Das lässt sich nicht mehr malen, das lässt sich nur noch filmen

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Materialien: C-prints, Monitordarstellungen, Projektionen | Sommersemester 2007

_Patrick Presch | *1980 in Hamm / NRW

Die Bilder meiner Diplomarbeit sind unter dem Titel 'das lässt sich nicht mehr malen, das lässt sich nur noch filmen' zusammengefasst. Es gibt drei verschiedene Präsentationsformen, die alle individuelle Möglichkeiten und Grenzen besitzen. Zum einen gibt es die eher fotografischen, unbewegten Bilder. Zum anderen die Video-Loops am Monitor sowie als Drittes ebensolche als Projektionen. Allesamt zeigen sie Bilder, bewegte wie unbewegte. In allen Medien sind bestimmte Arbeitstechniken und Methoden von Bedeutung, die sich mit Einschränkungen übertragen lassen. So sind sowohl in der Fotografie als auch in den Bewegtbildern die Spiegelung, die Überlagerung und die Wiederholung die vorherrschenden Formprinzipien. Das Ausgangsmaterial sind dabei immer Ausschnitte der vorgefundenen und von mir eingefangenen Realität. 
Innerhalb meiner Arbeit geht es um keine vergleichende Darstellung der Medien. Dem Begriff des 'Vergleichs' möchte ich den der 'Verbindung' entgegenstellen. Alle gewählten Mittel der Darstellung beruhen auf einer apparativen Vermittlung. Damit ist eine Grundlage vorhanden, mit der Schnittstellen zwischen Fotografie und Video ermöglicht sowie interdisziplinäre Experimente angestellt werden können. Die Arbeiten sollen Widersprüchliches vereinen: Sie leben von der Identität genauso wie von der Differenz. Sie integrieren ihre eigenen Gattungsbestimmungen wie auch Grenzüberschreitungen. 'Filmen' ist hierbei als Sammelbegriff für alle möglichen Formen der apparativen Abbildung zu verstehen, gegenüber dem unmittelbar durch Farben und Formen entstehenden Ausdruck in der Malerei. Der Ausschluss der Malerei ist allerdings kein absoluter. Die Bilder vereinen die malerische Ästhetik mit den Methoden der fotografischen wie videografischen Bildbearbeitung. Durch Zeitdehnung, Verzerrung und Wiederholung werden die Szenen und Standbilder interpretiert und nach ihrem individuellen Wert befragt. 
So versuche ich, die unerschöpflichen Fähigkeiten der Medien zu nutzen, um die vorbeirauschenden und der Alltagswahrnehmung verlorengehenden Momente einzufangen, zu zerlegen und zu durchdringen. Der Rezipient kann somit für eine subtilere Auffassung sensibilisiert werden.

Abschlussarbeit
Sommersemester 2007

Studiengang/Bereich:
Gestaltung
Fotografie

Betreut durch
Prof. Gisela Bullacher
Prof. Jörg Sasse