bach je drei Violinen, Violen und Violoncelli mit einem Basso continuo aus Kontrabass und Cembalo verband. (…) Angefeuert von Konzertmeister Nikolau Ratchev, fanden die Folkwang-Studierenden hier zu einem fetzigen Musizieren. Dann trat dazu der entschiedene Gastdirigent Manel Valdivieso, im Hauptberuf Chefdirigent des Katalanischen Jugendorchesters. Es gab zwei Kompositionen von Igor Strawinsky, mit denen dieser zurück zu Bach (und zunehmend zu Joseph Haydn) ging (…). Das eine war jenes Oktett für Blasinstrumente, das Strawinsky 1922/23 in Biarritz und Paris komponierte. Das andere war das Concerto in Es ‚Dumbarton Oaks‘ (…). Die eigentliche Sensation kam aber zwischen den beiden Strawinskys, nämlich das Konzert für Oboe und kleines Orchester (1945) von Richard Strauss mit der erstklassigen Solistin Clara Geuchen-Blessing, Jahrgang 1992. Als Barockoboistin ist sie schon Weltklasse, nun absolviert sie auf der modernen Oboe den Exzellenz-Studiengang Konzertexamen bei Prof. Michael Niesemann. (…)“

Autor: Ingo Hoddick

Folkwang-Klavierabend über „Linie und Farbe“

Rheinische Post vom 13.1.2017

„Im ersten Konzert am Campus Duisburg der Folkwang-Universität der Künste im neuen Jahr zeigte die Klavier-Klasse von Prof. Thomas Günther, wie im Laufe der Musikgeschichte die Farbe immer wichtiger wurde als die Linie (…). Neun besonders begabte junge Menschen spielten Musik von ebenso vielen Komponisten, zum Teil nur einzelne Sätze. Das reichte von Han Bee Shin mit der Partita Nr. 2 c-Moll BWV 826 von Johann Sebastian Bach bis zu Tilman Wolf mit der vierten Nummer aus ‚Harrison’s clocks‘ von dem 1934 geborenen Harrison Birtwistle, inspiriert durch einen Uhrmacher aus dem 18. Jahrhundert namens John Harrison (…) beziehungsweise Daria Yuryeva mit der äußerst virtuosen Spanischen Rhapsodie von Franz Liszt. (…) die nacheinander auftretenden Studierenden wurden immer noch sicherer und künstlerisch selbständiger. Ein Gleichgewicht von Fingerfertigkeit und Klangsensibilität war erreicht mit Ye-Kyung Hong und drei der ‚Études‘ von Claude Debussy. Erfreulich, dass Yi Yuan hier drei jener Sieben Elegien von Ferruccio Busoni präsentierte, die selten im Konzert zu erleben sind (…).“

Autor: N.N.

Fühlverstehen vielfältiger Schallwellen.
Der neunte Kontrabass-Marathon ging ins Mark

Werdener Nachrichten vom 13.1.2017

„Der neunte Folkwang-Kontrabass-Marathon gab dem größten und tiefsten Streichinstrument volle drei Tage die facettenreiche Möglichkeiten, die Zuhörer von der doch noch sehr wenig bekannten Klangwelt der ‚Bassgeige‘ zu überzeugen. (…) Im Pina-Bausch-Theater und im Kammermusiksaal verbreiteten ein Jungstudent, Bachelor- und Masterstudenten gemeinsam mit den Folkwang-Professoren Pierre-Emmanuel de Maistre und Niek de Groot sowie Meisterkurs-Gastprofessor Matthew McDonald die tiefen Schwingungen, die nicht nur mittels des Ohr wahrnehmbar sind, sondern auch Brust und Bauch zu erreichen verstehen. Dieses gleichzeitige Fühlverstehen der so vielfältigen riesigen ,dunklen' Schallwellen ermöglichte das Beben der Materie und zeigte die Möglichkeit, es in melodische und harmonische Formen zu gießen. Der Marathon überschrieb die Konzerte mit Titeln wie ‚KontraFrau‘, ‚KontraBarok‘, ‚KontraModern‘ und ‚KontraFrankreich‘ (…). Die Studenten stammen aus vielen europäischen Ländern, Süd-Korea, Georgien. Das Kontra-Finale bot gleich zwei Uraufführungen. Eine von Krzysztof Penderrecki ‚Agnus Dei‘ die andere von Alfred Huber ‚PHI op. 27‘.“

Autor: Odile Baumann

Kein Applaus für „Kein Licht“.
Jelinek-Deutung im Prinz-Regent-Theater verzichtet kurioserweise auf Beifall. Doch wie die Darsteller den schweren Text bewältigen, hätte Jubel verdient.

WAZ vom 9.1.2017

„Diese Aufführung wird in die Geschichte des Prinz-Regent-Theaters eingehen: als erste, die freiwillig auf den Schlussapplaus verzichtet. Als die beiden Schauspieler den Abend für beendet erklären und wieder in ihrem Campingzelt verschwinden, das im hinteren Teil der Bühne aufgebaut ist, erklingt klassische Musik von Bach, und die ganze Szenerie versinkt in einer Art Dämmerschlaf. (…) Aber von vorn: Seit drei Jahren gibt es eine enge Kooperation zwischen dem Prinz-Regent-Theater und der Folkwang-Uni, die es jährlich einem Regie-Absolventen erlaubt, auf großer Bühne Eindruck zu machen und sich damit an anderen großen Häusern zu empfehlen. Diesmal an der Reihe: Daniel Kunze (29) aus Linz, dessen ‚Odyssee‘ an der Rottstraße 5 bereits ein Erfolg war. Für sein Debüt im Prinz-Regent muss man dem jungen Theatermacher gehörigen Mut attestieren, denn er wählte dafür nicht etwa eine handzahme Komödie, sondern direkt einen echten Brocken: ‚Kein Licht‘ von Elfriede Jelinek. (…) Das Stück ist eigentlich keins. Es gibt keine Handlung, keine scharf gezeichneten Figuren, keine Art von Entwicklung, an der sich der Regisseur (und auch der Zuschauer) festklammern könnte. (…) Die ellenlangen Exkurse über Demokratie, Philosophie und Gesellschaft klingen wie eine Sprechoper: Sie sind imposant geschrieben, verlangen den beiden Schauspielern aber alles ab. (…) Auf gold schimmernder Bühne (erdacht von Dorothea Lütke Wöstmann) knetet Kunze aus der Vorlage eine pointenreiche Nummernrevue. Gerät der riesige ‚Prolog‘, den Corinna Pohlmann ganz allein in Höchstleistung auf die Bühne bringt, noch zur allzu schweren Kopfgeburt, geht Kunze der zweite Teil leichter, flockiger von der Hand. (…) Ein Glück kann der Regisseur dabei auf zwei starke Schauspieler vertrauen, die keine Scheu davor kennen, den Jelinekschen Stier bei den Hörnern zu packen. Corinna Pohlmann und Helge Salnikau (…) jagen mit Volldampf durch den schwierigen Text – teilweise sogar synchron und teilweise mit Musik. (…) Gerne hätte man ihnen für diese zwei dicht gepackten Theaterstunden gedankt, doch die Regie hatte andere Pläne. So gibt es für ‚Kein Licht‘ eben auch keinen Applaus. Sei’s drum. Trotzdem: Hut ab.“

Autor: Sven Westernströer

Essener Jazz-Trompeter als Stadtmusiker in Moers.
John-Dennis Renken freut sich über die große Ehre, neue musikalische Spielräume und einen Garten

WAZ vom 6.1.2017

„(…) Dass er (…) musikalisch eine überragende Figur der heimischen Jazzszene ist, beweist der gebürtige Bremer seit Jahren als vielgefragter Begleiter sowie mit eigenen Projekten, etwa seinem ‚Zodiac Trio‘. (…) musikalisch (…) glänzt der 35-Jährige als sensibler Feingeist, der mit offenen Ohren den Input seiner Spielpartner aufnimmt und mit coolen, stets zweckdienlichen Ideen bereichert. Und dies im Kontext elektronischer Klänge ebenso wie in kleinen Jazz-Combos und Bigbands, etwa dem ‚Essen Jazz Orchestra‘, oder ganz aktuell als ‚Livemusik-Installation‘ bei ‚Parsival‘ im Grillo-Theater. Lauter gute Gründe für Tim Isfort, den neuen künstlerischen Leiter des legendären Moers Festivals, den Essener Trompeter als ‚Improviser in Residence‘ 2017 in die Grafenstadt zu berufen. ‚Das ist eine Auszeichnung, die man nur einmal im Leben erhält‘, freut sich John-Dennis Renken (…). Als Nachfolger der Geigerin Carolin Pook kann Renken nun in Moers ein Jahr lang eigene Ideen verwirklichen. (…) ‚Ich finde den Park so schön und kann mir gut vorstellen, mit einem befreundeten Elektroniker im Sommer einen Park-Sound zu schaffen.‘ Außerdem denkt er an Projekte in Moerser Schulen sowie an eine Zusammenarbeit mit dem Schloß-Theater, was ihn besonders reizt. Traditionell darf der ‚Improviser in Residence‘ das Moers Festival eröffnen, wofür John-Dennis Renken sein ‚Zodiac Trio‘ um einige Musiker erweitern will. (…)“

Autor: Sven Thielmann

Ein frecher Zauberkessel voller Hochkultur.
„Uwaga!" bei der Folkwang-Akkordeonwoche

Werdener Nachrichten vom 6.1.2017

„Im Kammermusiksaal tobte „Uwaga!". (…) Das international erfolgreiche Crossover-Quartett ließ den Saal der Folkwang-Universität beben. Eine sicherlich ungewöhnliche Besetzung: Christoph König, Violine & Viola, Maurice Maurer, Violine, Miroslav Nisic, Akkordeon und Matthias Hacker, Kontrabass. (…) Die Atmosphäre im Saal war elektrisierend und die Hälse wurden gereckt, um noch besser zu sehen, was sich einfach unglaublich anhörte: Waghalsiges Tempo mit Witz ließ die Zuhörer fassungslos lächeln, und riss mit, weil auch die Performance Spaß machte. Die Interpretation so frech, stark und virtuos (…). Was die Hochkultur zu bieten hat, wird offenbar in einen Zauberkessel geworfen, mehrfach schwungvoll umgerührt und schon ersteht sie im Gipsy-Sound neu auf, swingt und klingt wie unglaublich gute Klassik-Verwirrung. (…) warum nicht nach Potential in den alten Werken suchen, die feine Jazzthemen oder den Rock ,n' Roll innehaben (…). Dabei verlangen die Musiker auch ihren Instrumenten gelegentlich einen Klang ab, der nicht unterrichtet wird: Wer würde mit einem Plektron an einer Violine hantieren, um alsbald wieder das Peine zu spielen. Nisics Akkordeon scheint alles rauszulassen, was jemals darüber auch nur gedacht wurde. Dazu nimmt sich das Ensemble sehr gern selbst auf den Arm und vergisst bei allem den Respekt nicht – das sorgt offenbar weltweit für Euphorie. (…). Fünf Tage im Bann des Akkordeons fand auch im dritten Jahr ein riesiges Spektrum (…). Künstlerische Leiterin ist Folkwang-Professorin Mie Miki, die hochkarätige Akkordeon- bzw. Bandoneonspieler zu Gastkonzerten gewinnen konnte: Recital mit Veli Kujala, von der Universität der Künste Helsinki, Workshop mit Juan Jose Mosalini und Nathalie Grouet, Flöte. Ein Höhe- und der Abschlusspunkt war der Vortrag von Folkwang-Dozentin Heidi Luosujärvi zur finnischen Akkordeonmusik sowie das Abschlusskonzert von Studierenden – nebst Preisverleihung des Wettbewerbs.“

Autor: Odile Baumann