"Déjà vu, jamais vu"

_André Loessel | *1975 in Halten am See

In 13 großformatigen, inszenierten Fotografien, C-Print auf Alu-Dibond, stelle ich die Frage nach den Werten und den daraus  resultierenden Sehnsüchten meiner Generation, die in einer  technisierten Wissensgesellschaft zwar täglich neue  Sicherheitsversprechen erfährt, aber dennoch, oder gerade deswegen  ständige Verunsicherung auf der Suche nach der eigenen Identität  erfährt.

Der kultivierte Raum der urbanen Gesellschaft neben der unkultivierten Natur, die eigene Vergangenheit und die Jetzt-Zeit, die Annehmlichkeiten der technisierten Wissensgesellschaft und die Entmystifizierung des Wunderbaren, die Sicherheit und die Irritation, die Suche und die Sehnsucht.  All diese Einflussfaktoren auf unser tägliches Leben scheinen die Suche nach der eigenen Identität massiv zu beeinflussen. Der Intensität und der damit verbundenen Macht, die auf uns einwirkt, sind wir uns nur selten bewusst. Wir leben mit diesen Faktoren und sie sind uns zu einer Selbstverständlichkeit geworden.
Doch es gibt Momente, teilweise von Außen an uns herangetragen, teilweise von uns selbst initiiert, da sind wir uns ihrer Macht bewusst. Das sind die Momente der Selbstreflexion und der bewussten Frage nach der eigenen Identität. Stellt man sich dieser Frage, so liegt in ihr die Bedrohung der Erkenntnis seiner eigenen Unzulänglichkeiten. Aber genau darin liegt auch die Chance verborgen. Denn nur wer seine Schwächen kennt, der kennt auch seine Stärken.
In der modernen Gesellschaft ist nicht immer Raum für Selbstreflexion gegeben ist. Aber selbst diese Erkenntnis, die Erkenntnis, dass man vielleicht manchmal funktionieren muss, eine Fassade aufbauen muss um funktionieren zu können, kann schon ein Weg zur Definition der eigenen Identität sein. Denn es ist eine klare Feststellung. Und eine Feststellung, egal welcher Natur, bringt Sicherheit mit sich. Ein wichtiges Gut in einer oft verunsichernden Zeit.

Abschlussarbeit
Wintersemester 05/06

Studiengang/Bereich:
Gestaltung
Fotografie

Betreut durch
Prof. Peter Wippermann
Prof. Elke Seeger