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So wie der Schnee zerschmilzt im Frühling
Diplom von Noreen Maria Akhtar | Wintersemester 2011/12
_Noreen Maria Akhtar
In meiner Arbeit thematisiere ich die Konstruktion der Zeit an drei Orten. Die Orte gliedern sich auf in einen intimen Innenraum, das Schlafzimmer, welches der äußersten Ruhe und Erholung dient. Weiterhin einen öffentlichen Außenraum, die Wiese, welche an sich ohne Funktion ist und zur Entspannung wie auch für Freizeitaktivitäten genutzt werden kann. Als Letztes ein Raum, der sich dazwischen befindet, der Keller. Im Souterrain angesiedelt mit Blick in den Garten, ist er für die Lagerung und Archivierung von Dingen eingerichtet, lädt aber auch zum Stöbern in eben diesen ein. Allen drei Orten zu eigen ist der Charakter der Kontemplation und genau dort setzte ich an.
Der fragmentierte, konzentrierte beziehungsweise unfokussierte Blick als Wahrnehmungsuntersuchung ist für mich eine wichtige Perzeption der Umwelt. In Bezug auf Räume fielen mir Eigenarten auf, Zeitfenster von vollkommen unterschiedlicher Dynamik bis zur Brechung der Zeit, die verbunden sind durch die sie durchdringenden Zustände der Natur.
Um aber dieser Auffassung von Zeit und Zeitlichkeit, deren Repräsentation und Rezeption etwas Bewusstes hinzuzufügen und folglich eine Sensibilisierung zu schaffen, habe ich mich dazu entschieden, die Idee der Fotografie zu öffnen. In meiner Arbeit wollte ich eingeübte Wahrnehmungen von scheinbar homogenen Zeit„räumen“ aufbrechen und so zeigen, dass sich jeder Teil der Zeit aus einer Vielzahl von Einzelereignissen und aus sehr unterschiedlichen Zeitbildern konstituiert. Durch die Beschäftigung mit dem fotografisch geprägten Videofilm bekam ich die Möglichkeit, die Konstruktion der Zeitdimension neu zu denken.
Infolge der Auseinandersetzung mit den Medien Fotografie und Videofilm vereint die fertige Installation beides: Die Fotografie, deren Bestätigungscharakter dem Dagewesensein gilt: Dem Vergangenen durch seine unerschütterliche Referenz; unbewegt und statisch. Das Medium Film, das Gegenwärtige, da alles, was aufgenommen wurde, im Moment der Vorführung (scheinbar) passiert. Strukturiert durch Schnitte in einzelne Einstellungsbilder, erzeugt die Illusion eine natürliche Wahrnehmung von Bewegung.
Abschlussarbeit
Wintersemester 11/12
Studiengang/Bereich:
Gestaltung
Fotografie
Betreut durch
Prof. Elke Seeger
