Miosis

Rauminstallation mit drei synchronisierten Projektionsflächen
(jeweils 110x88cm) | Sommersemester 2007

_Martin Plueddemann | *1977 in Hamm

Ohne einen rein wissenschaftlichen Ansatz versuche ich mit meiner Arbeit "Miosis" die Wahrnehmung der Welt in ihren rein biologischen und physikalischen Mustern auf meine persönliche, ästhetische Wahrnehmung zu übertragen.
Hier bediene ich mich wissenschaftlicher Technik in Form der Spaltlampe und auch Darstellungsformen wissenschaftlicher Abbildungen, und transformiere sie in einen rein künstlerischen Zusammenhang.
Eigene Wahrnehmung, Bildgedächtnis und Erinnerung spielen in diesem Zusammenhang eine größere Rolle als die vermeindlich objektive wissenschaftliche Darstellung.
Das Adaptieren von Wissenschaftsfotografie in Verbindung mit abstrakten Farbfeldern und Lichtbildern bringt neue Bedeutungen und Assoziationen hervor, welche die fließenden Übergänge der virtuellen und der realen Welt markieren.
Der Prozess des Fotografierens in einem für mich neuen wissenschaftlichem Umfeld (medizinische Augenklinik, Spaltlampe) eröffnete mir einen Einblick in eine fremdes, interessantes Land. Beim Blick durch die Kamera sah ich ein dreidimenionales Bild das so nicht übertragbar war. Vor mir war ein sehendes, sich bewegendes Auge. Die Pupillen verschiedener Menschen waren unter gleichen Lichtverhältnissen unterschiedlich. Das Phänomen des menschlichen Sehapparates funktioniert nach exakten biologischen und physikalischen Gesetzen. So waren die Tagesform, die Fähigkeit scharf zu sehen, die physische und psychische Konstitution der fotografierten Personen ausschlaggebend.
Die immer unterschiedlichen Irisformen und Farben waren in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit essenzieller als das medizinische Abbild.

Abschlussarbeit
Sommersemester 2007

Studiengang/Bereich:
Gestaltung
Fotografie

Betreut durch
Prof. Claudius Lazzeroni
Prof. Gisela Bullacher