Photography Studies and Research – Master of Arts

Die an der Folkwang Universität der Künste lange schon vorhandene Kompetenz in Sachen Fotografie, die durch vier künstlerische Professuren vertreten wird, ein professionell eingerichtetes Fotolabor, eine brillant ausgestattete Forschungsbibliothek zu Theorie und Geschichte der Fotografie, ein seit Jahren intensiv betriebenes Ausstellungsprogramm in universitätseigenen Galerieräumen, aber auch die traditionell engen Verbindungen zu zahlreichen Museen, Galerien und Archiven legen es nahe: Essen ist der richtige Ort, um ein neues Studienprogramm zu etablieren, das es in dieser Form noch nicht gibt.

Seit dem Wintersemester 2016/2017 bietet die Folkwang Universität der Künste einen zweijährigen Master „Photography Studies and Research“ an, der sich an alle wendet, die ein kritisches Nachdenken über Fotografie fasziniert. Vermittelt und erworben werden sollen in diesem Masterprogramm grundlegende Kenntnisse zu der inzwischen fast zweihundertjährigen Geschichte des Bildmediums, zur unterdessen weit verzweigten Fototheorie, nicht zuletzt aber auch zu praktischen Grundlagen verschiedener fotografischer Verfahren und Technologien.

Zwei Masterstudiengänge – ein Tandem

Hierin liegt die Besonderheit des Essener Masterstudiengangs: Er ist die eine Hälfte innerhalb eines Tandems von zwei verschiedenen Masterprogrammen. Indem zum bereits mit großem Erfolg etablierten Master „Photography Studies and Practice“ nun ein zweiter tritt, der den Akzent auf „Photography Studies and Research“ legt, wird es erstmals an einer europäischen Kunsthochschule möglich sein, die zwei Dimensionen des Fotografischen miteinander auf dem Niveau eines Masters zu kombinieren: Aufnahme und Beschriftung, Praxis und Theorie, künstlerische Produktion und wissenschaftliche Reflexion. An der Folkwang wird diese enge Nachbarschaft Programm werden. So wie bereits jetzt im „Practice“-Master wissenschaftliche Kurse belegt werden müssen, so werden künftig auch im „Research“-Master künstlerische Kurse angeboten werden, die in Techniken und Materialitäten des Fotografischen einführen. Das Tandem der beiden Masterstudiengänge wird ein fortgesetztes gemeinsames Gespräch zu neuesten fotografischen Bildern und dem Fotografischen geltenden Texten ermöglichen.

Wen wir suchen

Voraussetzung für ein Studium des neuen Masters ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium (oder gegebenenfalls auch eines Masterstudiums) in einer geistes- oder sozialwissenschaftlichen Disziplin mit hohem Bezug zu Theorie und Geschichte der Fotografie (zum Beispiel Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie und Ethnologie). Bei besonderer wissenschaftlicher Eignung können auch Absolventen künstlerischer Studiengänge zugelassen werden. Die Eignung aller Bewerberinnen und Bewerber wird durch Bewerbungsgespräche festgestellt. Voraussetzung zu diesem Gespräch ist ein Probekapitel aus einer größeren Arbeit oder ein Artikel (beides jeweils ca. 30.000 Zeichen), die sich mit einer fotogeschichtlichen und/oder fototheoretischen Frage auseinandersetzen und ein ernsthaftes Interesse an der Fotografie zeigen.

Was wir lehren

Das wissenschaftliche Lehrangebot des neuen Masterprogramms wird insgesamt sechs Schwerpunkte umfassen:

  • Geschichte der Fotografie von ihrer Formationsphase im frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
  • Theorie der Fotografie
  • Fotografie im erweiterten Feld der Kunstgeschichte
  • Fotografie in ihren gesellschaftlichen und sozialen Kontexten
  • Rolle und Funktion des Fotografischen innerhalb der Wissenschaftsgeschichte
  • Formen der Institutionalisierung der Fotografie (Kunstkritik, Sammlung und Archive, das Kuratorische, Kunstmarkt)

Die Studierenden werden hierbei von einem eng geknüpften Netz von institutionellen Partnern außerhalb der Hochschule profitieren, mit denen gemeinsam auf der Basis von größeren Projekten zusammengearbeitet werden wird.

Das praktische Lehrangebot des neuen Masterprogramms wird drei Schwerpunkte besitzen:

  • Im ersten Semester wird ein umfassender Kurs angeboten werden, der in apparative Aspekte und Materialitäten fotografischer Prozesse einführt. Die hervorragend ausgestatteten, durch ein eigenes Team von Mitarbeitern geleiteten Fotolabore des Studiengangs werden hierbei die beste Gelegenheit bieten, in ungewöhnlich intensiver Weise anhand eigener Praxis die historischen wie zeitgenössischen Formen des Fotografischen zu erkunden.
  • Zu Beginn jedes Semesters werden alle Studierenden beider Masterstudiengänge zudem an einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung zusammenkommen, um die neuen, gerade im Entstehen befindlichen Projekte zu präsentieren und erstmals auf die kritische Probe zu stellen.
  • Im zweiten und dritten Semester werden schließlich alle Studierenden des Theorie-Masters an einem der im Praxis-Master angebotenen künstlerischen Kurse teilzunehmen und auf diesem Weg Einblick zu gewinnen in eine andere Form der Auseinandersetzung um das Fotografische.

Ein weltweites Netz

Gibt es in unserer Zeit ein zweites Bildmedium, das so verbreitet ist wie die Fotografie, von dem Menschen weltweit so intensiv Gebrauch machen, das in so vielen verschiedenen Kontexten eine Rolle spielt und für so viele verschiedene Zwecke wichtig geworden ist? An der Folkwang Universität der Künste nehmen wir diese Fragen ernst und wollen sie gemeinsam mit unseren internationalen Partnern beantworten – in der Lehre wie in der Forschung. Bereits jetzt arbeitet der Studiengang Fotografie mit einer großen Zahl anderer Hochschulen zusammen, in Europa, in Nordamerika, im Nahen Osten und auch in Asien. Durch gemeinsame Veranstaltungen – Exkursionen, Workshops und Tagungen – wie auch durch gemeinsame Projekte tragen wir der Bedeutung der Fotografie als ein unseren Alltag weltweit organisierendes, zuweilen auch beherrschendes Medium kritisch Rechnung. Der neue Masterstudiengang zur Theorie und Geschichte der Fotografie wird hierbei im Zentrum solcher Kooperationen stehen.

Bewerbung

Ausgeschrieben werden die Plätze für den neuen Master einmal jährlich, jeweils im Frühjahr. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2017/2018 ist voraussichtlich Mitte Juni 2017. Die Auswahlgespräche werden voraussichtlich Mitte Juli in Essen statt, die Zusagen werden kurz darauf versendet werden. Bei den genannten Terminen sind Änderungen vorbehalten und werden umgehend auf dieser Website veröffentlicht. Fragen zum Studienprogramm, zu Zulassungsbedingungen und Studienmöglichkeiten beantworten wir jederzeit sehr gerne!

Eine E-Mail genügt: tgf(at)folkwang-uni.de

Siegel
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